Ja, Knut ist ein Eisbär

Klar, der kleine Knut war schon recht niedlich. Aber scheinbar haben viele Menschen vergessen, dass dieser kleine, niedliche Bär eben nicht zum Knuddeln geboren wurde, sondern als Eisbär. Ja, als das zweitgrößte Raubtier der Erde.

Nun hat Knut – inzwischen etwas größer als im Bild rechts – in seinem Gehege einige lebende Karpfen im Becken gefunden und eben im Jagdtrieb alle acht aus dem Wasser gefischt und getötet. Für die Besucher ein Anblick, den man wohl nicht erwartete: Sie beschwerten sich.

Leider habe ich nicht genau herausfinden können, worüber: Über den Eisbären, der nicht mehr so niedlich und putzig im Wasser rumtollt, sondern babarisch die Tiere tötete? Oder vielleicht eher über das den Karpfen zugefügte Leid? In jedem Fall wird es für eine Desillusionierend gewesen sein.

Und ganz sicher auch für die Zooleitung: Ich bin ja sicher kein Biologe, aber hätte man sich nicht irgendwie denken können, dass ein Raubtier sich ein solches frisches Häppchen nicht entgehen lässt, wo nicht nur das Essen ((sonst gibt’s für Knut nur aufgetauten Fisch)) Spaß macht, sondern auch der Weg dorthin? Aber vielleicht war auch für diese Knut eben nicht das Raubtier aus dem hohen Norden, sondern noch immer irgendwie der kleine niedliche Tollpatsch, der jetzt einfach nur größer geworden ist? Naiv war es in jedem Fall.

Geplant als Showeinlage war es jedenfalls nicht, denn dies wäre in Deutschland auch verboten. Umsomehr – wo ich schon bei Eisbären bin – wird momentan bei dem neuen Schootingstar der Knuddelbärenbande vorbereitet, denn dieser wird am Mittwoch der Welt präsentiert. Und man hat aus Knut gelernt:

Etappenweise werden jeweils 500 bis 600 Neugierige für 15 Minuten Flocke live sehen können, im Streichelzoo erscheint sie auf einer Großbildleinwand.

Und in weniger als 5 Monaten hat die Eisbärendame bereits soviel erlebt, dass sich eine eigene Biographie lohnt. Zugegeben nur 32 Seiten, aber immerhin. Jedenfalls war ihr Lebensweg gleich mit der Trennung von der Mutter als Star geplant worden. Und vielleicht sollten sich einige der 25.000 Zoobesucher mit denen der Zoo in Nürnberg rechnet, mal fragen, ob dieser Hype nicht vielleicht unnatürlicher ist oder begonnen hat, als das Jagen von Karpfen durch Knut…

(Quellen: SPON / Berliner Morgenpost)

4 Kommentare

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  • So wie ich es in der Zeitung gelesen habe, sind Tierschützer dagegen an gegangen, weil es in Deutschland verboten ist, lebende Wirbeltiere zu verfüttern. Nach Aussage der Zooleitung sind die Karpfen zur Reinigung des Beckens eingesetzt worde. Jetzt sind wir bei dem, was Du schon schreibst: dass sollte doch Biologen wohl klar sein, das Knut dieses Reinigungsteam nicht unbeschadet putzen lässt.

  • Warum haben die sonst die Karpfen ins Wasser gesetzt, wenn sie nicht zu jagtzwecken für Knut dienen sollten? Das ist doch sowas von klar, dass das nur für Knuts beschäftigung sorgen sollte. Oder aber für eine erneute Schlagzeile, denn momentan ist es ja ziehmlich ruhig geworden um Knut.

    Ich find das jetzt nicht schlimm. Ob der Bär jetzt Fisch bekommt, den die Pfleger getötet haben, oder er sich die Fiecher selber jagt, ist doch total Rille.

    Am Anfang wurde rumgemeckert, dass Knut nicht artgerecht aufwächst, und jetzt wo er sich sein eigenes Futter besorgt, wird wieder rumm gemeckert…

    MfG Mark

  • Hi
    in deinem Blog werden bei mir sämtliche Umlaute als komische Zeichen dargestellt.
    Anstatt einem o mit Pünktchen steht nur so was da wie “ö”…
    Ist da was mit deiner Zeichensatzcodierung im Blog durcheinander gekommen,
    oder liegt das eventuell an meinem Rechner?
    tschau

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