Dagmar Metzger als Lobbyistin?

Der Aufhellblitz hatte es gestern veröffentlicht und Dennis und Julia haben es aufgegriffen: Ist Dagmar Metzger vielleicht eine Lobbyistin der Atomindustrie und hat deshalb Ypsilanti zum Sturz gebracht? Hintergrund für diese Vermutung: Die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat bei einem örtlichen Energieversorger, der über einen Umweg schließlich zur E.ON führt. Ich halte von dieser Theorie nicht viel und denke man sollte vorsichtig dabei sein.

Unbestreitbar ist doch, dass Ypsilanti ihre Wahlaussage nicht mit der LINKEN zu kooperieren nicht halten wollte. Wenn Dagmar Metzger diese jedoch ernster betrachtet, muss man dies zunächst einmal so annehmen und sollte dem nicht gleich mit dem Lobbyismusvorwurf oder gar gekaufter Untreue entgegentreten. Ihre Ansichten zur LINKEN – insbesondere den Verweis zur SED und Mauerbau – halte ich zwar für unpassend, aber es ist ja nicht so, dass dies so unglaubwürdig ist, um es eindeutig als vorgeschoben erkennen zu können. Der Lagerkampf und die Unsicherheit in der SPD ist dafür viel zu offensichtlich.

Und ebenso unbedeutend ist ihr Sitz im Aufsichtsrat. In diesem sitzt sie als Stadträtin von Darmstadt. Grund hierfür sind wohl die 52,9 Prozent des Energieversorgers, die der Stadt gehören. So und wer immer davon redet, dass Energieversorger in staatlichem Besitz sein sollen, darf sich doch dann nicht wundern, wenn kommunale Vertreter dort drin sitzen. Wenn man aus solchen Dingen immer gleich Lobbyismus macht, dann möchte ich aber nichts mehr von Vergesellschaftung hören. Der Aufsichtsrat ist in erster Linie ein Kontrollgremium.

Und abschließend: Es mag sogar sein, dass sie energiepolitisch andere Ansichten hat, als Ypsilanti. Aber einen Hinweis, dass Ypsilanti aus politischen Gründen abgelehnt wurde – für so etwas gibt es ja eigentlich Parteitage und Fraktionssitzungen – fehlt einfach und alles andere bleiben damit Theorien, die in eine momentane Stimmung gegen Metzger passen, aber im Kern undemokratisch sind, denn das Problem hat Ypsilanti sich selbst geschaffen und Metzger nimmt nur das Recht wahr, sich an das zu halten, was sie versprochen hat.

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