15 Sekunden

Die Lage im Nahen Osten ist gestern abermals eskaliert, als über 50 Menschen ihr Leben bei israelischen Angriffen auf den Gazastreifen ließen. Die Hamas ruft daher nach Hilfe in der arabische Welt. Hilfe wobei, muss man sich fragen. Mehr Raketen?

Israel hat den Gazastreifen 2005 verlassen in der Hoffnung, danach dem Frieden einen Schritt näher zu kommen. Und was passiert? Israel wird weiterhin mit Raketen beschossen. Besonders betroffen ist die Stadt Sderot, die nahe dem Gazastreifen liegt. 15 Sekunden Vorwarnzeit haben die Menschen dort, um sich in Deckung zu bringen. Man kann sich ja wirklich mal überlegen, wie es wäre, jederzeit darauf vorbereitet zu sein, in den nächsten 15 Sekunden Deckung zu suchen.

Natürlich ist die Lage für die Zivilisten im Gazastreifen nicht besser. Im Gegenteil: Sie leiden zusätzlich unter der Armut ihrer Region und werden ebenso Opfer der israelischen Raketen.

Dennoch bleibe ich dabei, die Raketen auf Israel als die Ursache der momentanen Gewalt zu bezeichnen. Israel hat den Anspruch auf den Gazastreifen fallen gelassen, sich zurückgezogen und damit die Forderung nach Frieden betont. Dies ging ja sogar soweit, dass man dieses Gebiet an Ägypten abtreten wolle1, aber wirkliches Interesse hatte das Land -verständlicherweise – nicht daran. Allerdings hat die Hamas für den Gazastreifen damit auch die Aufgabe den Frieden Israels zu sichern. Diese hat daran nicht nur kein Interesse, sie betreibt aktiv das Gegenteil.

Im übrigen: Der UN Sicherheitsrat hat dies in einer Sondersitzung genauso beschrieben und den fortwährenden Beschuss mit Raketen kritisiert, aber auch Israel zur Verhältnismäßigkeit aufgerufen.

Die Lösung scheint weit entfernt, weil der einseitige Abkopplungsplan von Sharon nicht mit entsprechenden Gegensignalen beantwortet wurde. Hamas hat kein Interesse an einer Zweistaatenlösung, sondern noch immer davon ausgeht, dass Israel irgendwann wieder verschwindet. Dies wird ganz sicher nicht passieren und so bleiben die Menschen im Süden Israels sowie die Zivilisten im Palästina die Geiseln und Leidtragenden dieser Politik.

  1. wie im übrigen auch das Westjordanland an Jordanien []
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