Living Games Festival 2010

Am Samstag war ich mit Kevin und Mena beim Living Games Festival in Bochum. Anders als beispielsweise die Gamescom geht es bei dieser Veranstaltung eher um die Kultur von Computerspielen und die Förderung von Eigenentwicklungen – Sie ist auch deutlich überschaubarer :)

Kaum angekommen hatten wir zunächst die Präsentationen von Newcomern für den entsprechenden Wettbewerb angeguckt. Und mit „Night of Joeanne“ war das erste Spiel auch mein Favorit. Anders als die übrigen Spiele, die in erster Linie – wenn auch nicht uninteressante – Jump’n Runs waren, bietet „Night of Joeanne“ ein 3D-Horror Spiel, bei dem man ein kleines Mädchen mit Stofftier spielt, welches aus unbekanntem Grund in einem Haus aufwacht und herausfinden muss, worum es geht und wie man aus dem Haus wieder rauskommt. Netter Spielaspekt ist dabei die „Furcht“ des Kindes, die ein zentrales Spielelement darstellt. Durch Ereignisse im Spiel oder Begegnung mit Monstern steigt die Furcht. Und nur mit dem Stoffaffen in der Hand baut sich diese langsam wieder ab. Und vor Monstern versteckt man sich am Besten im Schrank. Mehr zum Spiel bei Sluggerfly und deren Facebook Seite – dort hab ich auch erfahren, dass sie den Wettbewerb gewonnen hatten.

Ein weiteres nettes Spiel war GooseGogs. Mehr dazu auf der Seite des Entwicklers oder kurz in diesem Video:

Aber ein wichtiger Aspekt war eben auch die Kultur von Computerspielen. Prämiert wurden darum die drei kulturell wertvollsten Spiele. Zur Vorbereitung gab es öffentliche Diskussionen der Jury über mehrere Stunden, bei denen über jedes der 12 nominierten Spiele gesprochen wurde. Interessant ist dabei schon die Frage, was der spezielle Kulturbegriff von Computerspielen ist. Alan Wake zum Beispiel soll ein ziemlich guter „interaktiver Film“ sein, aber eben doch etwas geradlinig und in den Zwischenphasen teilweise auch langatmig. Getestet habe ich es nicht, aber das hatte ich schon mehrmals gelesen. Der Gewinner des ersten Platzes Heavy Rain macht hier wohl alles anders, indem es Konsequenzen deutlich macht und dies sogar soweit, dass die Spielfiguren (man spielt in dem Adventure vier) auch sterben können. Leider gibt es das nur für die PS3, aber es ist schon überlegt worden, sich eine solche mal für ein Wochenende samt Spiel auszuleihen, um dieses Spiel dann auch gemeinsam zu meistern – in einer der zahllosen Möglichkeiten versteht sich :)

Den zweiten Platz belegt Mass Effect 2 wegen der ausgearbeiteten Spielwelt und auch dem Zwang sich – trotz Science Fiction Szenario – mit aktuellen Problemen zu beschäftigen:

Die Jury erläuterte, dass „Mass Effect 2“ den Spieler auffordert sich mit Problemen auseinander zu setzen, vor denen er lieber die Augen verschließen würde. Auch wenn dies die Angelegenheiten fremder Arten in vielen Lichtjahren Entfernung von der Erde sind, weisen sie eine bedrückende Analogie zu den realen Problemen unserer Gesellschaft auf.

so die Berichterstattung zu der Preisvergabe.

Den dritten Platz belegt mit Flowers ein Spiel, welches ich nicht kannte. Das ist auch nicht so verwunderlich, denn in dem Spiel spielt man entweder den Wind oder einfach einen „Schwarm“ Blüten, die über ein Blumenfeld fliegen, andere Blüten einsammeln und soetwas. Dabei wurde auf Spielmechanismen wie Punkte, Zeit oder ähnliches verzichtet, so dass es wohl wirklich nur zur Entspannung dient und einen meditativen Touch hat. Mena hatte es dort mal testgespielt und fand das Spiel auch sehr gut. Und was ich gesehen habe ist es sicherlich als künstlerisch einzuordnen. Sieht jedenfalls wirklich gut aus.

Ansonsten gab es am Ende noch einen Vortag über die Geschichte des Videospiels, angefangen vom ersten Computerspiel OXO aus dem Jahr 1952 bis zu einigen inzwischen schon klassischen Spielen, wie Maniac Mansion, Sim City und Co. Und es war auch schon interessant mal in der Retro Ecke einige klassische Dinge anzugucken. Zum Beispiel erinnerte ich mich daran, dass es in meinen ersten Computerjahren noch Zeitungen mit Disketten voller Spiele gab. Lang, lang ist es her :)

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