ArchivDezember 2008

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Einmal Chips mit Döner bitte…
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The Guild
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Artikel auf Grünes Gelsenkirchen
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Wusstest du das?
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Todesstrafendiskussion
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“Dinge erfahren, von denen man nicht mal wusste, dass man sie nicht wissen will” oder: Galileo

Einmal Chips mit Döner bitte…

imageKurz vor Weihnachten wurde für die Feiertage noch eingekauft und dabei brachte mich Katha ((die eigentlich auch ein Blog hat, aber dort außer Hallo Welt nichts stehen hat 🙂 ))auf nebenstehende Tüte mit Knabberspaß, die im “Döner mit alles” Geschmack sein soll. Naja, da man jeden Kram auch mal ausprobiert, habe ich diese Tüte eingepackt und Katha versprochen dazu zu Bloggen. Naja, und als Auftakt zu wieder regelmäßigerem Bloggen nun ein “Testergebnis”. Also nach dem Öffnen der “Schutzatmosphäre” kann man durchaus einen Geruch vernehmen, der ein wenig an den Döner erinnert. Und auch die “krachwürzigen Kartoffelchips” können vereinzelt eine ähnliche Erinnerung wachrufen. Aber das war es dann auch. Der Inhalt schmeckt eben weder nach Döner und dann  sind sie noch zu würzig, um als Chips durchzugehen. Also meine Einschätzung: Wer einen Döner essen will, soll sich einen Döner kaufen und wer Chips will, soll zu vernünftigen greifen. Eins der “größten Problem der Menschheit der Menschheit” – so der Werbetext (s.u.) – ist damit noch immer nicht gelöst. Aber es ist auch keins. Und “voll krass” schmecken diese Chips nun auch nicht – eher mäßig.

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Nach einem längeren Durchhänger im Bloggen will ich nun wieder verstärkter einsteigen und wieder disziplinierter Bloggen. In den nächsten Tagen werde ich so meine alte Reihe über den Kalten Krieg wieder aufgreifen und ein Video-Podcast ist auch in Überlegung. Zum Einstieg aber erstmal dieses Versprechen vom Einkauf 😉

The Guild

Als ich vor einigen Tagen mal wieder durch den XBox Videomarktplatz stöberte kam ich auf “The Guild”, eine kleine Miniserie über die Spieler einer Online-Rollenspielgilde. Jede Folge dauert rund 3-7 Minuten und über bisher 10 Folgen in der ersten und 2 in der jetzt gestarteten zweiten Staffel spannt sich so eine amüsante Geschichte. Wikipedia beschreibt den Inhalt so:

Die Serie dokumentiert das Leben von Codex, die Heilerin der Knights of Good, die versucht ein normales Leben zu führen, nachdem einer ihrer Gildenkollegen vor ihrer Tür auftaucht.

Wobei m.E. normales Leben etwas relativ ist, denn irgendwie haben die alle eine kleine Macke, so wie Clara die Mutter die ihren Kindern mitten im Kampf ein Buch vorliest und dabei natürlich auch gerne Spielbegriffe integriert. Oder der Gildenmeister Vork, der sich hinter Regeln verkriecht und den das erste reale Treffen der Gilde as dem Rahmen wirft, weil er ja ein Essen bezahlen muss.

Hier die erste Folge als YouTube:

Leider habe ich die Folge nicht untertitelt gefunden, wie sie im XBox Videomarkt eingestellt sind, so müssen also ein wenig Englischkenntnisse vorhanden sind. Wenn jemand die im Netz untertitelt gesehen hat, freue ich mich über Ergänzung per Kommentar.

Artikel auf Grünes Gelsenkirchen

Zwei neue Artikel von mir könnt ihr auf dem Grünen Blog nachlesen und natürlich gerne kommentieren. Zum einen geht es um etwas ganz lokales, nämlich um ein Flugblatt von Pro NRW gegen einen Moscheebau in Gelsenkirchen, zum anderen um die morgige LDK. Zweites ist damit eher eine Ankündigung, denn morgen werde ich von 8 bis mindestens 22 Uhr unterwegs sein und in Krefeld am Landesparteitag der Grünen teilnehmen. Bei diesem wird die Liste für die Bundestagswahl zusammengestellt und Robert Zion aus Gelsenkirchen will sich auf einem aussichtsreichen Platz bewerben. Naja, und auf Grünes Gelsenkirchen könnt ihr eben die Ergebnisse verfolgen 😉 Hier noch das “Wahlkampfvideo” von Robert und später mehr von mir 🙂

Todesstrafendiskussion

Nach dem durchaus ansehlichen Film Mogadischu gestern im Fernsehen zur Flugzeugentführung der Landshut 1977 gab es die etwas skurrile Diskussion bei Anne Will. Der Co-Pilot der Maschine Jürgen Vietor damals hatte nämlich in Bezug auf die Entlassung von Christian Klar sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Das mag man als Opfer durchaus nachvollziehen können und vielleicht – wenn auch schwieriger – die gleiche Position des GSG9 Kommandeurs Ulrich Wegener. Einen seltsamen Beigeschmack bekam die Diskussion dann aber, als Peter Scholl-Latour seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Fall Christian Klar dadurch zum Ausdruck brachte, dass er – so es die Gesetze vorsehen würden – auch nichts gegen die Todesstrafe für den ehemaligen Topterroristen der RAF einzuwänden hatte. Kein Plädoyer für die Todesstrafe, aber eine Steilvorlage für Vietor, der daraufhin meinte:

“Todesstrafe ist human. Da machts einmal Peng und dann ist die Sache erledigt.” Und an anderer Stelle: „Denken Sie doch mal an die Opfer. Die leiden ihr Leben lang. Und der Täter kommt frei. Der soll solange leiden wie die Opfer, nämlich bis sie tot sind.“ ((Zitiert nach TV…und so bzw. Spreeblick))

Der ehemalige Innenminister Gerhard Baum hatte es in dieser Diskussion nicht leicht, die Position des Grundgesetzes dagegen zu halten. Das Verfassungsgericht hatte festgestellt, dass zur Menschenwürde auch die Aussicht gehört jemals wieder frei zu kommen. Außerdem sei Grundlage des Staatssystems eben nicht die Rache, sondern die Bestrafung des Täters. Eine längere Ausführung findet man auch bei Spreeblick.

Dort und auch im Blog zur Sendung überschlagen sich die Diskussionsbeiträge, die hierzu eine andere Auffassung haben. Es fällt nunmal einfach schwer denjenigen, die von Menschenwürde nicht viel gehalten haben und Menschen wie Vieh behandelt haben, diese Menschenwürde zuzugestehen. Aber der Staat und damit die Gesellschaft kann m.E. nicht hinter diese Grundlage zurückfallen. Egal was ein Mensch getan hat, er ist und bleibt ein Mensch. Das bedeutet nicht, dass man ihm vergibt, dass man richtig findet, was er tut oder sein Handeln verharmlost. Und solange ein Mensch eine Gefahr für seine Umwelt ist, muss er auch im Gefängnis bleiben, was angesichts von Sicherheitsverwahrung auch kein Problem darstellt.

Eine andere Position des Staates würde die Achtung vor menschlichem Leben und damit eine der Grundpfeiler dieser Gesellschaft aufweichen. Ob nun bei Terroristen, Sexualstraftätern oder bestialischen Mödern: Wenn man Anfängt bestimmten Menschen das Menschsein abzusprechen gerät etwas auf die falsche Bahn.

Über die Todesstrafe als unwirksames und auch unmenschliches Mittel der Bestrafung hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben, und bei der wirklich lebenslangen Haft wäre es doch nichts anderes. Ewiges weggesperrt sein ist würdelos. Das sagt nicht nur das Bundesverfassungsgericht, sondern auch ich. ((Ohne das jetzt gleichzusetzen :D)) Es gehört zur Würde das Menschen das Leben – zumindest irgendwann – wieder selbstbestimmt zu leben, sofern dies keine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.

Natürlich können dies die Opfer einer Tat oft nicht mehr. Der Täter hat diesen das Leben oder Verwandte genommen und damit die Würde das anderen verletzt. Wahrscheinlich würde ich das auch weniger Distanziert sehen, wenn ich selber in einer solchen Situation wäre, aber diese Verletzung, diese Tat wird – auch wenn es blöd klingt – auch nicht dadurch besser oder ungeschehen, wenn diese Person nach dem Motto “Auge um Auge – Zahn um Zahn” den Rest des Lebens im Knast sitzt, hingerichtet wird oder zusammenfassend auch seiner Würde “beraubt” wird.

Artikel 1 des Grundgesetzes sagt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Nach der Präämbel ist dies die erste konkrete Aussage unserer Verfassung und zeigt damit die Bedeutung dieses einen Satzes und der Menschenwürde für unser politisches System, für unsere Demokratie. Wie gesagt, es fällt schwer diesen Grundsatz auch bei den unmenschlichsten Taten aufrecht zu halten, aber wie wollte man – und vor allem wer sollte sich dies herausnehmen – eine Grenze finden, ab wann ein Mensch für den Staat kein Mensch mehr ist, wann er seine Würde verloren hat? Nach Anzahl der Toten? Der Brutalität? Dem Alter des Opfers?

“Dinge erfahren, von denen man nicht mal wusste, dass man sie nicht wissen will” oder: Galileo

Seit 10 Jahren gibt es auf Pro7 Galileo, eine “Wissensendung”, die meines Erachtens nur funktioniert, weil direkt davor die Simpsons kommen und man entweder keine Lust hat umzuschalten oder eben nichts anderes läuft. Naja, Stefan Niggemeier hat jedenfalls einen netten Artikel über das Programm geschrieben,

“das sich nicht scheut, auch das zu erklären, was die „Sendung mit der Maus” bei ihrem Vorschulpublikum fahrlässigerweise als Wissen voraussetzt.”

Aber lest selbst 😉