Prinz Kaspian von Narnia

image Heute lief der zweite Teil der Chroniken von Narnia an, bei dem 1.300 Jahre nach dem ersten Teil Prinz Kaspian um den wohlverdienten Thron von Narnia kämpft und damit das gute alte Narnia wieder herstellen will, nachdem sein Onkel Miraz sich zum König erklärte und alle Nichtmenschen vertrieben hatte. Wieder dabei sind auch die Charaktere Peter, Edmund, Susan und Lucy aus dem ersten Teil, die nach einem Jahr in der englischen Realität wieder in das Fantasyland gezogen werden.

Die Grundgeschichte ist damit grob erzählt und dieser Kampf zieht sich durch rund 140 Minuten in denen es nicht wirklich langweilig wird und der Film damit sicherlich besser ist als der erste Teil, aber auch abwechslungsreicher als die Romanvorlage von C.S. Lewis, die ich zuvor gelesen hatte. Prinz Kaspian von Narnia beeindruckt durch die durchaus gut inszenierten Schlachten, die guten Special Effects und einer Prise Humor, die die Charaktere etwas freundlicher erscheinen lässt – natürlich nur auf der einen (guten) Seite.

Klar, Narnia hat einen stark heroischen vielleicht sogar religiösen Einschlag, wenn man den allmächtigen Aslan betrachtet, der mit seinem Gebrüll oder einem Windhauch das Schicksal des Landes ändern kann und somit – ich denke es ist kein Spoiler, wenn man dies erwähnt – die Wende in dem Kampf bringt. Dies, der unbedingte Glaube an ihn und irgendwo auch die Tatsache, dass es kaum Fragen an die schicksalsbestimmten Gesandten „Adamssöhne“ gibt denen alle Kreaturen umgehend die Treue schwören, untermauern die von einigen Seiten geäußerte Kritik an dem Film als „Rekrutierungsvideo“ für die christliche Rechte.

image Vielleicht bin auch zu aufgeklärt dazu, aber ich finde die Wirkung des Films wird doch ein wenig überschätzt. Klar, der Löwe Aslan wird grade für jungere Zuschauer der Superheld des Film sein, der eben alles wieder „gut“ macht. Aber ist das nicht oft so? Es gibt in sovielen Filmen den einen Charakter, der die Wende bringt – und wenn es in Herr der Ringe Gandalf ist. Es gibt so oft ein „gut“ und ein „böse“ – Star Wars als bestes Beispiel. Da gibt es auch nur ganz wenig grau dazwischen, also in Zeichentrickfilmen gibt es selten eine differenzierte Beschäftigung mit den Charakteren auf der bösen Seite, während die „Guten“ eben immer alles richtig machen. Und das ist auch gut so.

Ich streite ja nichtmal ab, dass man in Narnia durchaus mehr Beziehungen zu dem Wirken von Jesus Christus ziehen mag, als in anderen Filmen. Aber ob man deswegen von einer Art Propaganda reden kann, weiß ich nun wirklich nicht. Für mich ist Narnia ein Fantasyspektakel  welches sich – anders als Herr der Ringe – eher an ein jüngeres Publikum richtet und demnach ein wenig platter und ja auch einfacher in der Gefühlswelt gestrickter ist. Wenn jemand daraus seine Schlüsse für den Glauben ziehen möchte, mag er das tun. Nur das jemand der bisher dem Christentum vielleicht nicht ablehend, aber eben auch neutral gegenüber stand (also zur üblichen „Rekrutierungszielgruppe“ gehören dürfte) nun auf die Idee kommt, plötzlich fundamentalistischer zu werden, wage ich doch zu bezweifeln.

imageIn diesem Sinne kann ich den Film allen empfehlen, die Lust auf ein gut unterhaltendes Fantasy-Märchen Lust haben, welches mit durchaus liebenswerten Charakteren aufwarten kann, mit einer gesunden Art Humor und einer Story, die sich durchaus sehen lassen kann und die 140 Minuten auch füllt. Wer allerdings bewusst nach christlichen Analogien suchen will, kann den Film natürlich auch gerne angucken, aber ich befürchte man verdirbt sich damit zu schnell einen schönen Filmabend. In meiner Bewertung schwanke ich ein wenig zwischen 4 und 5 (von 5 möglichen) Punkten, tendiere aber nach einmaligem Gucken, doch eher zur Höchstwertung.

Hier noch der Trailer zum Abschluss ;)

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