John Adams (1797-1801)

* 1735 | † 1826 | Partei: Föderalist | Herkunft: Massachusetts

image Nach George Washington folgt nun der zweite Präsident der Vereinigten Staaten John Adams, der an der Unabhängigkeitserklärung mitschrieb, erfolgreicher Diplomat in Europa und vor seiner Amtszeit Vizepräsident unter Washington war. Nach einer Studie des Wall Street Journals gilt er als überdurchschnittlich (Platz 13). Charakterlich gilt er als übertrieben Eitel.

Geboren wurde Adams 1735 in Braintree in Massachusetts etwas südlich von Boston. Bei seinen Vorfahren finden sich auch die ersten Puritaner 1630 in Massachusetts, aber auch auf einen Pilgervater der „Mayflower“ kann Adams zurückblicken.

Adams Eltern waren Farmer und nicht wirklich reich, konnten dem Jungen jedoch eine gute Schulbildung finanzieren. 1751 zog es Adams zum Havard College in Cambridge. Nach seinem Abschluss unterrichtete er zunächst als Lehrer, bevor er in einer Rechtsanwaltskanzlei arbeitete und ab 1758 auch als Anwalt zugelassen wurde. 1764 ehelichte er Abigail Smith, die sich für ihn zu einer wesentlichen Stütze des oft von Depressionen geplagten Mannes entwickelte.

Die politische Karriere begann 1765, als Adams gegen das Stempelgesetz ein Protestpamphlet verfasste, welches weit verbreitet nachgedruckt wurde. Mit dieser neuen Steuer wollte das britische Königreich die amerikanischen Kolonien an den Kosten des Siebenjährigen Krieges mit Frankreich beteiligen, indem unter anderem für offizielle Dokumente eine Steuer gezahlt wurde. Da diese aber nicht vertreten waren, erregte dies den Unmut der amerikanischen Kolonien und führte später zu der berühmten Aussage „no taxation without representation“1.

1770 übernahm Adams die Verteidigung der Soldaten vom Boston Massakers und erreichte mit zwei Ausnahmen zwei Freisprüche für die beteiligten Soldaten. Trotz aller Schmach, so schrieb er 1773 später dazu, sei die Verteidigung der Soldaten eine

„der mutigsten, großzügigsten, mannhaftesten und unvoreingenommensten Handlungen meines ganzen Lebens und einen der besten Dienste, die ich meinem je  Land geleistet habe“.

Eine Verurteilung der Soldaten zum Tode wäre nach seiner Ansicht nicht besser gewesen, als die Hexenverbrennungen der Vergangenheit. Dennoch spreche nichts dagegen die Ereignisse, bei denen fünf Amerikaner durch britische Soldaten erschossen wurden, auch als Massaker zu bezeichnen. Es sei auch der beste Beweis über die Gefahren von stehenden Heeren. (Quelle)

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Von 1774 bis 1778 war John Adams Mitglied des Kontinentalkongresses und half bei der Ausgestaltung der Unabhängigkeitserklärung und der Verfassung mit. Im folgenden Unabhängigkeitskrieg half er als Diplomat und segelte nach Frankreich, wo er zur Unterzeichnung des Allianzvertrages allerdings zuspät eintraf. Mit einer Unterbrechnung 1779, wo er in Massachussets bei der Formulierung der Staatsverfassung half, war er seitdem in Europa eingesetzt. Er zerstritt sich bei den Friedensverhandlungen in Frankreich mit Benjamin Franklin und dem französischen Außenminister, erreichte 1780 jedoch die Anerkennung des neuen Staates durch die Niederlande mit weitergehenden finanziellen Unterstützungen. Nach seiner Rückkehr nach Paris 1782 verhandelte er instruktionswidrig mit anderen Amerikanern auch direkt mit den Briten und so kam es im Februar 1783 zum Friedensvertrag, der die Unabhängigkeit besiegelte. Später wurde er als erster Gesandter der Vereinigten Staaten in London, einem Posten, der aber eher frustrierend für ihn war, so dass er 1788 in die USA zurückkehrte.

image Dort wurde er dann unter George Washington zum ersten Vizepräsidenten und musste nach anfänglicher Euphorie feststellen, damit in das „unbedeutendste Amt, das die menschliche Erfindungskraft sich je ausdachte“ gewählt worden zu sein. Aus Hoffnung Washington aber zu beerben, blieb er jedoch im Amt. Bei den Wahlen 1797 sollte sich seine Hoffnung bestätigen – jedoch unter ungünstigen Bedingungen: Thomas Jefferson, sein Gegenkandidat der Republikaner, erhielt nur drei (Wahlmänner-)Stimmen weniger und wurde nach damaligen Wahlgesetz Vizepräsident. Der Feind im eigenen (weißen)((Okay, das Weiße Haus wurde erst 1800 fertiggestellt, aber irgendwie passt es dennoch :D)) Haus demnach. Eine Feindschaft zwischen Adams und dem früheren Wirtschaftsminister Alexander Hamilton verstärkte die innenpolitischen Probleme von Adams zusätzlich, denn viele Minister hörten eher auf den früheren Minister als den neuen Präsidenten.

Aber auch außenpolitisch gab es Probleme: Zwischen Großbritannien und Frankreich gab es einen neuen Krieg und während Jefferson und die Republikaner eine Beteiligung an der Seite Frankreichs forderten, waren Hamilton und seine Anhänger aufgrund der britischen Überlegenheit dafür, sich auf dieser Seite zu engagieren. Adams hielt sich zurück und entsandte eine Kommission nach Paris um eine Lösung zu finden. Diese war auch aufgrund von Feindseligkeiten auf dem Atlantik notwendig geworden. Dort waren amerikanische Schiffe von den Schiffen der kriegführenden Nationen aufgegriffen worden, insbesondere von Frankreich, was als Quasi-War bezeichnet wird. Die Mission verschlechterte die Lage weiter, weil drei französische Agenten von den amerikanischen Delegierten Bestechungsgelder dafür forderten mit dem Außenminister zu sprechen. Aufgrund der Namensersetzung der Agenten in dem veröffentlichen Bericht der Reisenden durch X,Y und Z ist dieser Fall in den USA als XYZ-Affäre bekannt.

Für die Föderalisten war dies natürlich der Ansatz, nochmals für einen Krieg gegen Frankreich zu plädieren. Adams hingegen schuf das Marineministerium und sorge für eine Aufrüstung auf See und brachte den „Alien und Sedition Act“ ein, der Maßnahmen gegen Ausländer in den USA ermöglichte, größtenteils 1801 aber wieder auslief.

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Die Entsendung einer erneuten Verhandlungskommission nach Frankreich führte schließlich im September 1800 zum Ende des amerikanisch-französischen Allianzvertrages und zur Entschärfung der Lage.

Während der Wahlen 1800 konnte Adams sich also durchaus darauf berufen, die Vereinigten Staaten aus dem Krieg in Europa herausgehalten zu haben. Dennoch hatte der Tod von Washington 1799 die Partei so geschwächt und zusätzliche innerparteiliche Anfeindungen durch Hamilton führten schließlich dazu, dass Adams knapp gegen Thomas Jefferson verlor und nicht für weitere vier Jahre in das 1800 fertiggestellte weiße Haus einziehen konnte.

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Nach der verlorenen Wahl zog sich Adams wieder nach Braintree zurück. Das Verhältnis zu Hamilton sollte sich bis zu dessem Duelltot 1804 nicht mehr glätten, mit Jefferson näherte er sich ab 1812 durch Korrespondenz an, die man fast herzlich nennen könnte.

Seine Frau Abigail starb 1818 an Typhus, John Adams starb am 50. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung dem 4. Juli 1826 – am selben Tag verstarb (soviel sei vorweg genommen) der dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Thomas Jefferson.

  1. Keine Besteuerung ohne Vertretung []
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