ArchivNovember 2008

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Nach der Erweiterung jetzt der Arbeitsplatzabbau
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WoW Addon Verkauf in Gelsenkirchen
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attac Spot zur Bankenkrise
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Obama siegt bei Präsidentschaftswahlen!
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Nacht der Entscheidung
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Linksammlung zur US Wahl und mehr
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Dolchstoß zu Wiesbaden
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US-Wahl begonnen

Nach der Erweiterung jetzt der Arbeitsplatzabbau

Wann immer es darum geht Arbeitsplätze zu sichern, ist der Staat gerne Bereit auch finanziell einzuspringen: 500 Milliarden für die Banken, eine Bürgschaft für Opel oder auch mal weiträumige Zugeständnisse bei der Umwelt. Manche Maßnahmen davon sind sicherlich notwendig, um eine akute Krise abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern. Vor einem Jahr wurde in Gelsenkirchen aber noch ein 70ha großes Gelände dem BP Standort zur Verfügung gestellt, um zu expandieren oder Zulieferer anzusiedeln – freilich auf Kosten der Umwelt. Man erhoffte sich eben Arbeitsplätze. Bereits im Mai gab es die ersten Gerüchte, dass die Arbeitsplatztendenz eher negativ ausfällt und nun ist es offiziell: Bis 2012 fallen 340 Arbeitsplätze an den Standorten von BP weg – zwar nicht als “betriebsbedingte Kündigungen”, aber am Ende sind es 340 Menschen in Gelsenkirchen, die eben nicht ihr Geld dort verdienen – ob nun Nicht-Neueingestellte oder Entlassene spielt faktisch keine große Rolle. Bilanz: 60ha der Wirtschaft freigegeben und dafür 340 Arbeitsplätze gewonnen.

Andersrum hätte das für mich wohl den Verlust an Natur auch nicht wett gemacht, aber die ganze Aktion hätte immerhin einen tieferen Sinn gehabt. Jetzt kann man nur hoffen, dass sich diese Änderung irgendwann rückabwickeln lässt und bei CDU und SPD ein Nachdenkprozess zur Industriepolitik einsetzt. Noch bei seiner Nominierung zum OB-Kandidaten der SPD hatte Baranowski grade BP und die Norderweiterung als ein Beispiel für die gute Ergänzung von Umwelt- und Industriepolitik genannt. Für mich der einzige Tiefpunkt in dieser Rede damals, denn an die industriepolitischen Impulse in diese Richtung glaubte ich nicht und Umweltpolitik ist mit einer “Überkompensation” wohl kaum getan bei einer solchen Zerstörung.

WoW Addon Verkauf in Gelsenkirchen

Heute Nacht erschien das neue Addon zum größten Online Rollenspiel World of Warcraft. Wieviele Spiele Blizzard in der ersten Nacht unters Volk bringen wird, konnte ich jetzt so schnell nicht ergooglen, aber in Gelsenkirchen boten sowohl Saturn, wie auch Gamestop den Verkauf nach Mitternacht an, um den lokalen Anteil an den international 11 Millionen Spielern zu beglücken. Und dem Aufruf sind viele gefolgt:

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Und so sah es um halb zwölf vor der Filiale am Ende der Bahnhofsstraße aus. Zugegeben, es ist schon etwas sehr … sagen wir mal seltsam Nachts wegen einem Computerspiel raus zu gehen, aber mein Bruder und ich, sowie Gildenmitglied, GJ-Kollege und Freund Simon wollten das Spektakel miterleben. Und so reihten wir uns auch ein, in der Hoffnung noch eins der Spiele zu erhalten oder – in meinem Fall – eben eine seltenere Collectors Edition. Tata… und um zwölf öffnete sich die Tür und man reihte sich dort schön ein in der Erwartung des Spiels. Nebenan gleich noch einige Spieler vom gleichen Server, die man ja gleich womöglich auch online sehen wird. An der Verkaufstheke dann den Verkäufer erstmal mit “Rockstar bitte” kurz geschockt und dann aber die Collectors Edition in Größe eines Brettspiels eingepackt und ab nach Hause. Draußen noch immer eine lange Schlange, so dass ich schätze, dass alleine bei Gamestop ca. 100 Leute waren, die das Spiel um 0 Uhr haben wollten.

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Das Update ist fertig und schon kann es nach Nordend gehen. In der Gilde hat man sich bereits für Menethil verabredet und dahin werde ich mich jetzt verabschieden 😉

Obama siegt bei Präsidentschaftswahlen!

Um 3:26 stand das Ergebnis der Wahlen faktisch fest. Der wichtige “swing state” Ohio ging an den demokratischen Kandidaten Barack Obama. Nicht nur wegen der “Regel”, dass noch nie ein Republikaner ins Weiße Haus einziehen durfte, der nicht diesen Bundesstaat gewonnen hatte, denn diese könnte sich ändern. Nein, die Zahlen waren zu erdrückend. Bereits im Vorfeld waren die Prognosen erdrückend für die Republikaner:

pollsterpoll

Bereits in den Umfragen lag Obama damit über den geforderten 270 Stimmen. Selbst bei pessimistischeren Rechnungen lag er bei 276 Stimmen knapp drüber. Und die ersten Wahlergebnisse zeigten keine großen Abweichungen von diesem Ergebnis: Rote Staaten gingen an McCain, Blaue an Obama und die gelben waren eben kritisch. Dann ging Georgia an McCain und dies war dann die erste “Überrachung” des Abends. Als dann um 3:26 die Nachrichten durchsickerten, dass verschiedene Sender den Sieg in Ohio an Barack Obama gaben. CNN zog wenige Minuten nach und es stand zu dem Zeitpunkt damit 194 zu 69 Wahlmänner.

Wer da noch zweifelte, für den machte John King von CNN das beliebte Spielchen auf der Karte und vergab alle Staaten an John McCain, bei denen dies wahrscheinlich war und sogar die, bei denen er zwar nicht damit rechnete, aber auch nicht völlig unmöglich ist, dass McCain dort gewinnen sollte. Die Aussage “I can’t see that he will get it… ok, give it to him” ((Ich kann nicht sehen, dass er dieses bekommen wird … okay, geben wir ihm es”)) macht deutlich, dass er wirklich alles realistische versucht hatte, um McCain zu geben, was möglich ist. Trotzdem kam er nur auf 266 Stimmen – um 3:42 war dann entgültig klar, dass McCain diese Wahl verloren hatte. Die Frage ist nur, wie lange würden die Swing States im Westen (Indiana, Virginia, North Carolina und Florida) brauchen, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Um kurz vor 5 kam dann das Ergebnis aus Virginia: 13 Stimmen für Obama. Und als dann kurz danach die Wahlen in Kalifornien zuende gingen, wurden erst keine Projections für gewonnene Staaten ((Washington und Karlifornien)) mehr gegeben, sondern sofort das Ergebnis. Barack Obama wurde um 5:01 zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

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Hier kann man die Verteilung zu dem Zeitpunkt sehen. Wie stark der Sieg wird, muss sich erst noch ein wenig zeigen. Florida wird inzwischen leicht blau gezeichnet, Oregon, Nevada und Colorado ebenso. Aber diese Karte werde ich mit einer genaueren Betrachtung sicher noch nachreichen.

In diesem Moment (5:25) redet John McCain und gesteht in einer guten patriotische Rede die Niederlage ein und Obama – bei einigen Buh-Rufen – zu seiner Siege gratulierte und ihm Respekt zollte.

[Eigentlich sollte hier ein Abschnitt zu Obamas Rede rein, aber das packe ich nach 20 Minuten Warten doch in einen eigenen Beitrag. ;)]

Zum Abschluss noch vielen Dank an die Mitdiskutanten beim Liveblog. Bei Pillenknick findet man das Liveblog von dogma_p eine gute Zusammenfassung der Ergebnisse, vor allem auch zur Senatswahl, die ebenfalls stattfand.

Weiterlesen

Nacht der Entscheidung

Heute Nacht fällt die Entscheidung, wer in den nächsten 4 Jahre in den USA die Zügel in der Hand hält: Barack Obama oder John McCain. Ich hatte erst überlegt noch einen Vorbericht zu posten, aber ich integriere dies in mein Live-Blog gleich. Die Beobachtung heute nacht ist – anders als früher – nicht nur ein persönlicher Spleen oder was auch immer, sondern ich muss auch am Donnerstag ein Referat halten. Also sowohl während der Wahl, aber auch später freue ich mich üer Analysen und ähnliches. So, aber genug der Vorrede und zum Live-Blog mit der Ankündigung, dass ich dabei sicher nicht ganz neutral seien kann, denn die Cola light, die mich durch die Nacht tragen wird, befindet sich in einem “HOPE – Obama 2008” Becher 😀

Linksammlung zur US Wahl und mehr

Da ich auch ein Referat darüber halten muss und auch zum allgemeinen Interesse eine Linksammlung zur US Wahl, die ständig aktualisiert wird.

Wahlsystem

Die Wahl heute nacht

Außenpolitische Positionen

Weitere Linklisten

Dolchstoß zu Wiesbaden

Zum Scheitern der ersten rot-grünen Minderheitsregierung unter Tolerierung der LINKEN in Hessen könnte man viele Worte verlieren und eigentlich hatte ich dies auch vor. Aber ich belasse es mal mit einigen Anmerkungen und dem Verweis auf den Artikel beim Spiegelfechter, der dies noch etwas ausführt:

  1. Mit Ausnahme von Metzger haben alle vier nun vom Gewissen geplagten niemals gegen die Minderheitsregierung und das Vorgehen gestimmt oder ihren Unmut deutlich gemacht. Selbst am Wochenende hieß es noch, man würde Ypsilanti stützen. Dann ist nichts daran zu rütteln, dass es sich um einen Dolchstoß handelt. Vielleicht nicht so hinterlistig, wie bei Simonis damals, aber schon ziemlich übel. Hinzu kommt noch, dass besagte Verweigerer am Samstag noch beim Parteitag auch beim Abstimmungsverhalten ihre Gewissensbisse nicht deutlich machten. Wenn man mit etwas wirklich Probleme hat, dann enthält man sich nämlich nicht, sondern stimmt dagegen. Ist natürlich nicht geschehen, weil die Vision dann über Nacht kam.
  2. Ich glaube es ging um mehr als Probleme mit den LINKEN: Es war ein reiner Machtkampf. Jürgen Walter hatte gegen Ypsilanti bereits bei der Spitzenkandidatur verloren und wurde dann – was man Ypsilanti wohl wirklich als taktischen Fehler ankreiden kann – auch noch beim gewünschten Wirtschaftsministerium versetzt. Darum ging es und um nichts anderes. Zuvor hatte besagter Parteivize nämlich noch fleißig am Koalitionsvertrag mitgearbeitet – auch an den Passagen, die er nun kritisiert.
  3. Folge für diese Personen wird maximal sein, nicht mehr aufgestellt zu werden, denn einen Parteiausschluss oder Fraktionsausschluss wird es wohl kaum geben. Aber das kann diesen eigentlich auch egal sein: Die SPD in Hessen und wahrscheinlich weit darüber hinaus hat nach diesem Scherbenhaufen soviel an Glaubwürdigkeit, Integrität und Vertrauenswürdigkeit verloren, dass es schwer wird, sie sich noch ernsthaft in einer Koalition vorzustellen. Irgendetwas rot-rot-grünes (ob nun “richtig” oder toleriert) ist definitiv ausgeschlossen und für mehr reicht es im momentanen Fünf-Parteien-System wohl nicht aus. Ich denke damit wird die Große Koalition zur Dauerlösung, sofern es nicht für schwarz-gelb reicht.

In Hessen jedenfalls werden wir uns nach dem Desaster weiterhin mit einem Ministerpräsidenten Koch leben und keinen Politikwechsel erleben, nur weil das “Gewissen” oder die Machtversessenheit von vier Personen wichtiger war, als das Wohl dieses Bundeslandes oder die Meinung von 95 Prozent der Partei.

US-Wahl begonnen

Seit 10 Minuten wird in den USA der nächste US Präsident gewählt, denn seit 12 Uhr MEZ sind die Wahllokale an der Ostküste geöffnet. Den ersten Sieg hat Barack Obama aber bereits eingefahren: Bei den traditionell bereits um Mitternacht startenden Wahlen in kleineren Ortschaften in New Hampshire hatte er seinen Konkurrenten recht eindeutig hinter sich gelassen:

15 Wähler stimmten in Dixville Notch für den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama, 47. Auf seinen 72-jährigen Rivalen John McCain entfielen nur sechs Stimmen. Auch in Hart’s Location gewann Obama: 17 Wähler stimmten für ihn, zehn für McCain.

Das Besondere an diesem Wahlausgang ist weniger das diese Örtchen nun wahlentscheident wären, vielmehr handelt es sich um klassisch republikanische Ortschaften. Sollte Obama auch in anderen “roten”-Staaten eine Wende herbeiführen dürfte die Wahl nach nicht allzulange dauern. Nichts desto trotz werde ich die Nacht über die Wahl beobachten und hier auch live bloggen. Ab ca. 23:30 Uhr wird es losgehen.