Zuwachs im Hause Jedamzik: Eine Messor barbarus Kolonie

Als Ersatz für die Lasius flavus Kolonie, die sich leider nicht so entwickelte wie erhofft und mit dem Verfangen der Königin im Honig endete, habe ich neben der Myrmica rubra Kolonie eine Neue angeschafft: Gestern kam die Lieferung mit 20-25 Messor barbarus Ameisen an.

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Der erste Eindruck: Eine riesige Königin (geschätzt bestimmt 1 bis 1,5 cm) und der Kopf ist auch etwas kantiger, aber das ist auch kein Wunder: Diese südeuropäische Ameise gehört nämlich zu sogenannten Ernteameisen und hat die Ernährung dadurch modifiziert, dass sie Körner sammelt und diese in ihrem Nest zu einer Art „Ameisenbrot“ verarbeitet, der als Nahrung insbesondere für die Wintermonate dient. Um dies zu ermöglichen, habe ich neben der normalen Farm auch einen Ytong-Block in der Arena, der trocken gehalten wird, während dem Nest entsprechende Feuchte zugute kommt, damit die Ameisen dort die Eier und Larven pflegen können.

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Dieser Block ist komplett in die Arena der Ameisen integriert, welche ich vor Einzug natürlich noch liebevoll dekoriert habe ;)

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Links erkennt man Wasserspender und eine Plattform mit der üblichen Honiglösung, die ich dennoch anbiete. Dazu kommen dann auch Insekten, die auch die Messor barbarus braucht, da tierisches Eiweiß für die Aufzucht des Nachwuchs notwendig ist. Im Vordergrund findet man dann eben ein Schälchen mit diversen Samen und rechts den Aufgang zum Ytong-Block und den Übergang zur normalen Farm. Im Hintergrund ist ein Thermo-Hygrometer aufgehangen, mit dem ich die Temperatur für die Arena kontrollieren kann, denn als Südländer benötigen die Kleinen natürlich eine angenehme Temperatur von am besten 23 bis 28 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 50-75 Prozent (Quelle). Momentan steuere ich dies nur über eine normale Lampe und die Belüftung durch Deckelöffnung, aber insbesondere, wenn es kälter wird und mein Zimmer nicht sowieso schon entsprechende Temperaturen vorweist, muss ich mir wohl etwas anderes einfallen lassen.

Naja, jedenfalls zogen die Ameisen heute nacht in ihr neues Zuhause. Und kaum war der Stopfen vom Reagenzglas entfernt, da begann schon das vorsichtige Erkunden der Umgebung:

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Nach einiger Zeit hatte dann eine Ameise auch auch den Weg zu den Samen gefunden und gleich zugeschlagen:

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Wie lange sie damit verbracht hatte, oder ob der Samen schließlich seinen Weg zurück ins Nest fand, kann ich nicht sagen, aber sie hatte sich schon ziemlich mit diesem beschäftigt. Ziemlich beschäftigt waren auch andere am Nest. Ich dachte erst, die würden das Nest abdichten, aber heute morgen war der Zugang noch immer weit offen und dieses „Zeug“ lag einfach nur vor der Haustür. Naja, die wissen schon was sie tun und ich werde weiter beobachten ;)

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Momentan ist es ruhig auf dem anderen Schreibtisch. Aber das ist auch nicht wirklich verwunderlich, sind Messor barbarus doch eher nachtaktiv. Außerdem dürften die ersten Ausflüge den Appetit der kleinen Kolonie auch schnell gesättigt haben – der angebotene Mehlwurm wurde jedenfalls durchaus angenommen.

Und wo ich schon bei Ameisen bin: Auf dem Weg zur Grünen Jugend am letzten Freitag habe ich an der Ringstraße Ecke Wildenbruchstraße am Fußgängerübergang folgendes Bild geschossen:

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Was das wohl für ein Chip war? Jedenfalls hat er wohl geschmeckt und das an einer der Hauptverkehrsstraßen in Gelsenkirchen. Der Lärm und die Erschütterungen waren vollkommen egal, wenn es eine Köstlichkeit für die Kolonie gibt. Naja, man merkt, es sind eben doch zwei verschiedene Welten :D

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