Socialcamp – der zweite Tag (Teil 1) 2

Bevor ich in dieser Mittagspause kurz über die beiden Sessions berichte, die bisher stattgefunden haben, noch zwei Updates und Links im Bezug auf den Artikel gestern: Zum einen ist die Präsentation zum Onlinemarketing online, zum anderen bin ich auf einen Artikel in der Süddeutschen gestoßen, bei dem unter anderem auch mein Kollege Björn zu Wort kommt ;) Achja: Und WLan geht auch wieder :D

Der Tag heute begann wieder recht früh, aber bisher mit zwei Interessanten Sessions: In der ersten griff Stefan Everts eine Idee von Dirk Olbertz auf, die
im Prinzip eine Art Werbeprogramm oder Bannerprogramm für Kampagnen darstellen könnte. Dabei können NGOs ihre Kampagnen mit Werbemittel etc. in eine Datenbank eintragen und Blogger können auf ihrer Seite entsprechende Werbemittel einbinden. Dies müsste dann nicht nur Banner bedeuten, sondern kann eben auch für die Schäuble-Ecke und ähnliche Elemente dienen. Wichtig ist dabei, dass Blogger oder andere Werbetreibende die Kampagne entsprechend auswählen können. Eine ähnliche Idee scheint auch OneAim.org zu verfolgen, bei denen es allerdings längerfristiger um die Etablierung eines neuen Webstandards geht.

Die zweite Session war mit 1,5 Stunden recht lang und hat eher Fragen aufgeworfen, aber das ist bei der Frage Demokratie 2.0 auch nicht anders zu erwarten. In der Präsentation wurde zunächst auf Seiten wie Abgeordnetenwatch oder Trupoli verwiesen, dabei seien Blogger doch viel dezentraler und böten die Möglichkeit der Gegenöffentlichkeit. Interessant dabei war der Verweis auf einen Artikel über die “Unpolitischheit und Unreifheit” von Bloggern in der Netzzeitung samt entsprechender Reaktion von Netzpolitik.org. Beides eben längere Texte und nicht mal eben runterzulesen, aber sicher interessant und vorgemerkt für später ;)

Als Möglichkeit der Vernetzung wurde Blogpolis vorgestellt, welches in gewisser Form an Blogparaden erinnert, hierbei aber die Organisation übernimmt.

Allgemein kam es zu einer Diskussion über eDemocracy, beispielsweise aufgrund eines Polizeigesetzes in Neuseeland, welches im Wiki erstellt wurde oder einem Bürgerhaushalt, der so erstellt wurde. Naja, es folgte jedenfalls eine lange Diskussion über die Frage, wie Komplex Entscheidungen für Bürgerbeteiligungen sein sollen und inwiefern beispielsweise Betroffene in der Lage sind auch über den Tellerrand hinaus zu gucken.

Als Neuerung habe ich noch den Begriff des “Echo Chamber effect” mitgenommen, der wohl beschreibt, dass man im gleichen Lager sucht oder aktiv ist. Also es fällt einfach schwer nicht-politisch Interessierte für politische Themen zu interessieren. Demnach konkurrieren politische Seiten oder eben Kampagnen immer um den leichen Pool von Leuten. Einen Weg dieses zu umgehen versucht getdocued.net, welche über den Weg von sozialen oder politischen Dokumentationen Menschen für Politik interessieren können. Mit kurzen Blick auf die Homepage finde ich es als eine interessante Sammlung, die sich durchaus lohnt.

Am Abschluss gab es noch eine durchaus treffende Sichtweise von Markus Beckedahl darüber, wieso politische Blogs in Deutschland noch nicht so angekommen sind. Er sieht den Grund insbesondere darin, dass auch politische Blogs in erster Linie “draufhauen”, also hier auch eine gewisse Boulevardisierung festzustellen sei. Ich denke das trifft es auch ganz gut. Politikinhalte werden eben auch skandalisiert, anstatt sie vielschichtig zu betrachten und werden demnach weniger betrachtet als Zeitungen.

So, und nun gehts in die letzte Sessionphase vor dem Ende des Socialcamp.

2 thoughts on “Socialcamp – der zweite Tag (Teil 1)

  1. Reply Julian Jun 18,2008 21:32

    Hey Patrick, vielen Dank, dass du so nett ueber unsere HP geschrieben hast – habe deinen Blog mal gebooktmarkt ^^, werde bald bei getdocued eine Link-Liste aufnehmen, da kommst du dann auch rein!

    Wenn du noch Vorschlaege oder Anregungen hast, zu unserer Seite, immer her damit :)

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