Eingebürgert…

Die neuen Fragen des Einbügerungstestes sind da und nachdem im letzten drei deutsche Gebirge abgefragt wurden und weitere Dinge scheint dieser doch deutlich leichter zu sein. Bei Spiegel Online kann man sich selber testen und auch die Fragen einsehen. Mein Urteil: Das ist machbar und auch durchaus einzufordern. Hauptteil der Fragen bildet das Politische System Deutschland, also sowohl Grund- und Menschenrechte aber auch Fragen nach der Struktur. Einen weiteren Block bildet dann die deutsche Geschichte, also in diesem Fall der Nationalsozialismus und die DDR. Es kommen noch einige Fragen zur DDR, aber auch zum Recht und Sozialversicherung und Symbolfragen bzw. minimal Geographie. Klar ganz ohne ist das nicht und sicher bin ich durch mein Studium auch ein wenig fitter in diesen Fragen, aber ich wage mal zu behaupten, dass ich auch nach dem Abitur direkt die erforderlichen 17 Fragen hätte beantworten können. Insgesamt liegen 310 Fragen vor, 300 zentral und nochmal 10 pro Bundesland. Aus diesen werden 33 ausgewählt, von denen 17 richtig beantwortet werden müssen – per Multiple Choise im übrigen.

In vielen Fällen hilft dieses Auswahlverfahren dann zusätzlich, denn wenn man erahnt, dass Folter, Todesstrafe oder Prügelstrafe irgendwie nicht ganz passen und die Geldstrafe fasst lächerlich heraussticht, weiss man schnell, welche Strafe mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Klar, es gibt auch Fangfragen, wenn bei dem Staatsoberhaupt eben Bundespräsident und Bundeskanzler aufgeführt sind und man muss mit den Begriffen Exekutive, Legislative und Judikative auch grob etwas anfangen können. Also ganz ohne Lernen geht es vielleicht nicht, aber ich finde nicht, dass die Fragen übertrieben schwer sind oder eben dazu geeignet sind willkürlich Menschen davon abzuhalten deutscher Staatsbürger zu werden. Andererseits finde ich es richtig, dass man sich als Einbürgerungswilliger eben auch ein wenig mit der Geschichte und (politischen) Kultur auseinandersetzt.

Wieviele Deutsche durchfallen würden, weiss ich nicht. Aber was hier abgefragt wird ist wirklich reine Allgemeinbildung und es ist schon traurig genug, wenn das viele Deutsche nicht können, wieso sollte das dann zum Maßstab werden. Und auch wenn der Vergleich sicher etwas hinkt: Wieviel Führerscheinbesitzer würden jetzt – ohne Lernen – den Test nochmal bestehen. Also ggf. ist ein wenig Lernen notwendig, aber man lernt auch nichts, was man nicht eh wissen sollte.

Versuchts doch selbst auch mal aus :)

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