Archiv1. Februar 2009

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Discounter und Arbeitnehmerrechte
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Super Bowl XLIII

Discounter und Arbeitnehmerrechte

Heute im Tatort ging es um Discounter und die Arbeitsbedingungen in diesem Handelssegment. Ziemlich drastisch aber – wie es bei Anne Will von einer Betriebsrätin bei Lidl dargestellt – durchaus realistisch wurde deutlich, unter welchem Druck die Menschen dort zu arbeiten haben und wie schnell man den Job los ist, wenn man dann überlegt mal einen Betriebsrat zu gründen. Ich will jetzt nicht im Detail darstellen, wie die Bedingungen sind, beispielsweise kann man dies bei der LIDL Kampagne von verdi nachlesen. Aber dennoch einfach mal eine Zahl: Von 3.000 Lidl-Filialen haben nur sieben einen Betriebsrat.

Stattdessen mal zu zwei Dingen: Zum einen zu dem Hinweis, dass die Menschen ja da kaufen würden. Und bei Anne Will gab es dann auch gleich einige Leute, die interviewed wurden und – trotz offensichtlichen gutem Einkommen –  dort einkauften und sogar eher gleichgültig die Situation der Arbeitnehmer in Kauf nahmen. Diese hätten ja studieren können oder man müsse eben auch solche unteren Schichten haben. Anders als zynisch kann man das nicht nennen. Aber es wird mit der Frage an sich auch das System legitimiert. Die Frage ist doch: Wieso soll wieder der Verbraucher die Fehler ausbügeln, die die Politik zu regeln hat? Es ist doch nicht Aufgabe des Verbrauchers – der zu Recht ein Interesse daran hat, möglichst günstig einzukaufen – für vernünftige Arbeitnehmerbedingungen zu sorgen – selbst wenn er daran natürlich ein Interesse daran haben kann uns sein Einkaufsverhalten daran orientieren kann. Hauptaufgabe ist es doch, dass die Politik dafür sorgt, dass alle Menschen zu würdigen Bedingungen arbeiten können, ohne Repressionen ausgesetzt zu werden.

Aber noch eins fand ich interessant: Es interessiert nur selten jemanden, wie die Arbeitsbedingungen sind. Zum einen die Verbraucher, die günstig einkaufen wollen, aber vor allem auch nicht die Politik. Gucken wir doch mal, wann die Arbeitsbedingungen bei Lidl zu einem Thema wurden: Erst als bekannt wurde, dass dieser Discounter seine Angestellten gezielt bespitzelt, regte sich Widerstand und mediales Interesse. Die Umsätze brachen offensichtlich ein und es änderte sich was. Aber offensichtlich waren die vorherigen Zustände – beispielsweise auch bei Schlecker wo teilweise nur eine Person alleine den Laden schmeißen soll – eben nicht schlimm genug für eine mediale Skandalisierung. Auch Kampagnen von verdi und attac half da nicht und wenn man es ganz ernst nimmt bedeutet dies nichts anderes als, dass soetwas eben völlig normal oder in unserem Wirtschaftssystem eben nicht schlimm genug ist, um öffentlichen Aufruhr zu erregen. Eben weder bei Politik, Medien und damit auch nicht in der Gesellschaft.

Und ob dieser Tatort daran was ändert, darf bezweifelt werden. In Zeiten von vier Millionen Arbeitslosen ist und bleibt das Argument der Kündigung eben zu mächtig. Es profitiert eben niemand so gut von diesem Stand der Arbeitslosigkeit, wie die Arbeitgeber. Ein wichtiger Bestandteil ist es dieses Drohpotential zu entschärfen, beispielsweise mit einem bedingungslosen Grundeinkommen.

Super Bowl XLIII

imageHeute Nacht ist es wieder so weit: Zum 43. mal treffen die besten Football-Mannschaften der NFL aufeinander, um dabei die Meisterschaft zu entscheiden. Seitdem ich vor einigen Jahren zufällig nachts hineinzappte und mir die recht einfachen Regeln nach und nach verstand, fasziniert mich dieses Spiel und so freue ich mich jedes Jahr darauf. So eben auch heute. Es ist nicht so, dass ich mich wirklich mit den Mannschaften auskenne, sondern ich wähle eben eher spontan meine “Wunschmannschaft” für diesen Abend aus. Letztes Jahr waren es die New York Gigants, die ich unterstütze, weil ich ja schonmal in New York war. Und dieses Jahr ist es genauso skurril. Es image treten die Pittsburgh Steelers gegen die Arizona Cardinals an. Und meine Entscheidung fällt auf die Arizona Cardinals. Zwar gelten die Gegner aus Pittsburgh als Favorit, aber das Logo der Cardinals gefällt mir einfach besser. Und damit steht schon fest, wem ich heute abend die Daumen drücke. Aber vor allem hoffe ich auf ein spannendes Spiel, denn ich mag Football, weil es immer Action hat und ein ständiger Druck existiert auch weiter zu kommen. Ein Spiel im Mittelfeld über Ewigkeiten, wie man es beim Fußball ja gerne mal sehen kann, gibt es da kaum – schaffst du es bei drei Versuchen nicht 10 Yards weiter zu kommen, ist der Gegner dran. so grob die Regel. Ob es dieses Jahr auch so gut aus geht, wie im letzten Jahr, als die New York Gigants am Ende knapp gewannen ist dabei fast nebensächlich.