Hamas nennt Bedingungen für Waffenruhe

Meine heutige Beschäftigung mit den Nahost Konflikt begann mit einem Artikel von Avi Primor, dem ehemaligen Botschafter Israels in Deutschland, in der Süddeutschen Zeitung, in dem er dafür plädierte, die israelische Regierung soll mit der Hamas über indirekte Kanäle Gespräche führen, um zu einem Ende der Gewalt zu kommen. Der Titel des Artikels „Ruhe jetzt, Frieden später“ macht deutlich, dass nicht die Lösung aller Probleme im Vordergrund stehen solle, sondern ein Waffenstillstand, der auf Dauer hoffentlich zu einem Friedenszustand führe.Dabei müsse Waffenstillstand weiter gedacht werden, denn eine reine Waffenruhe habe die Hamas in der Hand: Wenn sie nicht Raketen auf Israel abfeuert, wird es auch keine entsprechenden israelischen Aktionen im Gazastreifen geben. Aber Hamas braucht mehr um ihre Beliebtheit zu steigern, nämlich eine weniger strickte Belagerung und Lockerung der Absperrung.

Das Israel damit ein Problem habe, sei verständlich, denn eine solche Öffnung birgt das Risiko von Waffenimporten und als Folge dann entsprechend effektivere Angriffe auf Israel. Nach Primor könne Israel die Zeit aber auch nutzen, um die PLO im Westjordanland zu stützen und damit dafür zu sorgen, dass diese wirkliche Erfolge in den Verhandlungen vorzeigen können und sich die wirtschaftliche Lage verbessert.

Klingt soweit vernünftig, wenn aus riskant, denn auch nach dem Rückzug 2000 wurde Israel ja weiter bekämpft. In diese Richtung ist wohl auch die erste Reaktion der israelischen Regierung auf die Offerte der Hamas zu verstehen:

„We can have calm in the south if there is a total absence of rocket and missile fire from the Gaza Strip into Israel, if Hamas ceases terrorist operations against Israelis, and if there is an end to illegal smuggling of weapons and ammunition into the Gaza Strip,“ said the spokesman, Mark Regev.

In den Bedingungen der Hamas tauchten neben der Absage an militärische Aktionen eben auch die Beendigung von Wirtschaftssanktionen und Öffnung der Grenzen auf. Ich denke auch wenn es zweifelhaft ist, ob dies wirklich eine dauerhafte Lösung ist und die Hamas nun doch das Existensrecht Israels anerkennt. Aber vielleicht schafft dies neue Zeit und vor allem neue Impulse für eine Lösung der Nahostkrise. Die beiden Freunde von „Life must go on“ hatten bereits zuvor eine Petition gestartet, bei der es um einen einmonatigen Waffenstillstand geht – der sich dann hoffentlich immer wieder verlängert.

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