Archiv7. Juli 2008

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Kinder mit Durchblick
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Demonstrationen gegen G8 Gipfel
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Rückkehr der Atomenergie?
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Bewerbung fürs Arbeitsamt

Kinder mit Durchblick

Was sich aus einem

„Ihr seid die tollsten Jungs, die sich ein Vater wünschen kann.“

am abendlichen Kinderbett nach dem Vorlesen alles ergeben kann, kann man hier sehr schön nachlesen 🙂 Zu so wirklich aufgeweckten Kindern kann man wohl nur gratulieren. Jedenfalls eine schöne Abendgeschichte auch für mich 😀

Demonstrationen gegen G8 Gipfel

Heute hat in Japan ja der G8 Gipfel begonnen. Am Wochenende gab es bereits die ersten Demonstrationen und wie schon beim letzten Mal der Einblick in eine Kultur, die es mit dem Versammlungsrecht eben nicht so hat:

Bevor die Demonstration aufbricht erklärt der Demoveranstalter, das Friedensnetzwerk der Insel, die Polizeiauflagen: mehr als vier Personen dürfen nicht nebeneinander gehen und mehr als eine Fahrbahn darf nicht beansprucht werden. Der Verkehr darf nicht unterbrochen werden, was bedeutet, dass an Ampeln angehalten werden muss. Die Konsequenz: der lange schmale Demozug wird ständig an den Kreuzungen zerteilt.

Dennoch demonstrieren nach dem Attac Bericht 5.000 Menschen gegen den G8 Gipfel, was angesichts des wohl schwachen zivilgesellschaftlichen Engagements in Japan nicht schlecht ist. Wie dieses mangelnde Engagement ausgenutzt wird, zeigt sich auch in folgendem Stimmungsbericht von heute:

Rund 50 internationale Aktivisten stehen vor rund 50 schwer gepanzerten Polizisten auf einer kleinen
Landstraße, umsäumt von ca. 2 Dutzend Journalisten und Kamerateams. Es wird lautstark verhandelt. Alle sind bis auf die Unterhosen nass vom Dauerregen und dementsprechend genervt. Im Camp wurde vereinbart, dass man sich zurück zieht, wenn es ernst wird. Zu groß ist die Angst vor Polizeigewalt: die Handlungsspielräume der Polizei sind hier leider sehr groß, auch deshalb, weil kaum etwas in den japanischen Gesetzen zum Demonstrationsrecht steht. Noch schlimmer ist allerdings die japanische Art der gesellschaftlichen Repression: Mitteilungen an Familie, Nachbarn und Arbeitskollegen, dass man sich nicht an die Gesellschaftsordung halte. Und so wird schließlich auch Druck auf die internationalen Gäste gemacht.

Also alleine die Bilder (Quelle im übrigen Attac) sprechen schon eine deutlichere Sprache, als oft (nicht immer) in Heiligendamm vor einem Jahr. Und das alles nur für eine Wischi-Waschi-Erklärung, an die sich eh niemand hält.

Rückkehr der Atomenergie?

Das es in der SPD schon länger Stimmen gibt, man solle über den Atomkonsens nachdenken und die Laufzeit der Atomkraftwerke nochmal diskutieren, ist nicht wirklich neu. Wolfgang Clement, seines Zeichens Aufsichtsratsmitglied bei RWE, hatte dies vor der Wahl in Hessen bereits zum Ausdruck gebracht und damit ein Parteiausschlussverfahren angestoßen. Auch Erhard Eppler hat nun einen entsprechenden Vorstoß angebracht, wobei es ihm jedoch darum ging, eine Verlängerung der Laufzeit an eine entsprechende Erklärung im Grundgesetz zu koppeln, die den Atomausstieg festigt. Und auch wenn SPD – Minister Gabriel die Diskussion zurück weisst und feststellt, dass es keine neuen Argumente für Atomenergie gebe, ist die Diskussion um diese Technologie nun neu entbrandt. Auch wenn damit nun alte Argumente ständig neu aufgetischt werden, will ich dieses mal auch einige Anmerkungen dazu loswerden.

1. Atomstrom ist nicht klimaneutral

Atomstrom wird ja gerne als Antwort auf die Klimaproblematik genannt. Die Kraftwerke würden kein CO² in die Atmospähre jagen und damit das Klima schützen. Das Problem: Bei der Anreicherung und dem Abbau von Uran, welches als Rohstoff für diese Energieform notwendig ist, wird soviel CO² frei, dass man es mit einem auf Erdgas basierenden Blockheizkraftwerk vergleichen kann, was aber zusätzlich eben noch Wärme produziert.


Aus einer Anzeige der Atomindustrie:
Ungeliebte Klimaschützer? Wohl kaum

2. Uran ist auch ein Rohstoff

Steigene Rohstoffpreise sind dann das nächste Argument. Als wenn man für Atomkraftwerke keine Rohstoffe bräuchte. Die Uranvorräte reichen je nach Schätzungen 20 bis 65 Jahre. Wenn der Bedarf noch steigt ist allerspätestens 2050 damit Schluss und die Preise würden entsprechend auch steigen. Also wieso nicht verstärkt auf wirklich nachhaltige Energien setzen?

3. Müllproblem

Noch immer gibt es kein Endlager für den radioaktiven Müll, der in den Kraftwerken entsteht. Seit Jahren wird fleißig Abfall produziert, von dem man nicht weiss, wohin damit. Ein “Weiter so” würde einfach noch mehr Müll erzeugen.

4. International keine Lösung

Auch international ist – auch wenn dort teilweise angeführt – die Atomenergie keine Option, wie dieser Artikel sehr gut zeigt. Nur 15-16% der Energie stammt aus Kernkraftwerken. Man kann sich ja gerne mal vorstellen, was für ein Neubauprogramm das wäre, wenn man Klimaschutz durch Kraftwerke erreichen wollte – mal ganz abgesehen davon, dass dies die Rohstoffknappheit noch verstärkt.

5. Sicherheit

Klar, das Risiko eines Störfalls gibt es immer – ob nun technisch oder menschliches Versagen. Man muss dabei nicht mal nur nach Tschernobyl gucken, im technologischen Westen gibt es auch genug Negativbeispiele, auch in Deutschland. Aber unabhängig davon gibt es eben auch die Gefährdung durch Terroristen, die diese Anlagen einfach missbrauchen könnten.

6. Schäden

Zugegeben, man mag an den Risiken zweifeln, aber wenn man sich überlegt, dass ein GAU im AKW Biblis 2200 bis 2400 Milliarden Euro an Schäden nach sich ziehen würde, ist auch ein kleines Risiko schon unvertretbar. (Quelle) Dies ist wohl auch ganz offensichtlich der Grund dafür, wieso Betreiber von Atomkraftwerken nur bis zu 2,5 Milliarden Haften müssen. Alles was darüber hinaus geht, zahlt der Staat. Eine solche Haftpflichtversicherung hätten wir alle wohl gerne, aber auch diese Regelung zeigt doch, dass man sich keineswegs so sicher ist, wie immer angedeutet. Ansonsten könnte die Sperre ja weg und es würden sich sicher auch Versicherungen finden, die bei dem Maß an Sicherheit, welches uns versprochen wird, dann auch die Versicherung übernehmen würden. Aber ganz so sicher ist es eben nicht…

Wahrscheinlich könnte man noch viele, viele weitere Gründe aufzählen. Und klar, man sollte das vielleicht auch ausführlicher tun, aber für den Überblick dürfte es reichen und für mehr kann man beispielsweise diesen Artikel zur Klimafrage von Atomkraftwerken oder die Seiten von Greenpeace, wo es sogar 365 Gründe für den Atomausstieg gibt. Und aktiv werden kann jeder von zuhause, indem man den Atomausstieg selber macht.

Bewerbung fürs Arbeitsamt

Ich hatte bisher nicht oft mit Bewerbungen zu tun, aber bei den paar Malen, hatte man gleich erkennen können, bei wem es im Prinzip nur um eine Absage fürs Arbeitsamt ging. Zum Beispiel wenn die Bewerbung auf dem Briefpapier der ehemaligen eigenen Firma gedruckt wurde. Aber auch inhaltlich kann man dies recht offensichtlich machen, siehe dieses Beispiel einer “Ausbildung zur Spedition”.