ArchivJuli 2008

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UN zieht Truppen aus Eritrea und Äthiopien ab
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Umweltschonend Autofahren
3
Zeit für Mut beim Nichtraucherschutz
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China zensiert weiter das Internet
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Harry Potter VI
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eBay und PayPal – Update
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Macht eBay PayPal zur Pflicht?
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“Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen”
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Lyrik Datenbank
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Live Blog: Obama in Berlin

UN zieht Truppen aus Eritrea und Äthiopien ab

Über den sich immer mehr zuspitzenden Grenzkonflikt zwischen Eritrea und Äthiopien hatte ich ja schon (mehrmals) berichtet, und nun scheint sich die Lage weiter zu verschärfen: Die  Vereinten Nationen haben nun beschlossen die eh schon auf 2.200 Mann verringerte Friedenstruppe aus der Region abzuziehen. Grund hierfür sind insbesondere die Einschränkungen der UN Mission durch Eritrea. Ganz unschuldig ist der größere Nachbar jedoch nicht, widersetzte sich Äthiopien doch dem Schiedsspruch der Kommission, die 2003 den Grenzverlauf zwischen beiden Staaten festlegte. Und auch wenn – auch aufgrund der UN Blauhelme und einer entmilitarisierten Zone – der Frieden seitdem gesichert wurde, muss man die UN Mission als Fehlschlag bezeichnen, denn es ist nicht gelungen eine Regelung hinzubekommen – vielleicht auch weil Äthiopien als Regionalmacht einfach vom Westen nicht genug unter Druck gesetzt wurde, die Entscheidung der Schiedskommission zu akzeptieren. UN Generalsekretär Ban Ki-moon hatte schon vor 1,5 Jahren auf eine Kriegsgefahr hingewiesen. Angesichts von nunmehr 100.000 Soldaten auf beiden Seiten der Grenze scheint diese nun noch weiter gestiegen zu sein…

Umweltschonend Autofahren

Wer sich überlegt ein neues Auto zuzulegen und dabei nach der Formel der Bundesregierung für die CO² Belastung von Autos achtet, sollte hier zugreifen:

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Mit diesem 70-Tonner fährt nach der deutschen Energieformel am umweltschonensten. Wie man das bei 90 Litern pro 100 km hinbekommt? Kein Problem, wenn man das Gewicht in die Formel für die Energieeffizienz einbezieht. Anders als in Frankreich, wo der absolute Wert der CO² Emissionen entscheidend für die Einstufung ist, wird hier wiedermal krampfhaft versucht die deutschen Großwagen besser darzustellen, als sie sind. Soviel also zum Klimavorreiter Deutschland.

Mehr dazu im entsprechenden Bericht von Frontal 21hier als Video

Zeit für Mut beim Nichtraucherschutz

Das Ergebnis dürfte ja bekannt sein: Das Bundesverfassungsgericht hat das Rauchverbot für Eckkneipen als verfassungswidrig erklärt. Aber nicht – wie man im ersten Moment glauben könnte – weil es ungerecht wäre, Rauchern das Rauchen zu verbieten, sondern weil die ganzen Ausnahmeregelungen einfach Wettbewerbsverzerrungen herbeigeführt hatten. Größere Gaststätten konnten separate Raucherbereiche einrichten und damit auch diejenigen bewirten, die beim Bier nicht auf den Gift…äh Glimmstängel verzichten können. Kleine Kneipen konnten dies nicht. Genau dies ist dann verfassungswidrig. Gäbe es keine Ausnahmeregelungen wäre das Rauchen auch in Eckkneipen verboten. Jetzt haben die Länder bis Ende 2009 Zeit hier Änderungen an den Gesetzen zu schaffen. Bis dahin gilt: Es darf wieder geraucht werden.

Grade in den Tagesthemen kam dazu der passende Kommentar: Die Politik war nicht mutig genug und hat sich von der Tabakindustrie und der Lobby der Raucher einlullen lassen und eine Wischi-Waschi Lösung geschaffen. Und auch jetzt wird sich daran nichts ändern. Es fehlt der Mut einfach mal deutlich zu machen, dass Rauchen tödlich ist, nicht nur für diejenigen die es tun. Es fehlt der Mut aus der heutigen Entscheidung den richtigen Schluss zu ziehen: Komplettes Rauchverbot in Gaststätten, wie es in anderen Ländern auch problemlos funktioniert. Aber klar, in Deutschland ist soetwas unvorstellbar…

China zensiert weiter das Internet

Manchmal ist es schon ein zu “glücklicher” Zusammenhang: Alle Benutzer meiner Seite dürften heute für wenige Sekunden einige rote Balken über den Texten erkennen und oben auf der Seite prangt am 30.7. ein Banner von Amnesty International. Mit diesem soll 10 Tage vor dem Beginn der Olympischen Spiele auf die Internetzensur hingewiesen werden. Tja, und wie es der Zufall so will, knickte das Internationale Olympische Komittee heute auch bei der Internetzensur durch China im Pressezentrum ein:

“Meine Verantwortung ist es, sicherzustellen, dass offen über die Wettbewerbe berichtet wird. Das erstreckt sich nicht notwendigerweise auf den freien Zugang und die Berichterstattung über alles, was mit China zu tun hat.”

so Kevan Gosper, Chef der IOC-Pressekommission. Unter anderem Seiten von Amnesty International, der BBC, der Deutschen Welle, der Hongkonger Zeitung “Apple Daily” und der taiwanischen “Liberty Times” sind demnach nicht mehr erreichbar.

Die FAZ berichtet nun von Initiativen Europaabgeordneter eine entsprechende Verordnung auf den Weg zu bringen, die das Vorgehen gegen solche Maßnahmen verstärkt. China verweist im Bezug auf Internetsperren auf andere Länder, die dies ebenfalls machen – auch in Deutschland filtert Google beispielsweise rechtsradikale Inhalte aus den Suchanfragen heraus. Allerdings und vielleicht kann mir jemand da weiterhelfen, ist es doch nicht so, dass entsprechende Server hier nicht erreichbar wären, oder? Da gab es doch mal “Versuche”, die aber doch recht eindrucksvoll gescheitert sind. Jedenfalls bin ich schon auf jede noch so abstruse rechtsextreme Seite gekommen, ohne eine Internetsperre umschiffen zu müssen.

Ob ich das nun löblich finde oder nicht sei mal dahingestellt. Ich habe jedenfalls kein größeres Problem damit, dass es bei uns Tatbestände wie Volksverhetzung gibt, die dann zumindest bei der Google Suche ausgeblendet werden und demnach nicht groß verbreitet werden. Den Vergleich den China da aufmacht, braucht man also nicht zu scheuen.

Hier gehört es selbstverständlich dazu Kritik an der Regierung äußern zu dürfen, ohne das das Blog im nächsten Moment nicht mehr erreichbar ist und es gibt eine rechtsstaatliche Überprüfung. Wenn China annähernd soweit wäre und nicht willkürlich alles kritische Sperren würde, könnte man die Argumente nachvollziehen – bis dahin bleibt aber zu Recht eine Empörung und abermals die Feststellung, dass es falsch ist, solche Spektakel wie die Olympischen Spiele an autoritäre Staaten zu geben in der Hoffnung, diese würden sich dadurch öffnen.

Zur angeblichen Freiheit der ausländischen Journalisten in China, die vorher versprochen wurde, kann ich diesen Artikel in der Süddeutschen nur empfehlen.

Harry Potter VI

Am 20. November 2008 kommt der sechste Teil der Harry Potter Reihe in die Kinos. Heute kam der Trailer hierzu heraus:

Ich bin schon gespannt drauf, auch wenn ich den sechsten Teil sicherheitshalber vorher nochmal lesen sollte, aber das auch deshalb, weil ich mir heute den siebten und letzten als englisches Taschenbuch gekauft habe.

eBay und PayPal – Update

Heute hat eBay auf die Verwirrungen im Bezug auf die PayPal Pflicht (siehe dieser Bericht) mit folgender Mitteilung reagiert:

Liebe eBay-Mitglieder,
derzeit kann es vorkommen, dass einige wenige Verkäufer beim Einstellen von Artikeln auf eBay die Fehlermeldung erhalten, dass Sie PayPal als Bezahlmethode anbieten müssen. Dies ist ein Fehler, den wir so schnell wie möglich beheben werden.
Wir planen nicht, PayPal als alleinige Bezahlmethode bei eBay in Deutschland einzuführen.
Vielen Dank für Ihr Verständnis
Ihr eBay-Team

Wie dann aber solche Textbausteine in das System kommen, ist damit nicht erklärt. Eine Vorausgewählte PayPal Box wäre ja noch zu verstehen, aber was für eine Funktion ist der Haken als Grafik oder welchen Sinn hätte die Textstelle, dass ““alle Verkäufer PayPal als Zahlungsmethode in ihren Angeboten anbieten müssen.”, wenn das nicht geplant ist. Soweit ich weiß, schreibt Software den Text für Internetseiten ja noch nicht nach Gutdünken selber.

Und noch eins ist auffällig: Es geht nicht um die “alleinige Bezahlmethode”, das hat weder das Formular ausgesagt, noch hatte dies jemand befürchtet, es geht vielmehr um eine erzwungene Maßnahme. Niemand geht davon aus, dass man selbst bei PayPal Zwang nicht auch weiterhin per Überweisung bezahlen könnte, etc. Es geht vielmehr darum, dass man als Verkäufer eben auch PayPal anbieten muss, selbst wenn man es nicht will.

Ich werde eBay mal genau mit diesen Fragen mal kontaktieren und bin mal gespannt, ob mehr als 3 bis 4 Sätze am Ende dabei rauskommen.

Macht eBay PayPal zur Pflicht?

Ich habe schon länger nichts mehr bei eBay verkauft, aber in den kommenden Wochen hatte ich dies wieder vor und für meine Mutter ist der Handel auf der Auktionsplattform schon zum Hobby geworden. Umso größer die Überraschung, als dann plötzlich folgende Meldung beim Einstellen eines neuen Artikels auftauchte:

image

Also kurz: PayPal ist Pflicht. Bei mir, der ein PayPal Konto hat, sieht es momentan so aus:

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Vorhin war hier noch ein Auswählen möglich, jetzt ist das Ankreuzen vorgegeben. In den Geschäftsbedingungen habe ich nichts gefunden und in angesprochenem Grundsatz steht auch nichts von PayPal Verpflichtung.

Allgemein wird in Foren gerne von einem Softwarefehler gesprochen (jetzt kann ich jedenfalls nach Reload doch wieder den Haken entfernen), aber doch ein seltsamer Fehler, wenn PayPal nicht am Ende doch verpflichtend werden soll, oder? Wieso sonst sollte es überhaupt einen Text geben, der Aussagt, dass

“alle Verkäufer PayPal als Zahlungsmethode in ihren Angeboten anbieten müssen.”

In Australien war eine entsprechende Planung bereits vor kurzem gestoppt worden. Ich hoffe auch in Deutschland wird es einen entsprechenden Stopp dieser Praxis geben, bei der die eigene Marktmacht zur Förderung der Tochterfirma genutzt wird.

Mal abgesehen von den üblichen Kritiken an Paypal möchte ich doch nochmal deutlich machen, was das praktisch bedeutet. Paypal kostet zwar formell nichts, aber der Empfang von Geld kostet 0,35 ct. + 1,9%. Also wenn man nun einfach mal einen Artikel für einen Euro annimmt, was nicht unüblich ist wenn man seinen Privatkram verkauft, und zwei Euro Versand draufrechnet, kommt man also alleine für Paypal schon auf ca. 41 cent. Dazu noch die eBay Gebühren mit momentan 8 cent ((Aktuell ist die Einstellung von 1 Euro Artikeln kostenlos)) und man zahlt fast die Hälfte der Einnahmen für eBay und PayPal. Da lohnt sich der Aufwand kaum noch.

Ich habe die Verbraucherschutzzentrale mal angemailt, keine Ahnung ob die der richtige Anlaufpunkt sein, aber was sich hier anbahnt ist eine ziemliche Abzocke, die ein wenig an die Verbindung vom Internet Explorer und Windows erinnert – mit dem Unterschied, dass der IE immerhin kostenlos war.

Update: Bitte neuen Bericht mit Reaktion von eBay betrachten.

“Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen”

imageTja, das Obama heute in Berlin war, ist keine Neuigkeit und viele von euch haben wahrscheinlich die Rede im Fernsehen oder gar direkt mit den 200.000 Menschen auf dem “Obamafest” ((wie es teilweise genannt wurde)) verfolgt. Die größte Zuhöhrerschaft hatte Obama bisher mit 60.000 Leuten in Portland im Mai. Also sein bisher größter Wahlauftritt war damit heute in Berlin, Germany. In seiner Rede ging es damit um das transatlantische Verhältnis und darum zur Lösung der Probleme doch verstärkter zusammengearbeitet werden müsste. Das ZDF ((und mein Bruder)) meinte er hätte sich damit als Weltpräsident präsentiert und nicht nur als Weltbürger. Das ist ja auch kein Wunder, wenn man alle Wörter seiner Rede in einer Tag-Wolke zusammenstellt, ist Welt das häufig benutzte Wort seiner Rede:

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So, aber jetzt doch noch einige Anmerkungen zu der Rede: (Originaltext gibt es hier, Auszüge in Deutsch hier)

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Lyrik Datenbank

[Trigami-Review]

Gedichte sind garnicht mein Ding. Ich hatte zwar mal eine kurze Phase, als ich selber Gedichte schreiben wollte, aber die ging genauso schnell vorbei wie meine Zeichnen-Phase. Schon in der Schule bin ich damit nicht warm geworden. Und in meinem Bücherregal findet sich auch nur der ewige Brunnen und staubt vor sich hin. Wenn ich in den entsprechenden Schuljahren vielleicht das Angebot von Dirk Niemeier gekannt hätte, wäre das vielleicht anders. Unter antikoerperchen hat dieser eine Lyrik-Datenbank bereitgestellt, bei der Nutzer ihre Interpretationen von Gedichten einstellen können und man so Anregungen für eigene Untersuchungen findet. Und das ganze sieht auch noch gut aus.

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