Ein Tag im Zoo

Jetzt war es wieder ruhig hier im Blog, aber der Grund dafür war nicht ein erneuter Durchhänger meinerseits, sondern ein Kurzurlaub: Von Dienstag bis Donnerstag war ich mit einigen Freunden1 in den Niederlanden. Und da verbringt man die Zeit eben eher mit diesen als hinter dem Laptop beim Bloggen. Am Mittwoch fuhren wir so auch in den Zoo in Arnheim – Burgers Zoo (Wikipedia). Und ich muss sagen, dass ich das Erlebnis dort eher mäßig finde. Aber vielleicht mal von vorne.

Nachdem man den stolzen Preis von 17,50 Euro gezahlt hat, kommt man eben auch sofort zum ersten Gehege des Zoos: Auf begrünten Steinwänden begrüßen einen gleich einige Pinguine. Unser Weg führte uns dann in den Busch, eine der vielen Welten, die im Burgers Zoo in Hallen angeboten werden. In diesem Fall also eben die Welt eines Dschungels. Und nachdem man seine Brille mittels Lüftung auf die Temperatur gebracht hat2, betrat man dann in der Tat einen Dschungel. Abseits der großen vorbereiteten Wege konnte man da auch das kleine Abenteuer am Mittwoch nachmittag erleben und am Wasserfall vorbei über Steine einen Bach überschreiten oder sich auf einer Stange über einen Teich hangeln.

Die Tiere waren hier allerdings zu gut versteckt oder – zumindest für mich – nicht interessant genug. Denn dort liefen in der Tat einige tropische Vögel herum oder es gab das größte Nagetier der Welt, aber spannende tropische Tiere fehlten mir in der Halle eben. Dabei hätte ich nichtmal etwas dagegen, wenn diese sich nur versteckt hätten, aber es gab sie einfach nicht. Also wieder nach draußen und die Jacke wieder angezogen. Dort dann auch größere Tiere – mit Giraffen sogar sehr groß.

Die Safari führte dann über einen größtenteils überwachten Beobachtungsbau vorbei an Giraffen, Zebras, Nashörnern und auch Löwen und Geparden. Eigentlich ganz nett, nur das diese Tiere eben nicht in einer mitteleuropäischen Waldlandschaft leben, sondern in der Wüste, Steppe oder was auch immer. Eine Safari zumindest stelle ich mir anders vor und diese Tour erinnerte mich eher an die alten Ruhr-Zoo Zeiten, als einen hochgelobten Zoo.

Seinen Ruf sollte der Park jedoch sehr schnell im „Ocean“ Bereich wiederherstellen, denn dieses Abtauchen in eine Unterwasserwelt war wirklich genial. Angefangen von der Meeresoberfläche bekommt man wirklich das Gefühl immer tiefer in die Meereswelt einzusteigen, bis man zum monumentalsten Element dieses Themenbereiches kommt: Einer riesigen Glaswand, hinter der sich die Weiten eines mit Schiffswrack ausgestatteten Meeresgrundes befand – zumindest hatte man diesen Eindruck.

Mit dieser Begeisterung im Magen ging es dann auch in die Bereiche Desert (Wüste) oder Mangrove (Sumpf), die mich aber eher an den Busch erinnerten, also nach meiner Ansicht nicht wirklich spektakulär waren. Natürlich von der Atmosphäre war das schon genial durch die Wüste Nevadas zu laufen mit den entsprechenden Pflanzen (wenn auch nicht ganz so heiß wie dort) oder die stickige Luft der Mangrove wird man wohl auch kaum länger aushalten, als man es dort muss.

Um ein wenig zu einem Fazit zu kommen: Der Zoo in Arnheim ist sicher ganz nett und man sieht auch eine menge Tiere, aber 17,50 Euro ist er meines Erachtens dann doch nicht wirklich wert. Inzwischen versuchen einige Zoos die Umgebung von Tieren in ihrer Haltung zu berücksichtigen und realitätsnahe Käfige zu gestalten. Burgers Zoo war hier sicherlich lange Zeit ein Vorreiter und mit dem Versuch spezifische Klimazonen nachzubilden ist er auch bestimmt noch eine Seltenheit, aber die Bedingungen der Tierhaltung erinnern eben oft noch an alte Zoos. Wenn man es in Web-Begriffen ausdrücken will, wäre der Zoo sicherlich ein Zoo 1.5, aber inzwischen gibt es schönere Zoos. Und für die wirklich beeindruckende Unterwasserwelt gibt es sicherlich mit Sealife oder anderen auch spezialisierte Anlagen.

Man mag mir Lokalpatriotismus vorwerfen, aber ich finde die ZOOM Erlebniswelt hat da weitaus mehr zu bieten. Die Tiere werden dort in einer Umgebung gezeigt, wie man sie sich auch für Afrika, Alaska oder bald auch Asien3 vorstellen kann. Die Gehege sind auch nur selten offensichtlich durch Gitter abgerenzt, sondern es wurden natürliche Grenzen genutzt oder diese Grenzen versteckt, so dass der Eindruck einer zusammenhängenden Landschaft entsteht. Und abschließend: Diese meines Erachtens bessere Leistung gibt es für einige Euro weniger: 13,50 Euro kostet ein Besuch für Erwachsene, wobei es für Schüler&Studenten (etc.) und Kinder bis 12 Jahren weniger zahlen – in Arnheim zahlt jeder ab 9 den vollen Preis. Und hier in GE gibt es auch verbilligte Tage. Dies nur als kleiner Schlenker für alle, die meinen, der Zoo in Gelsenkirchen sei übermäßig teuer.

Zusammenfassend war es sicher ein schöner Tag und ein netter Ausflug im Rahmen eines guten Kurzurlaubs, aber begeistern konnte mich dieser Zoo nicht wirklich.

  1. Kevin, Ada und Mena, wem das was sagt :) – An diese nochmal schönen Dank für die netten Tage! ;) []
  2. was bei der Kamera nicht immer so gut klappte :D []
  3. dafür kann ich es natürlich nur annehmen []
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