ArchivMai 2008

1
Klimaschutz ist Artenschutz
2
Zählen Florida und Michigan?
3
Sende einen Wal nach Japan
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Social Media in Plain English
5
Die drei ??? – Fußballfieber – Folge 123
6
Hartz IV – Ein Antragsdrama
7
Lauter unnütze Produkte
8
Veranstaltungshinweis: Die neue Rechte
9
Neuer Entschuldungskurier in digitalem Format
10
Verschuldung – eine Ansichtssache

Zählen Florida und Michigan?

image In diesen Minuten fällt im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf der Demokraten in den USA eine wichtige Entscheidung: Zählen die Delegierten von Florida und Michigan? In beiden Bundesstaaten war bereits gewählt worden, aber aufgrund vorgezogener Wahltermine waren sie nach den Regeln der Demokratischen Partei vom Nominierungsparteitag ausgeschlossen worden. In Florida erhielt Hillary Clinton 50 Prozent der Stimmen, in Michigan gar 55, wobei Barack Obama hier nicht auf dem Wahlzettel auftauchte und 40 Prozent für unbenannte Kandidaten ((“uncommittet slate”)) stimmten. In Florida konnte er 33 Prozent gewinnen.

image Aktuell führt Obama mit etwas über 200 Delegierten und benötigt nur noch 42 weitere um die Mehrheit für sich zu gewinnen. Sollte sich das Clinton-Lager durchsetzen und beide Staaten komplett gewertet werden wobei Obama in Michigan keine Stimmen erhält, würde sein Vorsprung auf rund 81 sinken und er würde noch 155 benötigen.

Für Obama wäre maximal eine Splittung, also die Hälfte der Delegierten tragbar, wobei die nicht zugewiesenen Wähler in Michigan für ihn gerechnet werden. Dies würde weiterhin bedeuten, dass er mit rund 167(,5) Delegierten führt und damit noch 73 Delegierte benötigt.

In dem “popular Vote”, also der Mehrheit aller Stimmen könnte Hillary Clinton auch nur nach erstem Modell gewinnen, wenn man in Michigan Obama wirklich null Stimmen anrechnen würde.

Heute Nacht wird auch gewählt und zwar in Puerto Rico. Die 63 Delegierten dieses Bundesstaates – der im übrigen bei den Wahlen im November nicht mitbestimmen darf – dürften dabei eher an Hillary Clinton gehen. Die Umfragen stehen hierbei bei ca. 50 Prozent für sie gegen 40 Prozent für Barack Obama.

Die Diskussion des Rules Committee kann man bei CNN live verfolgen. Das Resultat sicher auch später hier…

Social Media in Plain English

Medien werden sozial – oder eben “social”: Social News, Social Bookmarks und was weiß ich noch. Alles kann mit anderen geteilt, diskutiert und bewertet werden. Aber was sind diese “Sozialen Medien”, was ist das Neue in der Medienlandschaft durch das Web 2.0? Lee LeFever hat dies wiedermal sehr gut mit einem interessanten Vergleich versucht zu erklären – “in plain english” versteht sich 🙂

 

Um es vielleicht nochmal aus meiner Sicht zusammenzufassen, grade was die Medien angeht: Man ist nicht mehr alleine darauf angewiesen, die Meinung aufzunehmen, die Zeitungen oder andere Massenmedien einem vorgeben, sondern kann direkt hierauf reagieren, was bisher nur begrenzt in Form eines Leserbriefes möglich war, der auch nicht unbedingt veröffentlicht wurde und noch seltener komplett. Diskussion kann so kaum aufkommen.

Nun kann jeder seine Meinungen in Blogs aufarbeiten, sich mit anderen über bestimmte Themen austauschen oder auch Meldungen verbreiten, die in den herkömmlichen Medien etwas zu kurz kommen.

Klar, die Bedeutung von Zeitungen haben Blogs in Deutschland noch lange nicht ((vom Fernsehen garnicht zu reden)) , aber darum geht es auch (noch) nicht. Während bisher allerdings Informationen und Ansichten eher von “oben” nach “unten” flossen, also von der Politik über die Medien in die Bevölkerung, kann Social Media ((kann man das eigentlich einfach mit sozialen Medien übersetzen? 😉 )) diesen Weg auch in die andere Richtung ermöglichen und damit zusätzlich – keineswegs ersetzende – Kommunikationskanäle unter Bürgern oder auch in Politik oder Medien schaffen. Und das Gute ist, dies geht innerhalb von wenigen Minuten.

Video gefunden bei netzpolitik.org um genau zu sein über eine entsprechende Twitter Meldung und aus dem Grund nochmal ein Hinweis speziell für Kevin zu einem früheren Beitrag mit “Twitter in plain english” 😉

Die drei ??? – Fußballfieber – Folge 123

image Die EM steht vor der Tür und überall begegnet Einem das runde Leder. Auch vor den Drei ??? machte dieses Europaereignis nicht Halt. “Fußballfieber” heißt die neuste Folge der drei Detektive aus Rocky Beach. Und auch wenn es nicht eine große Meisterschaft ist, ist der Anlass für dieses Fieber in Rocky Beach in diesem Fall die Schulmeisterschaft – mittendrin Peter:

Peter, der Zweite Detektiv, trainiert begeistert für die kalifornischen Schulfußballmeisterschaften. Zur gleichen Zeit erscheint ein Junge auf dem Schrottplatz und bittet die Drei ??? um Hilfe: Im Haus seiner Großeltern geschehen unheimliche Dinge und die beiden alten Leute sind überzeugt, dass sie es mit den schrecklichen Vorzeichen des Todes zu tun haben.
Als Justus, Peter und Bob die Ermittlungen aufnehmen, ahnen sie nicht, welche Gefahren noch auf sie zukommen werden…

Jedenfalls macht die Geschichte dann einen ziemlich großen Bogen und kommt dann aber natürlich doch wieder zum Fußballspiel zurück. Das Ende hingegen ist wiedermal etwas skurril, auch wenn ich die Idee des Motives und die Detailfragen durchaus interessant finde. Aber der Sprung ist eben doch etwas zu Groß von den “schrecklichen Vorzeichen des Todes” zur harten Realität des Fußballgeschäfts. In dem Sinne eher 2 von 5 Punkte. Wer wie ich jedoch ein Sammler ist, wird sich auch diese Folge nicht entgehen lassen wollen 😉 [ Kaufen bei Amazon ]

Hartz IV – Ein Antragsdrama

Hier nur ein kurzer Link zu einem Artikel bei Spiegel Online. In diesem beschreibt die 19-jährige Schülerin Christina den Alltag als Antragssteller für Hartz IV. Sie hatte ihrem Vater beim Ausfüllen des Antrages geholfen und auch live mitbekommen, wie er (und sie) im “Jobcenter” zusammengestaucht und menschenunwürdig behandelt wurde. Oder wie sie später mit dem für das Studium gesparrtem Geld auskommen mussten – ohne Zusatzleistungen, die Hartz IV Empfänger bekommen würden.

Alles in Allem ein lesenswerter Artikel. Wie immer muss man sich fragen, ob er verallgemeinbar ist, aber ich denke schon, dass sich einiges davon auch in anderen Schicksalen wiederfinden lässt. Zumindest ist es sicher allgemeingültiger als die gerne hervorgekramten Faulpelze, die sich in der sozialen Hängematte des Staates ausruhen.

Lauter unnütze Produkte

In der Frankfurter Rundschau findet man heute ein interessantes Interview mit Benjamin Barber, in der dieser abermals seine Kritik an einem Kapitalismus als Weltbild darlegt. Im Prinzip folge dieser in erster Linie der Produktion von Dingen, die man eh nicht brauche – wie beispielsweise Wasserflaschen:

[I]n der ersten Welt wird Trinkwasser in Flaschen verkauft – und das, obwohl genügend gutes Wasser aus der Leitung kommt. Und zur gleichen Zeit haben in der dritten Welt gut drei Milliarden Menschen kein sauberes Trinkwasser. Der Kapitalismus hätte die Aufgabe, dieses Problem zu lösen. Das passiert aber nicht – er bleibt dort, wo das Geld ist. Er berücksichtigt zur Zeit nicht die tatsächlichen Bedürfnisse vieler Menschen. Stattdessen passiert genau das Gegenteil: Es werden überflüssige Güter für eigentlich nicht vorhandene Bedürfnisse produziert.

Dies sei der eindeutige Beweis dafür, dass Kapitalismus und Markt eben nicht die Probleme dieser Welt lösen können, sondern sie eher noch verstärken oder eben auch verursachen. In dem Zusammenhang greift er dann auch die “Politik mit dem Einkaufswagen” auf, also die bewusste Entscheidung für oder gegen bestimmte Produkte als politische Strategie:

Es wäre schön, wenn sich zum Beispiel mehr Menschen Autos mit geringerem Spritverbrauch kaufen würden. Aber es wäre effektiver, wenn der Staat einfach den Verkauf von Automobilen verbieten würde, die viel Benzin oder Diesel verbrauchen. Die Unternehmen wären gezwungen, sinnvollere Produkte herzustellen. Der Staat muss seine Instrumente dafür einsetzen. Und dafür wiederum müssen sich die Bürger stark machen. Wir brauchen also keine mündigen Verbraucher, sondern vielmehr mündige Bürger.

Dabei sieht er noch immer nicht Unternehmen in der Pflicht sozial zu handeln, sondern empfindet es als deren Aufgabe “Güter zu verkaufen und Geld für ihre Anteilseigner zu verdienen”. Entscheident ist die Regulierung durch den demokratischen Staat, um hier den Weg in richtige Bahnen zu lenken.

Grundsätzlich hat Barber hier sicherlich recht, auch wenn die Frage des Wassers dies sicher etwas zuspitzt geht es um den Vergleich einer Überflussgesellschaft und der Unterentwicklung in vielen Ländern dieser Erde, die nunmal ganz einfach auch in einem Zusammenhang steht. Das Risiko bleibt bestehen, wenn der Bürger nur noch Verbraucher ist und der Rest sich alles eben über den Markt dann klären soll. Verbraucher und demokratischer Bürger ist nunmal etwas anderes. Bei erstem denkt man an seine (womöglich erzeugten) Bedürfnisse, bei zweitem an die Gesellschaft. Und während erster damit auch – in dieser Rolle – schlecht für die Gesellschaft handeln kann, kann er dies als Bürger wiederum kompensieren.

Aus diesem Grunde ist und bleibt es wichtig auch weiterhin nicht der Annahme zu Glauben, der Markt werde alles richten, sondern weiterhin auf einem Staat zu bestehen, der hier einen Rahmen gibt und den Markt dennoch schützt. Denn eins ist auch für Barber ganz klar:

[Der Kapitalismus] muss gerettet werden, weil wir keine Alternativen dazu haben, oder besser gesagt, die Alternativen, etwa die staatliche Planwirtschaft, trotz all ihrer guten Absichten versagt haben.

Hierzu auch noch der Hinweis auf meine weitergehende Analyse der Kapitalismuskritik von Benjamin Barber.

Veranstaltungshinweis: Die neue Rechte

Hier ein wichtiger Terminhinweis für nächsten Mittwoch:

Nie wieder Faschismus! “Ausländer nehmen uns die Arbeitsplätze weg” oder “Guck mal, wir haben nur noch Kopftücher hier in Gelsenkirchen” sind keine harmlosen Sprüche und weit verbreitet. Ist rechtes Denken in der Mitte der Gesellschaft angekommen?

Im Osten ist die NPD auf dem Vormarsch und im Westen etabliert sich die rechte Organisation Pro NRW. “Nicht nur Skinheads in Springerstiefeln prägen heute das Erscheinungsbild”, so Sandra Stoffers von der Initiative-Links. “Gerne wird das Palästinensertuch getragen, antifaschistische Logos leicht verändert wiedergegeben oder Parolen gerufen, die zunächst als links gewertet werden können”. Rechtes Denken schleicht sich allmählich durch alle Schichten. Ein Vortrag über das Erscheinungsbild der neuen Rechten und eine Bilanz über rechte Aktivitäten, die 2007 in Gelsenkirchen stattfanden, wollen zu einer lebhaften Diskussion anregen.

Die Veranstaltung findet am 04. Juni 2007 um 19 Uhr in der Flora an der Florastraße 26 in Gelsenkirchen statt. Die Vorträge werden von den Referenten Paul M. Erzkamp (Falken) und Dennis Seigerschmidt (VVN BdA e.V.) gehalten. Veranstalter sind das Bündnis gegen Rechts, Initiative-Links, Schalker Fan-Initiative und VVN BdA e.V.

Weitere Infos bei der Initiative Links

Neuer Entschuldungskurier in digitalem Format

Meine Güte, viel erlassjahr heute, aber das war einfach zu genial, um es zurück zu halten. Die letzten Tage waren hier vollkommen mit dem Versand des neuen Entschuldungskuriers voll und ich kenne die Beförderungsbestimmungen für Infopost jetzt vielleicht besser, als mancher Postbeamte am Schalter. Naja, jedenfalls gibt es im digitalen Zeitalter das gute Stück nicht nur auf Papier, sondern auch Digital. Dass es aber inzwischen so digital geht, wusste ich auch noch nicht:

Hier auch nochmal in Normalgröße oder eben auf der erlassjahr Seite als normales PDF Dokument. Issuu ist jedenfalls eine feine Spielerei, die man auch kostenlos und auch für eigene PDFs nutzen kann.

Verschuldung – eine Ansichtssache

Für erlassjahr arbeite ich grade an einer Präsentation für die Mitträgerversammlung, die die Ursachen der Verschuldungskrise in den 80er Jahren in die heutige Zeit überträgt. Hintergrund bildet dabei das Video “Verschuldung – eine Ansichtssache”, welche diese Problematik aufgearbeitet hat. Natürlich gibt es das auch im Netz zu sehen:

Weitere Infos und die endgültige Präsentation kommen sicher in den nächsten Wochen 🙂