Archiv30. Juli 2010

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Rücktrittsforderungen gegen Sauerland
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Game on – Neues Musikvideo von The Guild
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Streifzug durchs Netz vom 30.07.2010
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Berge des Wahnsinns im Kino

Rücktrittsforderungen gegen Sauerland

Die Forderungen nach dem Rücktritt des duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland nehmen zu. Auch aus der Union kommen deutliche Worte. Der CSU Innenexperte Hans-Peter Uhl wird zitiert mit den Worten:

Der Fall liege “jetzt glasklar vor”. Seiner Auffassung nach hätte die Duisburger Loveparade”nie und nimmer genehmigt werden dürfen”, sagte er nach Prüfung des Auflagenbescheids. Den Bescheid der Stadt Duisburg kanzelte er mit den Worten ab: “Jeder Obsthändler, der in der Münchner Fußgängerzone einen Stand eröffnen will, muss mehr nachweisen.”

Gestern hatten ja bereits 200 Menschen vor dem Rathaus demonstriert. Und es stellt sich schon die Frage nach politischer Verantwortung. Offensichtlich gab es in der Stadtverwaltung entsprechenden Druck dieses Projekt auf jeden Fall durchzuführen und dafür auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Bei den Ruhrbaronen findet man dies in einer Planungschronik wie folgt:

Juni 2010 Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden nach Informationen aus dem Innenministerium und dem Rat der Stadt Duisburg systematisch von der Stadtspitze unter Druck gesetzt, Bedenken in den Wind zu schlagen und die erforderlichen Genehmigungen zu erteilen. Parierte ein Mitarbeiter nicht, wurde die Vorlage umstandslos an einen zweiten gegeben, der sie dann unterschrieb. „Sie wurden gezwungen, alles abzunicken“, so ein Ratsmitglied.

18. Juni 2010 In der Sitzung einer Arbeitsgruppe von Feuerwehr, Ordnungsamt, Veranstalter Lopavent und dem Ordnungsdezernenten Wolfgang Rabe kommt es zu einem Eklat: Veranstalter Lopavent weigert sich, den vom Ordnungsamt geforderten Fluchtweg von 440 Metern zu organisieren. Laut einem Protokoll hat Ordnungsdezernent Wolfgang Rabe Druck ausgeübt. „Der OB wünscht die Veranstaltung und hierfür muss eine Lösung gefunden werden.“ Der Baudezernatsleiter Jürgen Dressler kommentierte das Schreiben handschriftlich: „Dieses entspricht in keinerlei Hinsicht einem ordentlichen Verwaltungshandeln und einer sachgerechten Projektstellung.“ Reagiert hat darauf niemand.

Aber dies wird ja nun auch strafrechtlich geprüft. Aber ganz unabhängig davon: Wie verträgt es sich damit, erster Bürger der Stadt zu sein und damit Repräsentant derselben und dann nichtmal zu der Trauerveranstaltung zu können ((ich werfe ihm das Nichterscheinen nichtmal vor)), weil man so unbeliebt ist? Morddrohungen und Bedrohung der Familie ist dabei allerdings – und das muss auch ganz deutlich gesagt werden – untragbar und kein Mittel politischen Drucks.

Aber das Problem ist vielleicht auch ein ganz profanes: Das liebe Geld und Rentenansprüche. Denn mit einem Rücktritt wird Sauerland seine entsprechenden Ansprüche aus der Oberbürgermeisterzeit verlieren – anders als bei einer Abwahl. Dann würde er seine Ansprüche behalten. Ob dies der Grund ist, kann ich natürlich nicht sagen, aber eine interessante Begebenheit ist es dennoch. Und mal abgesehen davon: Ist das überall so? Finde das nicht ganz unproblematisch.

Game on – Neues Musikvideo von The Guild

Vor kurzem hatte ich auf die neue Staffel von The Guild hingewiesen. Nun gibt es ein erneutes Musikvideo der “Ritter des Guten”:

<a href="http://video.msn.com/?mkt=en-us&#038;from=sp&#038;fg=shareObject&#038;vid=8cb424dc-cbdb-40be-90c5-8fb450462d2f" target="_new" rel="noopener noreferrer">Video: Season 4 &#8211; Music Video &#8211; &#8220;Game On&#8221;</a>

Wiedermal, weil vor einem Jahr schonmal ein Video gab. Hab ich glatt vergessen zu posten, also nun die volle Musikdröhnung mit “Do you wanna date my avatar”:

Streifzug durchs Netz vom 30.07.2010

Heute morgen war eine Demonstration zum Rücktritt von Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland. Leider konnte ich persönlich doch nicht hin, aber DerWesten berichtet wie üblich.  Dort findet man auch eine Chronologie – nicht der Ereignisse, sondern eher der Aussagen und Schuldzuweisungen danach. Eine aktualisierte Übersicht über die Ereignisse findet man wieder im ODEM.blog. Neu ist heute jedenfalls, dass bei der Loveparade die Zahlen der Besucherzahlen in den letzten Jahren immer deutlich erhöht wurde – verdreifacht gar.

Politisch interessant ist auch dieser Artikel über die Ausbildung, die von Seiten der Bundesregierung für somalische Polizisten geliefert wurde. Eigentlich löblich in dem zerfallenen Staat für staatliche Ordnung sorgen zu wollen. Aber doch bitte nicht an der UN vorbei, die dort alles organisiert und dann bei äthiopischen Ausbildern, die quasi an dem Bürgerkrieg beteiligt sind.

Ein kleiner Aufreger war dagegen das Verbot eines Blindenhundes im Supermarkt und insbesondere die Frage des stellvertretenden Filialleiters, ob es nicht spezielle Läden für Blinde gäbe. Sicher ein Einzelfall, aber irgendwie zeigt er doch, dass die wirkliche Einbindung von behinderten Menschen in die Gesellschaft noch nicht überall angekommen ist.

Rollenspielerisch ist heute die 41. Folge unseres Rollenspielpodcasts System Matters erschienen, der eigentlich nur zwei Themen hat: Ganz wenig Starcraft 2 und ganz viel Cthulhu. Hier kann man sich die Folge anhören.

Als Bild des Tages gibt es folgende über Twitter gefundene Aktion:

image

Für die Kinder in der Kindertagesstätte sicherlich ein großer Schock und auch sicher keine “coole” Aktion, aber wie kommt man bitte generell auf solch eine Idee?

Auch garnicht cool ist diese Aktion, die bei Blogwiese unter dem Motto “DAS ist nicht witzig gepostet wurde” – dem kann ich nur zustimmen.

Damit bleibt mir nicht mehr als wieder einen schönen Tag zu wünschen 🙂

Berge des Wahnsinns im Kino

Das war die Gute Nachricht dieses Tages: “Berge des Wahnsinns” kommt nun doch ins Kino. Es handelt sich um ein Horrorbuch von H.P. Lovecraft aus dem Jahr 1936. Für die Zusammenfassung nutze ich einfach mal Wikipedia:

Der Ich-Erzähler William Dyer beschreibt den Verlauf einer Expedition von Mitgliedern der Miskatonic-Universität in die Antarktis. Zunächst suchen er und sein Team nach außergewöhnlichen und mesozoischen Gesteinsarten, wie dem Kreide-Schiefer. Doch dann stoßen sie auf eine Höhle, in der sie Fossilien einer der Menschheit völlig unbekannten, halb pflanzlichen und halb tierischen Rasse entdecken. Sie finden die urzeitliche Stätte einer offenbar überlegenen Zivilisation und erkennen, dass die Urgeschichte der Erde eine ganz andere war, als die Wissenschaft bisher annahm.

Im Herbst kommt die Kampagne für das Cthulhu-Rollenspiel heraus und von daher war ich natürlich schon ziemlich angespitzt. Aber nachdem Guillermo del Torro – bekannt u.A. durch Pans Labyrinth – vor kurzem die Pläne für das Projekt auf Eis legte, sind sie nun wieder da, auch weil James Cameron dem Film seine Unterstützung als Producer zugesagt hat.

Probleme gab es vorher vor allem, weil die “Berge des Wahnsinns” weder ein Happy End, noch eine Liebesgeschichte bieten und die großen Filmfirmen soetwas offensichtlich für nötig halten. Im Rahmen der Comic-Con hatte del Torro aber offensichtlich noch andere Gründe genannt, wie man bei Filmstarts.de lesen kann:

“‘Mountains of Madness’ ist die Rückkehr zu etwas, das heute niemand mehr macht: Horrorfilm im großen Stil”, so del Toro. “Heutzutage versteht jeder unter einem Horrofilm etwas, in das man wenig reinsteckt, aber viel herausbekommt. […] Die Studios sehen Horrorfilme als etwas, in das man nicht mehr als 30-40 Millionen Dollar investieren sollte. ‘Mountains of Madness’ muss aber einer dieser großen Horrorfilme sein, wie sie es früher noch gab. Man braucht ein Budget von ungefähr 130 Millionen Dollar. […] Ich weiß noch, als ich ‘Alien‘ gesehen habe und völlig hin und weg war”, so del Toro weiter. “Ich habe John CarpentersDas Ding aus einer anderen Welt‘ gesehen, ich habe Stanley KubricksThe Shining‘ gesehen. Das waren riesige Filme in einem Genre, das normalerweise keine riesigen Filme hervorbringt. Bei ‘Mountains of Madness’ gab es zwei Dinge, um die ich in den vergangenen Jahren kämpfen musste: zum einen soll der Film in einem bestimmten Zeitalter spielen, zum anderen soll er ein R-Rating bekommen. Die Studios haben davor große Angst. […] Der Film soll nicht aus reinem Selbstzweck blutig werden, sondern weil es ein Film für Erwachsene sein soll und die Konsequenzen mancher Dinge eben sehr tiefgreifend und verstörend sind. Die ersten Gespräche laufen immer so ab: ‘Muss der Film ein R-Rating bekommen’. Darauf antworte ich: ‘Ja, muss er!’ ‘Muss der Film in einem gewissen Zeitalter spielen? Muss der Film in der Antarktis spielen’, ‘Ja muss er’.”

Jedenfalls grandiose Nachrichten und ich bin sehr gespannt, was daraus wird. Und vielleicht gibt es dann ja bald nicht nur solche Fantrailer für den Film: