Nach der Erweiterung jetzt der Arbeitsplatzabbau

Wann immer es darum geht Arbeitsplätze zu sichern, ist der Staat gerne Bereit auch finanziell einzuspringen: 500 Milliarden für die Banken, eine Bürgschaft für Opel oder auch mal weiträumige Zugeständnisse bei der Umwelt. Manche Maßnahmen davon sind sicherlich notwendig, um eine akute Krise abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern. Vor einem Jahr wurde in Gelsenkirchen aber noch ein 70ha großes Gelände dem BP Standort zur Verfügung gestellt, um zu expandieren oder Zulieferer anzusiedeln – freilich auf Kosten der Umwelt. Man erhoffte sich eben Arbeitsplätze. Bereits im Mai gab es die ersten Gerüchte, dass die Arbeitsplatztendenz eher negativ ausfällt und nun ist es offiziell: Bis 2012 fallen 340 Arbeitsplätze an den Standorten von BP weg – zwar nicht als „betriebsbedingte Kündigungen“, aber am Ende sind es 340 Menschen in Gelsenkirchen, die eben nicht ihr Geld dort verdienen – ob nun Nicht-Neueingestellte oder Entlassene spielt faktisch keine große Rolle. Bilanz: 60ha der Wirtschaft freigegeben und dafür 340 Arbeitsplätze gewonnen.

Andersrum hätte das für mich wohl den Verlust an Natur auch nicht wett gemacht, aber die ganze Aktion hätte immerhin einen tieferen Sinn gehabt. Jetzt kann man nur hoffen, dass sich diese Änderung irgendwann rückabwickeln lässt und bei CDU und SPD ein Nachdenkprozess zur Industriepolitik einsetzt. Noch bei seiner Nominierung zum OB-Kandidaten der SPD hatte Baranowski grade BP und die Norderweiterung als ein Beispiel für die gute Ergänzung von Umwelt- und Industriepolitik genannt. Für mich der einzige Tiefpunkt in dieser Rede damals, denn an die industriepolitischen Impulse in diese Richtung glaubte ich nicht und Umweltpolitik ist mit einer „Überkompensation“ wohl kaum getan bei einer solchen Zerstörung.

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