ArchivJuli 2009

1
Lego verliert Markenrecht
2
Meine Daten und ich
3
Flash Forward
4
Tagesabschluss
5
Youtube-Viral befeuert Plattenverkäufe einer Indie-Band
6
studiVZ und Twitter
7
Die Dienstreisen-Affäre(n)
8
Horst Schlämmer als Bundeskanzler
9
Statistiken die niemand braucht
10
Säulen der Erde

Lego verliert Markenrecht

imageAch was hat man als Kind immer aus diesen bunten Steinchen gebaut und auch später hatte man die Kiste – bis sie bei ebay landete – wieder rausgekramt, um Lego-Filmchen zu drehen. Lego hatte was für sich und in meinem Bekanntenkreis liegt der dänische Spielzeughersteller in der Gunst weit vor Playmobil. Aber es könnte nun Konkurrenz auf dem deutschen Markt geben. Das Patent für die Steine ist lange ausgelaufen, das Wettbewerbsrecht greift auch nicht mehr und nun hat der Bundesgerichtshof auch noch entschieden, dass es sich bei den Bausteinen nicht um eine “dreidimensionale Marke” handelte:

Auf die “Klemmnoppen” kann kein Markenschutz gewährt werden, da diese für eine technische Wirkung erforderlich sind, urteilten die Richter in Karlsruhe (Az.: I ZB 53/07, 55/07). Früher oder später müsse die Allgemeinheit jedoch Zugriff auf technische Funktionen erhalten. Der Schutz sei deshalb begrenzt.

In Zukunft werden demnach wohl auch Spielsteine von Megabrands aus Kanada oder Best-Lock aus Hongkong in den Spieleläden zu finden sein – und womöglich den Preis nach unten drücken. Eine Polizeistation kostet im Vergleich zum Lego Modell (da 94,99 Euro) weniger als 20 Euro, so der Zeit-Artikel über die neue Lego Konkurrenz. Dort gibt es auch eine nette Bildergalerie, was so aus Lego gebaut worden ist 😉

Foto von Craig Rodway unter CC-Lizenz

Meine Daten und ich

[Trigami-Anzeige]meinedatenundich 50 Wörter oder eine Twittermeldung soll ich über die DVD “Meine Daten und ich” schreiben, so der Auftrag von Trigami durch den ich diese DVD kostenlos im Postfach vorfand. Sorry, aber so kurz geht es dann doch nicht, vor allem weil das Thema Datenschutz sehr aktuell ist und die DVD damit wirklich notwendig in der aktuellen Diskussion ist. Außerdem erscheint der Film heute! Also direkt bestellen.

Aber worum geht es überhaupt? Die Seite zum Film sagt folgendes:

In “Meine Daten und ich” sucht Filmemacher Axel Ranisch im Stil von Michael Moore nach Antworten bei unterschiedlichen Politikern und Gruppierungen und erfährt, warum Kredite ohne Grund abgelehnt werden, Ämter manchmal mehr Daten sehen wollen, als sie dürfen und harmlose Informationen nur scheinbar harmlos sind.

Und der Trailer ist ebenfalls sehr gut gelungen:

Der Mensch mit der Linie ist übrigens der Filmemacher Axel Reinisch höchst persönlich. Oder sagen wir mal so, der fiktive Filmemacher. Produziert wurde der Film in Wirklichkeit von Philipp Eichholz und die Geschichte um Axel Reinisch ist mehr oder weniger fiktiv eingebaut. Das macht den Film einerseits sympatischer als eine einfache Doku, aber teilweise nehmen die Handlungen neben den Fragen des Datenschutzes doch für mich einen etwas zu großen Rahmen ein (insbesondere am Anfang). Außerdem verwirrt mich die Frage, wieviel von dem realen Filmemacher und Entstehungsprozess in dem fiktiven Stück verarbeitet wird, aber vielleicht ist dies ja genau so gewünscht.

Sei es drum. Im Prinzip geht es in dem Film ja um etwas ganz anderes: Datenschutz und Datensicherheit. Hier wird auch Axel Reinisch persönlich eingebunden, wenn er sich um einen Kredit oder Arbeitslosengeld 2 bemüht und entweder am Scoring oder den Wünschen der Arbeitsagentur im Bezug auf die Offenlegung der Kontoauszüge ((nicht rechtens)) scheitert. Ansonsten wird der Film in erster Linie durch Interviews mit Politikern wie dem stellvertretenden CDU Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Bosbach oder dem Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar getragen, die jeweils mit kurzen Auszügen gezeigt werden. Hinzu kommen noch Fachleute aus Gesellschaft und Wissenschaft, die die Aussagen abrunden.

Auch aktuelle Skandale tauchen in dem Film auf, ob nun Lidl oder die Telekom. Wobei mir da ein wenig die Einordnung fehlt: Bei der Telekom gab es was den Datenschutz angeht ja doch schon einige Skandale, da wäre nochmal gut gewesen, eine kurze Einleitung zu geben für diejenigen, die das damals – warum auch immer – nicht richtig mitbekommen haben oder sich einfach nicht erinnern können. Allgemein wären solche kurzen Einleitungen per lustigen Zeichentrick, wie er im Film ab und an genutzt wird, praktisch gewesen und sei es nur, um nochmal darzustellen, was Vorratsdatenspeicherung ist oder ähnliches. Schließlich sollen ja auch die sensibilisiert werden, denen das Thema vorher relativ egal war.

Trotz dieser kleinen Schwäche ein sehr informativer Film, der die Problematik des Datenschutzes und der Datensicherheit nochmal gut auf den Punkt bringt, grade weil verschiedene Maßnahmen auch hier einmal zusammengebracht werden und so in einen Kontext kommen, der dann am Ende doch noch einen kritischeren Blick auf die Frage werfen lässt was mit den eigenen Daten durch wen auch immer eigentlich passiert.

Wie schon gesagt: Die DVD erscheint heute, kostet auch nur 8,99 Euro und wird von mir hiermit ausdrücklich empfohlen. Und wer will, kann ja auch direkt hier bei Amazon.de bestellen – wohlwissend, dass die auch einige Daten von euch dabei sammeln und clustern 😀

Flash Forward

Vor einigen Tagen habe ich mich mit einer guten Freundin noch darüber unterhalten, dass wir in Deutschland doch schon ziemlich davon abhängen, was an Serien auf dem US-Markt Erfolg hat oder eben nicht. Naja, mehr oder weniger jedenfalls. “My Name is Earl” zum Beispiel hat in den USA bereits vier Staffeln, wurde von RTL hier aber bereits nach einem Monat abgesetzt. Naja, dennoch: Im Bezug auf erfolgreiche Serien hängt man eben doch von den USA ab, deutsche Produktionen sind in der Regel nicht so der riesige Knüller. Umso gespannt kann man deshalb – wie Daniel Gebauer – auf die Serienstarts in den USA nach der Sommerpause gucken. Von der neuen Staffel Dr. House mal abgesehen fand ich aber auch das Konzept von Flash Forward sehr interessant:

Flash Forward ist die wahrscheinlich vielversprechenste neue Serie in diesem Herbst. (…) In Flash Forward geht es darum, dass alle 6 Milliarden Menschen auf der Welt gleichzeitig einen “Blackout” von 2 Minuten und 17 Sekunden haben. Die meisten haben in der Zeit eine Vision ihrer Zukunft vom 29.April 2010. Einige haben keine Vision. Was hat das nun alles zu bedeuten? Wird die Zukunft, die prophezeit wurde auch eintreffen?

Ich bin mal gespannt. Aber wer weiss, wann soetwas seinen Weg nach Deutschland findet…

Tagesabschluss

Mit diesem Liedchen bin ich heute morgen geweckt worden und darum gibt es das heute auch mal zum Tagesabschluss. John Farnham – You’re the voice:

Keine Angst, es gibt nicht täglich ein reines Musikvideo 😀

Youtube-Viral befeuert Plattenverkäufe einer Indie-Band

Die Musikindustrie kämpft engagiert gegen Musikvideos bei YouTube, dabei gibt es doch Gegenbeispiele, wie solche Videos den Verkauf von Musik noch verstärkt:

So, instead of demanding that YouTube pull the video, the band posted a response to the ‘Kuroshio Sea’ video on the site, thanking their new found fans and the uploader who posted the original video.

“We’re so flattered to learn that it features one of our songs called Please Don’t Go,” Barcelona’s lead singer Brian Fennell says in the video response.

“We want to let you know that it’s been affirming in the last week to watch in the iTunes store a correlation with the sales of our record ‘Absolutes’, growing in the rock charts as a result of having the song placed in the video,” drummer Rhett Stonelake added.

mehr bei nerdcore.de

studiVZ und Twitter

image Einige Freunde bei studiVZ werden mich wohl in nächster Zeit zur Nervensäge erklären. Zumindest beim “Buschfunk”, dem Tool bei dem Netzwerk, wo man auf die Frage Antwortet, was mach grade so tut. Da ich das sowieso schon immer bei Twitter tue, hatte ich keinen Sinn darin gesehen, das nochmal beim studiVZ zu tun. Facebook importiert die Daten ja schon länger und – was weiterhin noch ein Vorsprung ist – bietet auch eine direkte Diskussion zu dem jeweiligen Thema. Ich hatte davon ja hier schon berichtet. Aber immerhin gibt es bei studiVZ nun auch meine Meldungen zum nachlesen. Zur Diskussion müssten dann die Pinnwände herhalten. Ansonsten sei gesagt, dass man neben belanglosen Informationen in meinem Twitter-Stream sicher auch mal den ein oder anderen interessanten Link finden dürfte – ist dies doch das interessanteste für mich bei Twitter. Man stößt eben darüber auf manchen guten Artikel 🙂 Also vielleicht verhindert es ja eben das, dass ich als Nervensäge abgestempelt werde – und wenn doch ist es eben so 😉

Die Dienstreisen-Affäre(n)

Regelmäßig, gerne im Sommerloch oder eben der Urlaubszeit, werden Privatfahrten mit Dienstwagen oder andere Dinge herausgekramt, bei dem sich der Politiker angeblich auf Staatskosten bereichern. Zugegeben, das neuste Vorgehen von Ulla Schmidt, die den Wagen im Urlaub in Spanien nutzte und sich dort stehlen lies, ist wahrscheinlich die weitmöglichste Ausnutzung der Richtlinien für Dienstwagen. Dennoch: Juristisch ist das korrekt. Ob es schlau war, eine ganz andere Sache, denn dieses Vorgehen schürrt eben die Verdrossenheit über Politiker. Heribert Prantl hat hierzu einen guten Kommentar in der Süddeutschen Zeitung geschrieben, bei der er grade diese moralische Schuld betont. Aber mehr als das:

Es gibt eine merkwürdige Schizophrenie des demokratischen Souveräns in Deutschland: Er erwartet von der Politik alles – und er misstraut ihrem Personal zutiefst. Die deutsche Grundverachtung gegen Politiker ist auch deswegen gefährlich, weil sie immer wieder billige Argumente dafür findet, genau diese Verachtung zu begründen.

Die öffentliche Erregung über vergleichsweise lächerliche Vortrags- und Buchhonorare, über angeblich private Dienstwagen-Fahrten und über die private Nutzung von Flug-Freimeilen ist hierzulande so groß, wie sie wirklichen Skandalen angemessen wäre – und wie man sie über den Fall Berlusconi in Italien wünschen würde. Die Italiener haben eine frivol-abgeklärte Art, mit der sexuellen Äffäritis ihres Regierungschefs umzugehen; in Deutschland dagegen gibt es eine frivol-scheinheilige Erwartungshaltung an die Politiker, so integer zu sein wie Mutter Teresa. Demokratieschädlich ist beides.

Die Ministerin Ulla Schmidt mag sich auf den Satz berufen, dass ein Minister, dass eine Ministerin immer im Dienst ist. Damit hat sie sogar recht. Ein Minister ist immer im Dienst: Das gehört ja auch zur Erwartungshaltung der Öffentlichkeit; andererseits gehört aber das Wissen um die Hyper-Sensibilitäten dieser Öffentlichkeit zum kleinen Einmaleins der Politik. Es sind viel mehr Politiker über kleine und kleinste Affären gestolpert als über große Skandale.

Wenn man sich überlegt, wie Roland Koch trotz Spendenskandal sich irgendwie durchwuseln konnte, ist schon interessant. Dagegen ist ein Dienstwagen wirklich harmlos. Aber ich persönlich halte manche Aufregung wirklich etwas übertrieben. In den USA wird der Flug des Präsidenten ins Wochenende mit dem Helikopter fast zelebriert und hier ist alles dergleichen gleich eine Staatsaffäre.

50hz hatte grade einen Artikel geschrieben, der das aussagt, was ich jetzt schreiben wollte:

Hätte Ulla Schmidt einen entsprechenden Job in der freien Wirtschaft, würde sie nicht nur besser bezahlt, es wäre zudem eine pure Selbstverständlichkeit, ihr den ihrer Arbeitsweise am besten entsprechenden dienstlichen Komfort auch im Urlaub zu gewähren. Wenn das nichts weiter als ihr Dienstwagen mit Fahrer ist. Bitteschön. Das steht ihr zu. Dafür zahle ich gerne Steuern.

Sehe ich ähnlich. Auch wenn den populistischem Zeitgeist entgegensteht.

Horst Schlämmer als Bundeskanzler

Als kleine Meldung nach wieder viel zu viel Arbeit am Abend noch der Trailer zu der Kandidatur von Horst Schlämmer als Bundeskanzler… oder dem Film dazu. Wie auch immer, viel Spaß 😉

Statistiken die niemand braucht

Manchmal werden Daten gesammelt oder erhoben, die man wirklich nicht braucht. Heute in der Süddeutschen bin ich jedenfalls über eine Umfrage über das Sexualverhalten in Beziehung zu den Parteien gestoßen. Das Sozialforschungsinstitut Gewis befragte dabei im Auftrag der Zeitung “Cicero” 1254 Männer und Frauen zwischen 16 und 60 Jahren. Die Ergebnisse in Kurzform:

Weiterlesen

Säulen der Erde

Säulen der ErdeKen Follets “Säulen der Erde” gilt ja durchaus als Beststeller. Dennoch hatte ich lange Zeit kein gesteigertes Interesse an einem Buch, bei dem es um den Bau einer Kathedrale gehen sollte. Es lockte mich einfach nicht. Vor kurzem landete es im Rahmen einer Rabattaktion dann doch in meinem Einkaufskorb und ich muss sagen, dass ich es nicht bereue – im Gegenteil.

Das Buch ist schon ein Machtwerk von 1.150 Seiten und die Tatsache, dass ich es doch in weniger als 14 Tagen durch hatte spricht – bei meinem sonstigen Leseverhalten – durchaus für sich. Es kommt selten vor, dass ich einen Roman abgesehen von der Fahrt mit der Bahn oder zum Tagesabschluss im Bett nochmal zu Hand nehme, aber bei “Säulen der Erde” war es so. Ob nun morgens noch einige Seiten oder am Tag einfach mal so. Das Buch bietet sich dafür aufgrund von kleineren Unterkapiteln oder Abschnitten auch sehr gut an, einfach mal 2-3 Seiten weiterzulesen – oder dann einfach nicht mehr aufzuhören. Weiterlesen