Blick nach Amerika: Obama baut Vorsprung aus

Nach den Vorwahlen vom 4. März war es vorwahltechnisch ziemlich ruhig geworden hier, darum nun ein großes Update :) Zunächst die kleine Delegierten-Mathematik. Nach den Siegen bei den letzten Vorwahlen in Wyoming am Samstag und Mississippi gestern hat Obama seinen Vorsprung weiter ausbauen können und führt mit rund 130 Delegierten vor seiner Konkurrentin, bei rein gewählten Delegierten liegt der Vorsprung nochmal minimal höher.

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Die nächsten Wahlen liegen nun in der weiten Zukunft: In Pennsylvania wird am 22. April den nächsten Höhepunkt bilden. Momentan führt dort noch Hillary Clinton in Umfragen, aber sechs Wochen sind eine lange Zeit.

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Diese lange Zeit verstärkt aber auch Befürchtungen nach einer Schlammschlacht bei den Demokraten. Eine Beraterin von Obama hatte bereits ihren Hut nehmen müssen, nachdem sie Clinton im Interview als Monster bezeichnet hatte, während heute eine Beraterin von Clinton doch zurückgetreten war, nachdem sie versucht hatte Obama’s Hautfarbe im Wahlkampf zu betonen. So sagte Geraldine Ferraro, Barack Obama

wäre nicht in seiner derzeitigen Position, wenn er weiß oder eine Frau wäre. (…) Er hat einfach sehr viel Glück, der zu sein, der er ist. Und das Land hat sich in diesem Konzept verstrickt.

Das Angebot von Hillary Clinton doch als Vizepräsident gemeinsam in die Präsidentschaftswahlen zu starten hat Obama jedoch bereits abgelehnt:

Ich weiß nicht, wie jemand, der an zweiter Stelle liegt, demjenigen auf Platz eins die Vizepräsidentschaftskandidatur anbieten kann. (…) Ich will nicht Vizepräsident werden, sondern Präsident der Vereinigten Staaten. Ich will der Chef sein.

Aufgrund des knappen Ergebnis wird nun überlegt, wie man es mit Florida und Michigan hält, in denen bereits gewählt wurde, die aber aufgrund von vorgezogenen Wahlterminen keine Delegierten zum Parteitag schicken dürfen. Momentan scheint es am wahrscheinlichsten diese nochmal zur Wahlurne zu rufen.

Dementsprechend kann man gespannt darauf sein, was sich in den USA noch ereignet, bis der demokratische Kandidat feststeht. McCain kann sich angesichts der Streitigkeiten bei den Demokraten nur die Hände reiben, denn so wird das Lager noch weiter gespaltet und ob man dann am Ende wieder zusammen hinter einem Kandidaten gegen die Republikaner antritt wird von Tag zu Tag, von Angriff zu Angriff schwerer. Im übrigen: Nach einer Berechnung von Mirror on America könnte es für Obama deutlich näher an die erforderlichen 2025 Delegierten herankommen, als angenommen.

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