Google Wave kein Ersatz fürs Wiki

Seit neustem habe ich mit meiner DSA Runde die Sieben Gezeichneten Kampagne begonnen. Da es bei dem Artikel weniger um die Kampagne als um die Kommunikationstools geht, nur kurz der Hinweis, dass es sich um eine ziemlich epische Kampagne für das Fantasy-Rollenspiel “Das schwarze Auge” handelt, die sich nach Schätzungen in diversen Foren über mindestens 400-500 Spielstunden hinziehen wird. Wenn man bedenkt, dass ich schon sehr zufrieden wäre, wenn wir pro Monat 10-20 schaffen wird der Umfang der Kampagne deutlicher.

Da es sich eben um ein episches Projekt handelt, bei denen bestimmte Personen, Orte, Gegenstände oder was auch immer häufiger auftauchen können, ist es wichtig ein gutes Archiv haben, auf das die Spieler und auch der Spielleiter zurückgreifen will. Der Weg für mich dabei ist – neben eigenen Notizen – das Führen von Tagebüchern der Spielercharaktere wobei bei jedem Spieleabend mindestens ein Spieler dies für seinen Charakter führt. Dies wird dann den anderen Charakteren zur Verfügung gestellt.

Soweit so gut. Das ginge auch per Email und einem DOC Dokument. Aber wenn man Verknüpfungen herstellen will, um auch später noch sehen zu können, wer dieser “Amando Laconda da Vanya” noch gleich ist, wird das nur schwer ausreichen. Möglichkeit hierfür klassischer Art wäre ein Worddokument eben mit allen Charakteren, denen die Spieler begegnet sind.

Naja, lange rede kurzer Sinn: Ich wollte was digitales, an dem alle mitarbeiten können, denn nur so können verschiedene Informationsfragmente und Dinge an die sich ein einzelner nicht mehr so gut erinnert zusammengetragen werden.

Meine erste Idee dabei war es auf das neue, hippe und moderne Google Wave zu setzen. Zwei meiner Mitspieler haben zwar noch keine Einladung, aber das würde schon werden. In den letzten Tagen sind mir aber Zweifel an diesem Vorgehen gekommen, denn Google Wave ist hierfür doch noch zu umständlich. Klar das Formatieren von Text ist dort schöner und einfacher, weil es an die bekannten Symbole aus Word erinnert und einen sehr guten WYSIWYG Editor inklusive Drag & Drop hat, aber für ein größeres Projekt ist das Anlegen von neuen Waves und die Verlinkung doch noch etwas umständlicher – weshalb ich wohl ein Wiki nutzen werde.

Wenn man überlegt, dass die Spieler sowieso ihren Bericht verfassen, geht es darum, wie sie daraus Querverbindungen herstellen können und Namen und Orte zu Seiten über diese verlinken können. Bei Google Wave muss dafür eine neue Wave angelegen werden, die zunächst auch allen Mitspielern zugänglich gemacht werden muss. Und diese neue Wave muss man dann per Drag’n Drop an die entsprechende Stelle des Tagebuches als Wave ziehen, um ein Link hinzubekommen – oder kompliziert einen Wave Code heraussuchen

Ein Wiki hingegen bedeutet, dass sie an den entsprechenden Stellen einfach vorher ein “[[“ und hinterher ein “]]” setzen und der Link existiert – und man sieht auch gleich, wo vielleicht noch Infos eingearbeitet werden müssen und welche Artikel fehlen. Die Erweiterbarkeit ist schneller und einfacher festgestellt. Und Formatierungssymbole sind auch nicht soo schwer herzuleiten. Nur mit Bildern sollen wir vielleicht etwas weniger arbeiten, aber ich denke dass wäre sowieso nicht Herzpunkt des Projekts.

Für größere und beliebig erweiterbare Projekte lohnt sich Wave damit m.E. nur sehr begrenzt bis garnicht. Ich muss zugeben, auch noch nicht in alle Tiefen von Wave eingedrungen sein, also wenn jemand noch gute Ratschläge hat, dann her damit, sonst werd ich mich daran machen, ein entsprechendes Wiki einzurichten.

Google Wave scheint damit noch kein Wiki-Ersatz und noch weniger das generelle Web-Werkzeug zu sein, wie von Google angekündigt, sondern erscheint mir momentan eben noch immer eher wie eine Mischung aus Chat und Forum und maximal für kollaboratives Arbeiten an einem Dokument – ein Grund, wieso ich schon länger nicht mehr wirklich auf der Welle geschwommen bin. Aber ich bin gespannt, wie es wird, wenn sie vielleicht richtig Fahrt aufnimmt :)

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