Irina Palm

Wenn es in einem Film über eine Frau geht, die Männer mit der Hand befriedigt, kann dies schnell ins schlüpfrige abgleiten und zu einem furchtbar schlechten Film werden. Nicht so bei Irina Palm, einem Film über Maggie, eine Mitfünfzigerin in London, die aus finanziellen Gründen in diese Lage gedrängt wird: Ihr schwererkrankter Enkel liegt im Sterben und alleine eine Operation im weit entfernten Australien kann ihm noch helfen. Nur sind alle Finanzreserven der Familie längst in frühere Therapien geflossen und der Sohn zudem arbeitslos. Auf der Suche nach Arbeit scheitert sie zunehmend und – nach einem Missverständnis – beginnt ihre Karriere als Mastubateurin1.

Das besondere an dem Film ist, dass man eigentlich immer mitfühlen kann, was Irina Palm grade bewegt. Den Ekel vor der neuen Tätigkeit, als sie eingearbeitet wird, den Scharm den sie diesbezüglich vor ihren Freundinnen hat, die Unsicherheit gegenüber dem eigenen Sohn aber schließlich sogar Stolz auf ihren Erfolg, wenn sie ihren Freundinnen dies – auch aus Trotz – auf die Nase bindet und betont, dass sie die Beste in ganz London sei.

Der Film hat dabei trotz der schwierigen Problematik ein hohes Niveau gehalten. Was sie tut, kann man sich denken, aber man sieht es nie direkt – die Filmschnitte sind genau passend ausgerichtet. Und auch der ansonsten oft schmierige Bordellbesitzer hat eine ambivalente Persönlichkeit bekommen. Besonders entscheidend für den Erfolg des Filmes, war aber mit Sicherheit die Darstellung von Marianne Faithfull als Maggie, da sie deren Gefühle unglaublich autentisch rüberbringen konnte.

In diesem Sinne ein klarer Filmtipp, wenn man Tragikkomödien oder eher Charakterdarstellungen mag. Hier noch ein Link zu Thomas, der dem Film 95% gegeben hat und damit auf Platz 2 seiner persönlichen Jahresliste sah, und natürlich der Trailer :D

  1. gibt es dafür eine Berufsbezeichnung? :) []
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