K.O. in Texas und Ohio

image Barack Obama scheint Hillary Clinton nun einen Knockout am kommenden Dienstag versetzen zu wollen und benutzt den erreichten Finanzvorsprung nun um die Entscheidung herbei zu führen. 15 Millionen gehen für Werbespots in Texas und Ohio1 raus und bezahlte Wahlhelfer werden eingeflogen, um den Senator aus Illionois noch die letzten entscheidenden Prozentpunkte zu bringen. In den letzten Wochen hatte Obama 50 Millionen Dollar sammeln können, während Clinton nur 32 Mio. sammeln konnte. Nach 11 Niederlagen in Folge braucht sie hingegen dringend eindeutige Siege in den beiden bevölkerungsreichen Staaten, um sich Siegeschancen weiter offen zu halten. Aus ihrem Lager werden die Stimmen bereits lauter, die andeuten, dass eine Aufgabe von ihr folgen würde, sollten diese ausbleiben. Über die Wahlen wird hier im Blog natürlich live berichtet und auch Phoenix hat die Brisanz erkannt und berichtet live ab 0.45 Uhr. Schwere Frage, ob man da lieber zu CNN oder Phoenix greift :)

Währenddessen war Obama am Wochenende ja auch mit der Meldung in Deutschland bekannt geworden, dass er ein verstärktes europäisches Engagement in Afghanistan fordert. Überrascht hat es mich nicht, denn jeder Präsident wird dies nach den Wahlen einfordern. Während man eine kritische Stimmung zum Irakkrieg in den Vereinigten Staaten zu Recht vorfindet, ist dies bei Afghanistan – dem Geburtsort der Anschläge vom 11. September – völlig zu Recht anders. Und auch wenn der demokratische Präsidentschaftskandidat sicher darauf hinweisen wird, dass der Irakkrieg hier notwendige Truppen gebunden hat und noch immer bindet, bleibt die Frage Afghanistan sicher akkut. Und ich muss sagen, sobald es eine vernünftige ganzheitliche Strategie für den Einsatz dort gibt, muss man soetwas neu überlegen.

Obama und Dick Lugar beim Besuch einer russischen Nuklearbasis Wo ich grad schon bei der Außenpolitik bin: Im Lager von Barack Obama überlegt man scheinbar schon nach Ministern für das Kabinett. Auch um dem Vorwurf der Unerfahrenheit in der Außenpolitik zu Begegnen wird zumindest für dieses Ministerium wohl gesucht. Und was man gerüchteweise aufschnappen kann, könnte es ein Republikaner werden, denn sowohl Dick Lugar als auch Chuck Hagel sind im Gespräch. Beide waren lange Zeit in entsprechenden Ausschüssen des Senats und haben sich kritisch gegenüber dem Irakkrieg geäußert. Zum Vorwurf des mangelnden Patriotismus dabei sagte Hagel zum Beispiel einst: „To question your government is not unpatriotic — to not question your government is unpatriotic.“2

Und wo wir schon bei den Republikanern sind: Ähnlich wie bei Obama hat es auch hier jemanden gegeben, der eine Rede von John McCain vertont hat – viel Spaß dabei. Ich sag nur Rückzug aus dem Irak 12.008 :D

  1. 10 in Texas, 5 in Ohio []
  2. Deutsch: Es ist nicht unpatriotisch seine Regierung zu hinterfragen – es ist unpatriotisch sie nicht zu hinterfragen. []
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