Was des einen Pauli, ist der anderen Metzger

Okay, der Vergleich hinkt sicherlich ein wenig, aber dennoch haben sowohl Pauli wie nun auch Dagmar Metzger ihren Einfluss auf die Personalia ihrer Partei gehabt. Während erste den Rücktritt von Stoiber voran brachte, dürfte zweite nun den Fall von Ypsilanti eingeleitet haben. Ich meine zumindest sieht es momentan so aus, denn das ändert sich bei der SPD fast stündlich und Kurt Beck redet erst in rund eine Stunden vor der Bundespressekonferenz. Aber was dort für ein Chaos herrscht ist schon mehr als merkwürdig.

Donnerstag verkündet die genannte Landtagsabgeordnete Dagmar Metzger, dass sie eine Tolerierung durch die LINKE nicht mittragen könne, Projekt gescheitert. Dann wird Dagmar Metzger gedrängt die Meinung zu überdenken und gar ein Parteiausschuss wird diskutiert. Wenn man jetzt die (eigentlich zentrale) Frage offen lässt, wieso Metzger gehen soll, wenn sie sich an Wahlaussagen hält, sah es ja wieder gut aus für Ypsilanti und nun wohl doch wieder nicht. Aber wer weiß, wie es weitergeht, denn die Entscheidungen der SPD schwanken momentan sehr stark. So gab es den Beschluss die Landesverbände dürften frei über Kooperationen mit der LINKEN entscheiden und nun wurde Ypsilanti wohl dort zurück beordert.

Hier zeigt sich, dass die SPD keine Ahnung hat, wie sie mit der LINKEN umgehen soll: Verteufeln und hoffen, dass sie irgendwann wieder verschwinden, einbinden und entzaubern oder ihre Politik machen? Und ohne eine Strategie kommt es eben zu diesem Hü-und-Hot. Wie es weitergeht, kann man wohl mit Kaffeesatzlesen noch am besten feststellen. In Hessen wird nun über Jamaika nachgedacht – glücklicherweise haben die Grünen dort aber schon signalisiert, dass dies keine realistische Aussicht ist. Ich kann da wirklich nur hoffen, dass zumindest dabei eine konstante Haltung bestehen bleibt.

2 Kommentare

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  • Also da ist wirklich einiges schief gelaufen. Allerdings haben die innerparteilichen Gegner Ypsilanti auch schön ins offene Messer laufen lassen.
    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass Dagmar Metzger falsch gehandelt hat, denn ihre Ziele (Abschaffung der Studiengebühren, Atomausstieg, …. laut ihrer Webseite) hätte sie am ehesten mit einer von den LINKEn tolerierten Minderheitsregierung durchsetzen können. Wenn jetzt Koch noch mehrere Jahre weiter regiert, ist das genau das Gegenteil von dem was sie (Metzger) wollte.

  • Liebe Julia, da muss ich massiv widersprechen! Pragmatisch betrachtet, magst Du sicherlich Recht haben.
    Allerdings würde dies bedeuten, dass – zur Erreichung der eigenen Wahlziele – jegliche Integrität verloren geht. Ein derartiges Vorgehen, nur als Mittel zum Zweck, birgt außerdem eine andere Gefahr: die Erreichung der eigenen Ziele kann später weitreichende Zugeständnisse an die Linke erfordern. Deren radikale Ansichten kommen erst nach der Wahl stückchenweise ans Licht. Wer die Aussagen einer Marjana Schott (Vorsitzende der Linken in Hessen) zu einer Verstaatlichung des Eigentums unterstützt, fördert damit eine Rückwertsgewandheit, die in den Äußerungen von Christel Wegner zur Stasi gipfelt…
    Genau dies täte Dagmar Metzger, wenn sie dieser “Prinzipienlosigkeit” gefolgt wäre. Dafür, dass sie genau das ablehnt, gebührt ihr hohe Achtung!

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