Und noch was zum Turbo-Abitur

Wo ich grade dabei bin über unser Bildungssystem zu motzen, noch etwas kurzes zum Abitur oder den übereilten Planungen in einigen Bundesländern dies nach 12 Jahren zu vergeben. Das war doch ein solcher Schnellschuss und vor einiger Zeit hatte ich einen interessanten Kommentar dazu gelesen, den ich leider nicht mehr finde. Naja, jedenfalls wurden dort die Argumente wiedermal hinterfragt: Wir bräuchten das Abitur, weil in Frankreich die Schüler schneller wären als hier. So, welche Bedeutung hat es für einen deutschen Schüler, der in den allermeisten Fällen zunächst oder vornehmlich in Deutschland seinen Arbeitsplatz sucht, dass der europäische Kollege in Paris ein Jahr früher fertig ist? Und wenn jemand nach entsprechender Ausbildung wirklich in der Lage ist, international zu konkurrieren, wäre das Jahr dann entscheidend? Ich denke nicht. Hier wurde eine Hysterie aufgebaut und im Schnellschuss dem Kapitalismus schnell neue Arbeiter geliefert, anstatt zu prüfen, ob das wirklich an den Bedürfnissen orientiert ist. Denn eins gilt für mich auch: Es mag Methoden geben, die ein Lernen des Stoffs auch in 8 Jahren ermöglichen. Bei der Tagesschau – daher der Impuls jetzt – wurde Thüringen gezeigt, wo dies wohl nach guter Planung funktioniert – inklusive Mittagspause und einem freien Wahlfach. Dagegen habe ich dann auch nicht unbedingt etwas (ohne es jetzt genau zu kennen). Ein Bildungssystem, welches sich an den Bedürfnissen der Schüler orientiert und nicht an denen der Wirtschaft kann so etwas womöglich ja wirklich leisten. Aber dann gut überlegt. Achja: Es gibt ein wenig zu denken, dass nur noch bei den Liberalen eine Zustimmung für das Turbo-Abi existiert. So und jetzt schalte ich den Fernseher lieber aus :D

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