Jagd nach dem Gold

[Trigami-Anzeige]

Der Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo ist das Beispiel für die „Neuen Kriege“, wie sie Herfried Münkler in seinem gleichnamigen Buch beschreibt. Grade durch Wirtschaftskreisläufe oder Kriegsökonomien werde ein Konflikt demnach am Leben erhalten und für verschiedene Milizen interessant. Das Bild im Kongo ist entsprechend erschreckend:

Von 1998 bis Anfang 2005 wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen im Kongo getötet. Nirgendwo sonst wurden seit dem zweiten Weltkrieg so viele Menschen in einem so kurzen Zeitraum getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten. Alleine in der Provinz Sud-Kivu wurden von 2003 bis 2005 etwa 10.000 Frauen systematisch vergewaltigt – inoffizielle Schätzungen gehen von sogar von bis zu 500.000 Vergewaltigungen aus.

Grade mit diesem Konflikt beschäftigt sich ein aktueller Thriller von Gerard Schwyn. In „Jagd nach dem Gold“ werden aber nicht nur die Zustände und Begebenheiten einer solchen Region beschrieben, sondern insbesondere auch die Hintergründe und die wirtschaftlichen Interessen grade auch westlicher Staaten, die damit den Konflikt weiter anheizten:

Korruption, Gewalt und das Goldfieber beherrschen den von Krisen geschwächten Kongo. Nationale Milizen und Nachbarn stürzen den Osten des Landes in Armut und Elend. Sie nutzen den Reichtum an Bodenschätzen für den Waffenhandel. Während die Einheimischen ums Überleben kämpfen, bereichern sich in- und ausländische Geschäftsleute. Hilfsorganisation und die UNO versuchen, eine minimale Ordnung aufrecht zu erhalten. Doch als ein EU-Delegierter ebenfalls dem Goldrausch erliegt, sendet Brüssel den Spezialagenten George Marteau in den Kongo, der die Missstände aufklären soll. Ein turbulenter und riskanter Kampf an vielen Fronten beginnt. Die Jagd nach dem Gold steigert sich bis zum finalen Höhepunkt, der den EU-Auftrag abschliesst, dem Raub von Bodenschätzen aber kein Ende setzt.

„Jagd nach dem Gold“ stellt damit eine interessante Lektüre für alle dar, die auf andere Art und Weise etwas über den Konflikt, die Netzwerke aber auch das Leben oder Arbeiten in diesen Krisengebieten lernen möchte. Diese Verbindung zwischen Realität und Fiktion geschieht immer wieder durch entsprechende Einschübe oder Gespräche, die dann beispielsweise zu Beginn auch die Probleme deutlich machen, die eine Hilfsorganisation hat, wenn sie in dieser korrupten Region ohne wirkliche Zentralgewalt über die Runden kommen will und dazu zwischen verschiedenen Milizen hin- und herlavieren muss.

Zu beziehen kann man dieses Buch wie üblich über Amazon, aber natürlich auch über jeden anderen Buchhändler des Vertrauens. Weitere Berichte finden sich bei Planet VaoVaoWeb, Monsieur Fischer und Lilly Berry. Bei letzterem Bericht findet man auch ein kurzes Video zur Problematik im Kongo.

Jagd nach dem Gold von Gerard Schwynist
Verlag: Schardt (Januar 2007)
ISBN-10: 3-89841-289-X
ISBN-13: 978-3-89841-289-6
239 Seiten
Preis: 12,80 Euro

Back To Top