ArchivApril 2009

1
X-Box 360 vs. PS3 vs. Wii
2
Die DDR war eine Diktatur!
3
Religion oder Ethik
4
Online-Demo gegen Sperrung von Internetseiten
5
Mehr als 1.000 Gewalttaten und 2 Tote durch Rechtsextreme
6
FATE als universelles Rollenspielsystem – oder: System matters
7
Einige Worte zur Internetzensur
8
Töchter führen zum Linksruck in der Familie
9
NPD und die Presse
10
Wahlkampfeinblicke

X-Box 360 vs. PS3 vs. Wii

Der gute alte Konsolenkampf: Was ist besser die PlayStation 3 von Sony, Microsofts X-Box 360 oder doch Nintendos Wii. Jeder hat seine Meinung dazu und ich habe meine Präferenz auch neben dem Fernsehen stehen, aber dieser Streit kann eben auch zu Kreativität und kleinen Fan-Filmchen sorgen. Eine Liste der 10 besten findet sich bei Zehn.de und dort hat die Wii jedenfalls die Nase vorne. Hier direkt zwei davon:

Hi, I’m a Wii

Shii – The Wii for Women

Zugegeben etwas naja… geschlechtsspezifisch und zum Ende hin etwas schlüpfrig, aber guckt es euch selber an…ich habe euch ja gewarnt 😀

So, eine Kaufempfehlung gibt es nicht mehr – das erledigt der Elektromarkt eures Vertrauens 🙂

Die DDR war eine Diktatur!

Bei Anne Will wird heute abend für mich etwas befremdlich über die Frage diskutiert, ob die DDR wirklich eine Diktatur sei. Also, dass zu bezweifeln halte ich für einen ziemlichen Unsinn: Wo man seine Meinung nicht vollkommen und überall frei äußern konnte oder ausreisen konnte, kann man doch nicht anfangen darüber zu zweifeln, ob es eine Diktatur war. Ob nun der Begriff Unrechtsstaat dann noch dazu kommt, ist dann nur noch eine Detaildiskussion, wobei ich mir nicht wirklich vorstellen kann, wie man die DDR nicht so bezeichnen will.

Und klar: Nicht alle Menschen in der DDR hatten unter dem Regime zu leiden oder unterstützen dies. Viele hatten in der DDR sicher ein erfülltes und glückliches Leben und der Alltag war für viele damit sicher kein Problem – vielleicht erscheint es sogar angenehmer als das Leben nun in der Bundesrepublik.

Aber welche Bedeutung hat dies denn für die Bewertung des Staatssystems? Ist ein Staat weniger diktatorisch, weil er jedem eine Arbeit bietet oder ein besseres Sozialsystem hat? Wohl kaum. Freiheit findet sich natürlich auch im Sozialsystem und ich finde, dass in industriellen Nationen zur Freiheit auch eine Grundversorgung mit Kultur gehört, aber wenn dazu nicht die Grundfreiheiten wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit oder eben die Wahl der eigenen Regierung gehören, ist ein gutes Sozialsystem nicht mehr als Brot und Spiele, um einen sozialen Frieden zu wahren.

Ich halte dementsprechend auch nicht viel davon, dass man – wie Thierse es in der Diskussion wohl forderte ((zumindest hatte ich ihn so verstanden)) – gleichzeitig mit der Bezeichnung der DDR als Diktatur auch das Lebenswerk der Menschen dort schützt. Ich finde das sind wie gesagt zwei Paar Schuhe. Wenn man das Dritte Reich als Dikatur bezeichnet, erwähnt man ja auch nicht gleichzeitig, dass nicht alle Menschen in der Zeit Nazis waren und am Massenmord beteiligt waren, sondern viele sich auch einfach mit der Situation arrangiert und ihr Leben gelebt haben. Sowas ist selbstverständlich und die Aussage, dass das Dritte Reich auch seine Guten Seiten hätte, ist ebenso unnutzbar. Völlig klar: Der Vergleich hinkt, Diktatur ist nicht gleich Diktatur und sowohl der Schrecken als auch der innerstaatliche Eingriff in das Leben war in den 12 Jahren unter den Nationalsozialisten gravierender, als in den 40 Jahren der DDR, aber dennoch relativieren solche Aussagen auf die DDR angewendet dieses Regime deutlich.

Ebenso im übrigen auch wie eine Verherrlichung deren Symbolen als Ostalgie. Also zum Beispiel das Hotel, welches dort gezeigt wurde im alten DDR Stil. An den Wänden sind Bilder von Honecker oder als Tischdekoration Schildchen der Freien Deutschen Jugend zu finden. Also einem Menschen, der für viele Tote an der innerdeutschen Mauer verantwortlich und mehrere Tausende, die für ihre Meinung eingesperrt wurden, und die Insignien einer Organisation die für die politische Gehirnwäsche von Jugendlichen genutzt wurde.

Klar, vielleicht sehe ich das mit dem Auge eines Westlers und ich spitze hier im Artikel ich etwas zu, aber nach dieser Diskussion musste der ein oder andere Gedanke einfach mal raus 🙂 Und – das war ja das erste Skurrile der Diskussion vorhin – am Beginn wurde doch glatt gesagt, Wessis könnten kaum darüber reden, weil sie die Erfahrung nicht hätten. Also mal abgesehen von dem “Miteinander reden”, was dort ja auch immer betont wurde, frage ich mich, ob man dann auch nur über den Nationalsozialismus oder was weiss ich, die Diktatur im Irak reden dürfte, wenn man das alles miterlebt hätte. Nun mit diesem Beitrag habe ich mich darum ja nicht gescherrt 🙂

Religion oder Ethik

Als ich am Freitag in Berlin ankam, hingen hier auch einige Wahlplakate und – da in Gelsenkirchen ja auch bereits gehängt wurde – dachte ich mir nicht viel dabei. Nur die komische Botschaft, dass Religion Privatsache sei, wie auf Plakaten der LINKEN angegeben, passte für mich nicht wirklich zu Europa – aber nun gut. Aber als dann auf einem der 26.4. April stand und die TAZ Berlin während einer ruhigen Minute am erlassjahr Stand gelesen wurde, was klar worum es geht: Am heutigen Sonntag können die Berliner entscheiden, ob es wieder regulären Religionsunterricht an den Schulen geben soll oder weiterhin für alle das Fach “Ethik” gelten soll. Auf den konkreten Volksentscheid will ich jetzt nicht eingehen, für die Auswirkungen mag dieser Artikel in der Berliner Morgenpost reichen, aber ein paar Gedanken dazu habe ich natürlich dennoch 😉 Weiterlesen

Online-Demo gegen Sperrung von Internetseiten

Unter dem Motto “Von Laien regiert” streikt spreeblick.com heute. Hintergrund ist die Einbringung des Gesetzes, welches die Internetsperren für das Internet rechtlich untermauern soll.

spreeblickdemo

Ich hatte es hier ja schon genauer erläutert, wieso ich dieses Vorgehen für unsinnig halte, später wird es auf Grünes Gelsenkirchen auch noch einen Artikel geben, aber nochmal zusammengefasst: Ich halte nicht viel von intransparenten Sperrlisten und noch weniger davon, dass man so die Augen verschließt, anstatt Kinderschänder strafrechtlich zu verfolgen. Hier nochmal die wesentlichen Sätze aus der Streik- / Demoerklärung:

Wir fordern die Bundesregierung auf, die durch die Listen offensichtlich bekannten illegalen Websites zu schließen und ihre Urheber bzw. Betreiber strafrechtlich zu verfolgen. Wir lehnen Internetsperren ab, die ob ihrer Intransparenz und technischen Zweifelhaftigkeit eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland sein könnten. Wir fühlen uns durch die von Fachleuten wiederholt in Frage gestellten Zahlen und Fakten, die das Familienministerium kommuniziert, als wählende Bürger belogen.

Also ab und ebenfalls euer Kreuzchen machen 🙂

Mehr als 1.000 Gewalttaten und 2 Tote durch Rechtsextreme

Der Bericht des Bundeskriminalamtes für politisch motivierte Straftaten sieht fast 20.500 rechtsextreme Straftaten vor, darunter mehr als 1.000 Gewaltdelikte und zwei Tote. In den Jahren 2007 und 2008 hatte es zudem 667 Waffenfunde in der Szene gegeben. Damit ist nach den endgültigen Zahlen leider abermals ein Anstieg festzustellen:

image

(Quellen: NPD-Blog.info I und II)

FATE als universelles Rollenspielsystem – oder: System matters

Gestern haben wir zum dritten und vorerst letzten Mal FATE gespielt. So ist das eben, wenn man eine Minikampagne abgeschlossen hat und das Flugzeug in letzter Sekunde von der deutschen Ausgrabungsstätte gestartet hat, bevor der Panzer dann doch tötlich tritt. In nächster Zeit wird wohl mehr D&D in der 4ten Edition gespielt – oder FATE in den Vergessenen Reichen? Weiterlesen

Einige Worte zur Internetzensur

In der Blogospähre ist viel, viel über die Sperre von Internetseiten geschrieben worden, mit der  Internetanbieter aufgrund einer Liste des BKA und freiwilliger Vereinbarung den Zugriff auf Seiten mit kinderpornographischen Inhalten blockieren. Welche Anbieter sich beteiligen kann man hier nachlesen. Nun, grundsätzlich mag man auf den ersten Blick sagen, dass nicht viel dagegen spricht solche Seiten zu sperren.

Tut es aber doch und zwar aus zwei Gründen. Eigentlich drei, wenn man die Tatsache hinzu zieht, dass es unmöglich ist eine solche Sperre technisch aufrecht zu halten und man sie recht einfach umgehen könnte. Ein Artikel in der c’t zeigt dies eindeutig ((vielen Dank an meinen Vater für den Hinweis)). Und mal ehrlich: Ein Zufallsfund sind Seiten mit Kinderpornos nicht im Netz. Wer da drauf will, würde sich auch nicht von einem größeren Aufwand abhalten lassen.

Größeren Aufwand will die Bundesregierung dagegen nicht betreiben und das kritisiert beispielsweise auch Christian Bahls, der als Missbrauchsopfer in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung aktiv gegen die Politik zu werben:

Weil er [der Plan von von der Leyen] Kinderpornografie nicht bekämpft. Da ist irgendwo im Internet ein Missbrauch dokumentiert und die Bundesregierung schaut weg. Und sagt uns Bürgern, wir sollen auch wegschauen. Was noch viel krasser ist: Es werden zwischen den Staaten nur die Sperrlisten für die Filter ausgetauscht. Doch niemand bekämpft in seinem eigenen Land die Server, auf denen die Inhalte lagern. Wenn die zu den 1.500 Adressen gehörenden Server in den USA, Holland, Kanada und Deutschland dicht gemacht würden, die derzeit existieren, wären 90 Prozent der weltweit mit einem Browser erreichbaren Kinderpornografie nicht mehr verfügbar.

Und dass ein aktives Vorgehen gegen solche Seiten unproblematisch ist, kann man ebenfalls im c’t Artikel nachlesen. Dort wird von der Kinderschutzorganisation Carechild berichtet, die 20 Emails an die Provider ((Speicherplatzanbieter)) der im Internet aufgetauchten dänischen Sperrliste geschickt haben. Innerhalb von 24 Stunden waren 16 Adressen nicht mehr abrufbar. Bei dreien hatte sich der Provider wohl glaubhaft über Inhalt und Alter der Personen erkundigt und Nachweise eingeholt.

Wenn man also wirklich etwas gegen Kinderpornographie im Netz tun wollte, würde die Bundesregierung gegen Server in Deutschland vorgehen oder eben mit anderen Staaten zusammenarbeiten. Die Analyse skandinavischer Sperrlisten hatte ergeben, dass sich 96 Prozent der Server in westlichen Staaten befinden.

Tja, das Fazit hierfür? Das Vorgehen der Regierung hilft keinem einzelnen Kind. Es lenkt ab und lässt einen Beruhigen, aber ist eben nicht mehr als Wegschauen. Wenn man das Verbrechen nicht mehr sehen kann existiert es noch immer. Also liebe Frau von der Leyen: Finger weg vom Internet und lieber wirklich die Kinderschänder jagen.

Denn das ist das Problem bei der ganzen Sperre: Es ist der Einstieg in Internetzensur. Wie gesagt: Kinderpornos wird niemand vermissen, aber wer weiss, was noch alles auf dieser Liste landet – ob nun absichtlich oder als Fehler – und damit für den Internetnutzer gesperrt wird. Währt den Anfängen muss man hier wohl auch sagen.

Töchter führen zum Linksruck in der Familie

Es gibt wahrscheinlich einige Themen, bei denen das Interesse bei Sozialwissenschaftlern etwas ausgeprägter ist, als bei dem übrigen Teil der Bevölkerung. Der Zeitungsartikel, dass Töchter die Eltern politisch eher nach Links, Jungen eher nach Rechts ((im Sinne von Konservativ)) abrücken lassen, gab im Freundeskreis jedenfalls eher die “Wo ist der Bus?” Antwort. Tja, und somit muss sich die große Blogosphäre mit dieser Information herumschlagen ((bei anderer Reaktion wahrscheinlich auch)) 🙂

Nun so haben Forscher jedenfalls nach Studien in Deutschland und Großbritannien herausgefunden, dass die Geburt einer Tochter die Möglichkeit von links stehenden Eltern um zwei Prozent erhöht, während dies bei Söhnen umgekehrt ist. Amerikanische Soziologen hatten im Vorfeld bereits rausgefunden, dass Abgeordnete sich nach der Geburt einer Tochter in moralisch aufgeladenen Diskussionen eher einer “feministischeren” Position annähernden – beispielsweise bei der Frage der Abtreibung.

Die Hintergründe vermuten die Forscher ebenso wie bei unterschiedlichem Wahlverhalten – 2005 stimmten beispielsweise 44,3 Prozent der Frauen für rot-grün, aber nur 40,2 Prozent der Männer – in unterschiedlichen Lebenssituationen:

“Männer, die im Regelfall besser verdienen, interessieren sich mehr für niedrige Steuersätze, die meist konservative Parteien fordern. Frauen hingegen richten ihre Wahlentscheidung stärker an Themen wie dem Sozialstaat oder der Familienpolitik aus – hier engagieren sich eher Parteien der Linken”

Im Bezug auf die Kinder wird also davon ausgegangen, dass Väter sich bei der Geburt der Tochter in die weibliche Position eindenken und dann die Höhe der Steuern vielleicht eine geringere Rolle spielt, während eine Mutter durch die Geburt eines Sohnes in die andere Richtung bewegt werden könnte.

Parteipolitisch ist dies aber wohl kaum nutzbar, werden doch gleichviele Jungen wie Mädchen geboren, allenfalls – so spekuliert der Artikel zum Ende – durch Fotos mit dem eher den anderen Lager zugehörigen Kindern könnte ein anderer Eindruck erzeugt werden.

Interessante Nebeninformation: Eine gefestigte politische Sichtweise im Elternhaus erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder diese annehmen um 20 Prozent. Was mich nur noch interessiert: Wie hoch ist die Grundwahrscheinlichkeit oder wie ist es im anderen Fall? Immerhin haben die zwei Söhne im Hause Jedamzik doch eine ziemlich eindeutige politische Präferenz 🙂

Wahlkampfeinblicke

Bei Grünes Gelsenkirchen habe ich nun mit einer kleinen Reihe begonnen, die einen Einblick hinter die Kulissen eines Wahlkampf bieten soll – nichts streng geheimes natürlich, aber vielleicht für den ein oder anderen Interessant. Und wo ich schon bei Grünkram bin noch der Hinweis auf einen Artikel zur Stromversorgung in Gelsenkirchen. Ansonsten habe ich mir heute Necessary Evil für Savage World gekauft, aber darüber irgendwann mehr. Jetzt noch eine Folge Dr. House und dann wird geschlafen 🙂