Zug der Erinnerung auf dem Abstellgleis

Über den Zug der Erinnerung, eine fahrende Ausstellung zur Deportation im Dritten Reich, hatte ich bereits berichtet und auch darüber, dass die Bahn damit noch locker 70.000 Euro verdient, anstatt ein solches Projekt der Vergangenheitsbewältigung zu unterstützen. Aber es geht nun weiter. Der Zug wollte im Zeitraum vom 13. bis 22. April auch Station in verschiedenen Berliner Bahnhöfen machen:

Beantragt waren der Hauptbahnhof für den 13./14. 04., die Bahnhöfe Lichtenberg 15. /16. 04., Schöneweide 17. /18., Westhafen 19. /20. und Grunewald für den 21. /22. 04. 2008. (Quelle)

Die Bahn hat aber nun nur den S-Bahnhof Grunewald hierfür freigegeben. Gegen den Hauptbahnhof sprechen 28 Konfliktpunkte, so zumindest die Stellungnahme der Bahn, die auch schon meinte, dass sie die Gebühren für die Fahrt und Bereitstellung der Gleise eben kassieren müsse, da sie gesetzlich dazu gezwungen wird. Da sie dabei aber die Gebühren durchaus rechtskonform kassieren, aber gleichzeitig auch Spenden könnte, ist auch hier anzunehmen, dass man nach formaljuristischen Ausreden sucht, um der Ausstellung Steine in den Weg zu legen. Inzwischen hat sich auch Verkehrminister Tiefensee eingeschaltet und eine Korrektur gefordert. Jedenfalls bleibt es dabei, dass die Bahn sich bei der eigenen Vergangenheitsbewältigung nicht grade mit Ruhm bekleckert hat.

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