Hauptschule abschaffen!

Diese Forderung erhob Panorama soeben in ihrer Sendung und hat mich damit dann doch noch vor den Computer gelockt. Denn ich stimme dem vollkommen zu und sage: Gymnasium und Realschule auch gleich. Die Dreiteilung der Schulbildung ist absolut unsinnig und führt nur klassische Standesvorstellungen weiter. Die Elite im Gymnasium, die Unterschicht in die Hauptschule – diese Bilder existieren noch immer und gelten entsprechend dann auch für die Berufschancen. Und welchen Sinn hat diese Aufteilung? Angebliche Leistungsunterschiede? Da muss ich doch lachen, denn zum einen muss man sich wirklich fragen, ob mit 10 Jahren wirklich erkennbar ist, wer wie gut ist und damit den Lebensweg dieser Kinder entscheidend vorbestimmt. Und anders als Vertretern einer gemeinsamen Schule bis 10 vorgeworfen wird, geht es keineswegs um Gleichmacherei. Im Gegenteil: Es geht um individuelle Förderung. Wer geht denn davon aus, dass auf dem Gymnasium dauerhaft alle Schüler gleich gut in Englisch, Mathe oder Biologie sind? Dort gibt es doch auch Unterschiede. Es gibt einige, die immer nur Bahnhof verstehen und einige, die sich womöglich langweilen, wenn der Lehrer es nochmal oder zu langsam erklärt. Wäre es nicht sinniger hier individueller zu agieren und ein Schulsystem zu haben, bei dem es für jedes Fach Leistungsstufen gibt, als diese zu pauschalieren. So kann ein Schüler eben in der “besten” Klasse für Mathe sein, in Physik “durchschnittlich” und in Englisch verstärkt gefördert werden und dies an einer Schule. So, das musste jetzt einfach raus. Dieses dreigliedrige Schulsystem selektiert und grenzt aus und es gibt keinen vernünftigen Grund dafür daran festzuhalten, oder? Noch ist der Beitrag bei Panorama nicht online, aber guckt selber nach, ob sich das geändert hat, ansonsten wird der Beitrag morgen auch geändert, wenn dies ansteht.

2 Kommentare

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  • Also ich fände das System der drei- oder zweigeteilten Fächer auch wesentlich besser. In England habe ich das kennengelernt, dort gab es A- und B-Kurse in den man je nach Fähigkeiten ging. Und wen ich das richtig in Erinnerung habe, wurde das jedes Jahr nach der Note neu bestimmt.

  • Ja, ich gebe dir in jedem Punkt recht! Ich habe gerade mal gegoogelt, auf welchem Stand wir uns aktuell bei diesem Thema befinden.
    Vor einem Jahr ging es durch die Politik, als Munoz das System anprangerte. Und was ist draus geworden, aus den Vorhaben der Landesminister? Also ich mag die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass meine Tochter, die dieses Jahr in die erste Klasse einer Montessorie-Grundschule kommt nicht nach schlau – mittelmäßig – doof eingestuft wird…
    Die Argumente, die du bringst sind doch so einleuchtend… da muss man doch kein Lehramt für studieren (wie ich), dass ist doch gesunder Menschenverstand, oder?
    Weiß denn jemand, wie’s aktuell aussieht, ist schon etwas konkret beschlossen?

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