Lyrik Datenbank

[Trigami-Review]

Gedichte sind garnicht mein Ding. Ich hatte zwar mal eine kurze Phase, als ich selber Gedichte schreiben wollte, aber die ging genauso schnell vorbei wie meine Zeichnen-Phase. Schon in der Schule bin ich damit nicht warm geworden. Und in meinem Bücherregal findet sich auch nur der ewige Brunnen und staubt vor sich hin. Wenn ich in den entsprechenden Schuljahren vielleicht das Angebot von Dirk Niemeier gekannt hätte, wäre das vielleicht anders. Unter antikoerperchen hat dieser eine Lyrik-Datenbank bereitgestellt, bei der Nutzer ihre Interpretationen von Gedichten einstellen können und man so Anregungen für eigene Untersuchungen findet. Und das ganze sieht auch noch gut aus.

Wenn man beispielsweise „Die Stadt“ von Georg Heym betrachtet bekommt man zunächst eine strukturierte Übersicht über das Gedicht:

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Diese Strukturierung findet man bei allen Gedichten und kann so bei der Interpretation dann auch direkt genutzt werden. Auf die Interpretation will und kann ich nicht weiter eingehen, aber wenn man sich inhaltlich mit einem Gedicht beschäftigt wird sich sicherlich etwas hilfreiches finden.

Da die Einträge jedoch von Benutzern kommen, muss man sich auch fragen, wie es mit der Qualität aussieht. Hierzu gibt es mehrere Mechanismen, die auch auf andere Benutzer setzen:

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Hier sieht man am Beispiel des Gedichts „Städter“ von Alfred Wolfenstein. Zunächst werden die üblichen Daten der Herkunft abgefragt, also zu welchem Anlass die Interpretation geschrieben wurde und wie es bewertet wurde. Weiter unten folgen dort Bewertungen, bei der jeder Benutzer der Seite die Interpretation nach dem Schulnotensystem bewerten kann. Hier findet man also eine 1-. Erweitert wird dies noch über Kommentare, die eine Diskussion erzeugen können über die Interpretation. Dazu werden weitere Links angeboten, so dass man gleich weitere Interpretationen finden kann.

Das ist aber keineswegs alles, was man dort finden kann. Über Reiter am oberen Ende kann man sich beispielsweise auch weitere Daten zu dem Gedicht anzeigen lassen, wo Metrum, Reimschema und Stilmittel dargestellt werden. Oft gibt es auch direkt den Link zu Wikipedia, um sich so in der Nutzung der Stilmittel zu üben.

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Außerdem, ohne es jetzt auch noch zu Bebildern, kann man direkt weitere Informationen zur Epoche oder dem Autor. So kann das Gedicht dann auch richtig eingeordnet werden.

Also auch als Gedichtsmuffel finde ich die Seite sehr schön aufgemacht und grade auch die Informationen drumherum, die schöne Aufmachung erleichtert es dann zusätzlich die Gedichte zu erfassen und sich einen Überblick über die Interpretationen zu verschaffen. Neben der Bewertung gibt es übrigens auch einen sogenannten Lesbarkeitsindex, der sich „aus der Länge der Sätze (also die Anzahl der Wörter pro Satz) und der Silbenlänge der einzelnen Wörter“ berechnet. Gefunden habe ich diesen Wert jedoch nur auf der Übersichtsseite, leider nicht auf der Seite der einzelnen Gedichten. Aber da das eh nur eine Spielerei ist und man sich nicht unbedingt von einer Zahl abhalten sollte, sich an einem Text zu wagen, finde ich es nicht so kritisch, dass diese nicht auf der Seite des einzelnen Gedichts auftaucht.

Noch ist die Seite relativ übersichtlich, mir sind die meisten Gedichte eher unbekannt, aber wie gesagt: Ich bin auch kein Gedichtsfan. ;) Und das sich dies ändert, liegt ja auch an den Benutzern, die im übrigen sogar ein Paar Euro für die erste Interpretation bekommen können. Getestet habe ich das Einstellen von Gedichten nicht, weil ich dafür einfach zu wenig Ahnung habe.

Als Fazit kann ich die Seite jedoch nur empfehlen, wenn man die Interpretation zu einem vorliegenden Gedicht betrachten will. Natürlich sollte man dies nicht 1:1 übernehmen, denn zum einen ist die Qualität nicht gesichert, zum anderen wäre das natürlich auch ein Plagiat und so einfach wie das studiVZ kann man es sich ja nicht machen :D Aber im Ernst: Guckt es euch an, probiert’s aus, es ist einfach – selbst für Gedichtsmuffel ;)

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