ArchivMärz 2008

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Fitna
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Referattipps
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Nahrungsmittel in der Realität
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Stasi war gestern, heute ist LIDL
5
Armut abgeschafft
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China, Tibet und der Boykott
7
Koalitionsaussage und Inhalte
8
Ei-Käse Brot
9
Das Phänomen Obama
10
Ostermontag

Fitna

Pressefreiheit und Meinungsfreiheit sind ein Grundfeiler der Demokratie und auf jeden Fall zu verteidigen. Hierzu gehört eben auch eine gewisse Leidensfähigkeit was den Umgang mit Kritik angeht. Politiker müssen das tagtäglich erleben und auch die christliche Kirche hat schon den ein oder anderen Scherz über sich ergehen lassen müssen. Kritik an öffentlichen Institutionen oder Personen öffentlichen Interesses gehört in Demokratien eben dazu und man muss sich damit arangieren. Das dies nicht immer leicht ist, zeigten die Mohammed Karikaturen vor einiger Zeit wohl am offensichtlichsten. Seit dem gibt es immer wieder eine Diskussion darüber, ob der “Westen” nun bereits kapituliert oder ob man nicht zuviel Provoziert.

In diese Richtung sollte wohl auch der Film Fitna des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders gehen. Ich habe ihn mir inzwischen auch angesehen und muss sagen: Nicht viel neues drastisch verpackt. Weiterlesen

Nahrungsmittel in der Realität

Katha hatte zu meinem Ei-Käse-Brot Artikel kommentiert, dass die Bilder “ekelig” seien. Es fällt mir nicht viel mehr dazu ein, als “ja, kann sein”. Ich habe zugebenermaßen keine Lust gehabt, hier ein perfektes Bild zu stellen, sondern es entstand aus der Situation heraus. Sei es drum, jedenfalls erinnerte ich mich an einen Beitrag von Joachim, bei dem das Kunstprojekt “Werbung gegen Realität” vorgestellt wurde. Dabei wurden Verpackungen von Lebensmitteln fotografiert und dazu dann aber eben auch die Realität. Wie weit dies doch auseinander liegen kann, zeigt die Seite aber auch dieses Video dazu:

Stasi war gestern, heute ist LIDL

Okay, okay. Ein reißerischer Titel, aber es ist auch nicht immer leicht sich etwas einfallen zu lassen 🙂 Außerdem was die Verkäufer bei LIDL angeht, ist der Unterschied jetzt auch nicht so groß. Das diese nicht die besten Arbeitsbedingungen haben, war ja schon klar, aber das sie wie der Stern morgen berichten wird ((Vorbericht bereits verfügbar)) , gezielt ausspioniert wurden, ist doch noch etwas anderes. Beispiel gefällig?

Mittwoch, 14.15 Uhr
Frau C. und Frau S. verlassen die Filiale um zu einer Schulung nach Braunschweig zu fahren. Beide äußern sich negativ über die anberaumte Schulung. Sinn und Zweck wurden nicht verstanden; beide hoffen, dass die Zeit schnell rum geht, aktive Mitarbeit an der Schulung lehnen beide bereits im Vorfeld ab. (Quelle)

So weit ist der Unterschied zu STASI Akten, bei denen es um die Gesinnung zum Sozialismus ging sicher nicht. Ansonsten finden sich in den Protokollen die Anzahl der Toilettenbesuche, mögliche Liebesbeziehungen und weitere Einschätzungen über die Arbeitsleistung. Schon ziemlich schaurig und wiedermal fällt LIDL negativ auf…

China, Tibet und der Boykott

In der heutigen Süddeutschen Zeitung findet sich ein sehr guter Kommentar zum Boykott der Olympischen Spiele von Nico Fried, den ich nur weiterempfehlen kann. Die zentrale Aussage ist sicherlich:

Die Spiele in Peking sind ein zweiwöchiges, also temporäres Ereignis, von dem man immer wusste, dass es im größten Potemkinschen Dorf aller Zeiten stattfinden würde. Wie ein Staat wie Deutschland dauerhaft mit einer werdenden Großmacht umgeht, deren wirtschaftlicher Erfolg auch auf politischer Unterdrückung basiert, ist dagegen eine Frage, die seit Jahren für Diskussionen sorgt, in denen es keine einfachen Antworten gibt.

Es geht weiter um den Wandel durch Handel, der für China erhofft wird, aber kaum zu erkennen ist und damit der Modernisierungstheorie ((Liebe Grüße an Daniel, ich weiß wieder wie die Gegenthese zur Dependenztheorie heißt :D)) eindeutig wiederspricht, nachdem wirtschaftlicher Aufschwung und Kapitalismus eben zur Demokratie führt. Also lest den Artikel.

Aus China selber habe ich von einem Kommilitonen, der grade ein Auslandssemester in China absolviert, erfahren, dass die Propaganda durchaus funktioniert und in der Bevölkerung eben der Dalai-Lama-Clan als Hauptschuldig gesehen wird und die ausländische Presse eh nur lügt. Manipulation funktioniert damit wohl besser als erwartet…

Koalitionsaussage und Inhalte

Es kommt ein wenig zur Unzeit: Die Spitzenkandidaten der Grünen haben anscheinend beschlossen, ohne Koalitionsaussage in die Bundestagswahlen zu gehen. Gleichzeitig mit den Koalitionsverhandlungen in Hamburg und dem Wechsel von Oswald Metzger zur CDU wurde heute morgen im Morgenmagazin gleich schwarz-grün zum Thema des Tages. Argh! Es hat mich schon geärgert, dass der folgerichtige Wechsel von Metzger so aufgepuscht wurde. Dieser ist zum einen nach seiner Entwicklung der letzten Jahre abzusehen gewesen und zum anderen handelt es sich eben um einen Fortgang eines Politikers, der die Mehrheit der Grünen sicher nicht mehr anspricht – im Gegenteil war er ja wegen einer Entscheidung der BDK gegangen. Naja, jetzt hab ich schon viel zu viel zu ihm gesagt, deshalb lieber zum Ursprung: Der Weigerung einer Koalitionsaussage für die Wahlen – oder eher die Ankündigung der Spitze ohne einen solchen in die Wahl zu gehen bei uns entscheidet das zum Glück ja noch die Basis.

Und ich hoffe, dass es anders kommt: Es geht nicht darum sich zwingend an die SPD zu binden. Im Gegenteil: Ich war ja selbst in Hamburg recht pragmatisch.  Aber ich finde auch wichtig, deutlich zu machen, mit wem grüne Inhalte besser umzusetzen sind. Und dies ist sicher nicht die CDU, wie auch Trittin oder selbst Künast feststellten. Und damit bekommen die Inhalte, die in dem Zusammenhang betont wurden, schnell den Geschmack einer Beliebigkeit.

Von daher muss man nicht kategorisch ausschließen, mit der CDU zu reden, wenn die Wahlergebnisse nicht anders ermöglichen. Priorität sollte aber – grade aufgrund der Inhalte – eine Aussage zugunsten der SPD haben. Alles andere erweckt bei aller Betonung der Inhalte zwangsläufig den Eindruck der Beliebigkeit.

Und noch eins ist eindeutig: Wir sollten keinen rot-grünen Wahlkampf führen, sondern einen klaren grünen Wahlkampf. Wir sollten Schwerpunkte definieren, die man vermitteln kann. Und ich finde es gehört dann auch dazu zu sagen, mit wem man diese Ziele umsetzen möchte. Wer dies nicht tut, tut so, als wären CDU und SPD in dem Zusammenhang gleich nahe an den Grünen Zielen.

Ei-Käse Brot

P1030548 Dieser Beitrag gehört sicher in die Kategorie Skurril – wenn ich sie denn hätte. Denn entstanden ist er aus einer abendlichen Toastbrot Aktion. Kevin und ich bereiteten uns also Brote zum Abendbrot zu, als Kevin mir doch vorschlug ein Brot mit Ei und Käse zu essen – dies würde gigantisch ((die genaue Wortwahl weiß ich leider nicht mehr, aber in etwa dürfte das schon stimmen 🙂 )) schmecken. Nun, faul wie ich bin vor allem aber weil die Eier direkt vor Kevin standen bat ich ihn daraufhin mir doch ein Ei zu pellen. Seine Bedingung: Ein Blogeintrag zu diesem “Rezept”, was ich hiermit dann auch einlöse.

Das Rezept ist in der Basisvariante relativ einfach. Brot, Butter oder Magarine, darüber ein Ei, ein wenig Salz und schließlich ein Stück Käse – fertig. Von Katha habe ich aber schon die Deluxevariante empfohlen bekommen mit zusätzlichen Tomaten, Salat und Mayonaise. Getestet wurde aber nur die Basisvariante auf einem Bio-Vollkorn Toastie.

Vielleicht war letzteres die Ursache dafür, dass die versprochene Geschmacksexplosion ausblieb? Ich weiß es nicht, jedenfalls schmeckte es ganz okay, aber eben nicht phänomenal. Bei Galileo würde es jetzt drei von fünf möglichen Käsescheiben geben.

Weitere Verfeinerungen werden aber bei Gelegenheit noch getestet und bei Bedarf berichtet. So und nun genug der skurrilen Beiträge 🙂

Das Phänomen Obama

“Yes we can!”, “Change we can belive in” und “Hope” sind Schlüsselbegriffe des Vorwahlkampfes in den USA geworden. Grund hierfür ist ganz eindeutig Barack Obama, der eine Obamania aufgebaut hat. Zu den neusten Entwicklungen komme ich noch, hier nur der Hinweis auf eine Dokumentation des ZDF über den Senator aus Illinois vom vergangenen Freitag, welche man in der ZDF Mediathek sehen kann und die wirklich sehr interessant ist. Rund 30 Minuten die sich lohnen 🙂 (via)

Ostermontag

Heute ist nochmal Feiertag. Aber wieso eigentlich? Also die Auferstehung von Jesus wurde doch am Ostersonntag bereits gefeiert, woher kommt dieser weitere Feiertag? Zugegeben, eine theologische Erklärung sieht anders aus, aber Wikipedia bringt folgende Erklärungen zu Tage ((Anmerkungen und Richtigstellungen sind dementsprechend herzlich willkommen :D) :

  1. In der Katholischen Kirche folgt acht Tage nach dem Oster- (und auch das Weihnachts-) Fest der sogenannte Oktavtag, der als Abschluss des Hochfestes dient. Die Zeit zwischen Ostersonntag und dem folgenden Sonntag wird demnach als Oktav bezeichnet. Damit zumindest an einem Werktag auch die Teilnahme an einem Festgottesdienst möglich ist, wurde dann eben der Ostermontag zum Feiertag.
  2. Aber auch in der Bibel findet sich eine entsprechende Begründung (Quelle Wikipedia):

In dieser Geschichte sind zwei Jünger am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu aus Jerusalem fort gegangen, um wieder nach Emmaus zurückzukehren. Auf dem Weg schließt sich ihnen ein dritter, unbekannter Mann an. Dieser hinterfragt die Trauer der beiden Heimkehrer und erläutert ihnen schließlich, dass der Messias all das erleiden musste, wie es die alten Schriften vorhergesagt hatten. In Emmaus angekommen laden die Jünger den Mann ein. Er bricht am Tisch das Brot und in diesem Moment erkennen sie den auferstandenen Jesus, welcher aber gleich vor ihren Augen verschwindet. Sie kehren sofort um und erreichen noch in der Nacht wieder Jerusalem und erzählen den dort noch versammelten Jüngern von ihrem Erlebnis.

Also ich kann mir jetzt zumindest eher erklären, wieso heute auch frei war 🙂 Im übrigen findet man im Blog meiner Mutter einen interessanten Blick über die kulturellen Grenzen hinweg zu anderen Ritualen des Osterfest – unter anderem leichte “Schläge” für Frauen und Mädchen in Tschechien und Ungarn.