Debatte der Demokraten

Also bisher habe ich bezüglich der Debatte zwischen Obama und Clinton noch keine Meldung gefunden, die einen Sieger oder direkte Folgen ausmachen konnte, nur damit hat Hillary Clinton es eben – trotz einiger Attacken – nicht geschafft, den Aufwind von Barack Obama zu stoppen. Entscheident wird es bekanntlich kommende Woche bei den Wahlen in Texas und Ohio. Hier nun nochmal das Protokoll der Live-Blog Sitzung letzte Nacht:

0:46

Oh… los geht :)

0:48

und gleich mit der Meldung, dass die Debatte erst um 3 Uhr los geht. Nach der ersten Ankündigung von Phoenix war ich davon ausgegangen, dass es dann schon fast vorbei ist. Mal sehen, was bis dahin als Programm geboten wird, notfalls kündige ich halbstündige Schlafpausen schonmal an :D

0:52

Während der Debatte kann man bei Phoenix im übrigen online abstimmen, wer die besseren Argumente hat :)

0:53

Jetzt läuft die Dokumentation „Hillary gegen Obama. Der Kampf ums Weiße Haus“

0:56

Sie lief bereits in der ARD und ist mir bekannt. Ich nutze die Zeit deshalb, um noch ein wenig mehr Schlaf zu tanken, damit dies später bei der Debatte nicht zum Problem wird und auch morgen nicht, wenn es trotz Debatte natürlich zur Arbeit geht :D

0:57

Anschließend (ca. 1.30 Uhr) folgt die Dokumentation „Straßenkreuzer ade – Vom Niedergang der US-Autoindustrie“ und um 2:00 Uhr „Amerikas anderer Seite. Was Kalifornien besser macht“. Zu zweiterem bin ich vielleicht wieder da, spätestens aber ab 2.30 Uhr bin ich wieder hier an der Tastatur.

0:58

Ist zwar etwas seltsam ein Live-Blog mit solch langer Pause, aber Dokumentationen lohnen sich auch nicht wirklich als Live-Blog :D

0:58

Darum, bis spätestens 2.30 Uhr, wenn es auf den Entspurt zur Debatte von Obama und Clinton geht.

0:59 [Be Right Back Countdown] 60 minutes

3:00

So grade rechtzeitig wieder da.

3:02

Und das Intro ist abgelaufen und es geht los :)

3:06

Die erste Frage geht an Hillary Clinton und sie geht dabei auf ihr Gesundheitssystem ein und „Shame on you“ von ihr gegen Obama.

3:09

Konterfrage der Moderatoren: Aktuell wird ja auch ein Bild mit Obama und Turban (Besuch in Kenya in traditioneller Kleidung, siehe NZZ) in die Medien gebracht. Angeblich von Clinton – sie streitet dies ab und für Obama ist es auch okay.

3:13

Diskussion jetzt um die Gesundheitsversicherung.

3:14 [Image popup] obamaturban.jpg 

3:19

Es geht vor allem um die Verpflichtung zur Versicherung. Obama sieht dies wohl für Kinder und Jugendliche vor, Clinton für alle. Obama befürchtet, dass diejenigen, die es sich nicht leisten könnten eine solche abzuschließen, dann auch noch mit Strafgebühren zu leben hätten, wie es in einigen Teilen der USA bereits gegeben sei.

3:20

Nun Diskussion über NAFTA.

3:21

Clinton: NAFTA muss korrigiert und geändert werden, um den Menschen in Amerika stärker helfen. Sie wäre immer dagegen gewesen.

3:23

Obama: Clinton war nicht immer dagegen, hat sich nun geändert. NAFTA ist gut für Wall Street, aber nicht für Main Street. Arbeitsrechts- und Umweltstandards fehlen.

3:27

Nachfrage: Ausstieg? Clinton sagt Nein, nicht sofort. Neuverhandeln und wenn man es nicht hinbekommt, dann würde der Ausstieg kommen.
Vorhaltung, dass Sie NAFTA gelobt hatte, grade wegen der Vorteile von New York und nun in Ohio plötzlich anderer Ansicht sei.

3:29

An Obama: Neuverhandlungen ebenso wie Clinton. Also kein „Hammer“ einfach auszutreten. War aber immer kritisch NAFTA gegenüber.

3:31

Zur Wirtschaft: Clinton – 5 Millionen Arbeitsplätze vorgesehen, 2000 im Wahlakmpf ähnliches vorgeschlagen, da aber verloren? Vielleicht etwas zu ambitioniert?

3:33

Antwort: 2000 setzte sie auf Al Gore und ging nicht von Bushs Politik aus. 5 Milliarden in Konjunkturporgramm setzen. Oh… Deutschland wird erwähnt als Beispiel für Erneuerbare Energien. Dort will sie auch Arbeitsplätze schaffen.

3:34

Frage an Obama: Mangelnde Außenpolitikserfahrung (wie Bush auch)? Hinweis auf Kritik von Clinton.

3:36

Antwort Obama: Erfahrung ist nicht gleichzusetzen mit Jahren in Washington. Hinweis auf Irak, wo er auch gegen Widerstand dagen wäre. Sind in Krieg verstrickt, der laut McCain noch 100 Jahre geht. 100 Milliarden gehen dafür raus, die man woanders nutzen könnte. Andere Politik gegen Pakistan gefordert, hätte man dort demokratische Reformen durchgeführt, wäre man dort nicht in der Lage, in der man nun ist.

3:39

Clinton: Verweis auf eigene Erfahrung: Nordirlandprozess, Diskussionen in China. Sie sei auf die Situation vorbereitet. Obama konnte vor dem Irak Krieg nur so reden, weil er nicht in Verantwortung war. Kann damit Glaubwürdigkeit nicht darstellen. Hinweis auf Obamas „Ankündigung“ Pakistan auch anzugreifen. Sie fordert auch anderes Vorgehen. Treffen mit Diktatoren – Obama hatte erklärt solche Treffen auch durchzuführen – lehnt sie ab.

3:41

Obama: Kampagne im Senat damals gegen Irak. Clinton sagt, dass man keinen  weiteren Unerfahrenen in der Außenpolitik im Präsidentenamt brauchen könne, aber sie folgte ihm doch beim Irak. Pakistan bombardieren habe er so nicht gesagt, nur Vorgehen gegen Al Qaida Führer in Pakistan, wenn Pakistan dies nicht tut.

3:42

Thema Irak

3:43

Frage: Beide erklären eine Resttruppe dort zu lassen, aber nicht permanent. Wenn irakische Regierung aber auch deren Rückzug fordert, was dann?

3:44

Obama: Wenn die Regierung dies fordert, dann natürlich –> Souveräne Regierung. Hinweis auf Rückzugsplanung.

Clinton: Würde sich ebenso zurückziehen.

3:44

Hypothetische Fragen der Moderation – Wenn nun Al Qaida im Irak nach Rückzug… bla bla :)

3:46

Entsprechende Reaktion von Clinton: Keine hypothetischen Fragen, sondern geordneter Rückzug. Schwenk auf Afghanistan (mit Seitenhieb wieder auf Obama – macht sie weutaus häufiger als andersrum)

3:47

Obama: Afghanistan mehr NATO Truppen; Kritik an Regierung, die diese Truppen im Irak gebunden hat.

3:48

Werbepause

3:49

Kurzer Hinweis, bei Phoenix kann man über die Beiden abstimmen.

3:50

Aktueller Stand dort: 21% Clinton – 79% Obama

3:51

Weiter gehts…

3:56

Mit Einspielung von Clinton wird der Vorwurf eingebracht, dass Obama nur Worte, keine Taten vorzuweisen hat. Er verweist 20 Jahre politische Arbeit. Es bestimmen für ihn zuviele Lobby-Interessen in Washington und nicht die Interessen der Familien. Fordert mehr Transparenz. Hinweis auf amerikanischen Traum.

3:58

Clinton: Sie sei ein Fighter mit präzisen Ideen. Hält nun eine politische Rede über alles mögliche. Aber wo ist denn die Antwort auf die Frage?

4:02

Ohne weiter darauf einzugehen Einspielung von Obama – Clinton war doch „Co-Präsidentin“ also betont immer, dass sie (also Bill und Hillary) dies oder jenes erreicht hätten. Aber andere negative Dinge der Zeit werden ausgeklammert.
Fehler von Clinton: Kämpfernatur alleine reicht nicht, man muss auch Bündnisse hinzubekommen. Natürlich reicht Hoffnung alleine auch nicht, man braucht aber 1. das amerikanische Volk für eine Sache zu mobilisieren, 2. eine Bekämpfung der Sonderinteressen der USA (dazu gehört auch das Einsammeln entsprechender Spenden).

4:05

Darstellung Obamas Spenden:  90% von kleinspender, Durchschnitt 109 Dollar. Wird sich mit McCain zusammensetzen um Wahlkampffinanzreform zusammensetzen, wenn er Kandidat werden würde.

4:07

Kritik der Moderatoren an mangelnder Transparenz in Clintons Wahlkampffinanzierung und vor allem deren privaten Einkommen. Wird daran arbeiten ihre Zahlen zu veröffentlichen.

4:09

Unterstützung der Nation of Islam für Obama – Antwort: Lehnt die antisemitische Einstellung der Organisation ab, wollte diese Unterstützung nicht und wird nicht formell oder informell mit diesen zusammenarbeiten. (Auf Nachfrage:) Kann natürlich niemanden verbieten ihn für den besseren Kandidaten zu halten, aber er hat sich ausdrücklich und mehrfach von denen und ihren Ansichten distanziert.

4:12

Israel als engster Verbündeter in der Region und dies gilt auch für Position Obamas. Er sieht sich eng mit der jüdischen Gemeinde, auch aufgrund deren Unterstützung bei der Bürgerrechtsbewegung.

4:14

Clinton: Sie hatte 2000 klar zurückgewiesen, dass sie jemand unterstützt habe, der sich antisemitisch geäußert habe. Man müsse da klar position beziehen. Soll kein Vorwurf an Obama sein. Glaubt an das, was Obama sagt, aber man müsse strenger sein. (Klingt aber irgendwie genau wie ein Vorwurf)

Obama: Zwischen Verurteilen oder Zurückweisen keinen wesentlichen Unterschied, aber wenn es um Begriffe geht, dann würde er dies eben sowohl verurteilen und zurückweisen.

4:18

Weiter gehts nach der Werbung…

4:21

Obama – Liberaler in Abstimmung als Ted Kennedy? Unterschiedliche Abstimmung als Clinton:
Abstimmung über Gesetz, bei dem Einwanderer 2 Jahre in USA arbeiten, dann 1 Jahr zurück und wieder 2 Jahre in USA arbeiten dürfen -> für Ihn 1 Jahr illegale Einwanderung, da die kaum zurückgehen.
Zweite Ethikuntersuchung im Senat durch unabhängige Kontrolleure

Frage sind doch die Inhalte und nicht die Bezeichnungen

4:24

Außenpolitik – Russlands Präsidentschaftswahlen
Clinton: Aufgebauter Kandidat von Putin, Opposition kaltgestellt. Vielfach Kritik an Russland, da Politik nicht stimmig: Rolle in Europa unterstützt, aber auch oft problematisch bei internationalen Fragen. Stärkeres Auftreten, aber natürlich Gespräche.
Obama: Unterstützt das, was Clinton sagt. Bush habe Russland vernachlässigt und kaum Kritik an Putin.

4:24

Was, wenn Russland nun Serbien anbietet mit Soldaten den Kosovo zurück zu sichern? (Hypothetisch)

4:25

Obama: Gemeinsam mit anderen Staaten, die den Kosovo anerkannt hatten, eine multilaterale Lösung zu finden.

4:30

Würden die beiden etwas rückblickend anders machen?
Clinton: Irakkrieg würde sie anders betrachten. Aber es geht um die Zukunft. Will ihre einmalige Qualifikation und Erfahrung nutzen, um Probleme in Russland, Lateinamerika und Nahen Osten lösen.
Obama: Im ersten Jahr im Senat hatte der Kongress sich in den Zusammenhang Terry Schneider eingemischt. (Beendigung des Lebens einer Koma-Patientin). Sein Schlusswort: Clinton hat hervorragenden Wahlkampf geführt und würde gerne mit ihr zusammen Wahlkampf führen – egal wer Präsidentschaftskandidat wird. (Ohne dabei jedoch auf eigenen Ehrgeiz zu verzichten :) )

4:30

Formelle Abschlussfrage: Welche Frage soll CLinton den Wählern beantworten?

4:32

Obama: Sie wäre eine gute Kandidaten – Klar, ich wäre besser, aber sie ist eine gute Kandidatin. Dann folgt ein Angriff auf McCain, der sich an Bushs Politik gekettet hätte, insbesondere im Irak. ==> Sie müsse keine Frage beantworten um ihre Fähigkeiten nachzuweisen. Er sieht sich besser, da er es schaffe das Land zusammenzuführen über alle Schranken hinweg. Er bringt dabei eine Bilanz mit, die auch ermöglicht gegen Lobbyisten vorzugehen.

4:35

Frage, die Obama beantworten sollte (Clinton): Stellt beide  als engagierte Kämpfer dar, sieht es als Ehre an, diesen Wahlkampf zu führen. Sie freut sich als erste Präsidentin in das Weiße Haus einzuziehen. Frage ist, wer Veränderungen herbei führen kann und sie sieht es eindeutig eher bei sich.

4:35

Das wäre es dann von der offiziellen Debatte. :)

4:37

Meine Ansicht: Hillary hat mehr angegriffen während der Debatte, aber Obama war relativ gelassen, so dass dies eher ins leere lief.

4:41

Einen wirklichen Sieg für Clinton, wie sie ihn wohl gebraucht hätte, um den Obama Zug noch aufzuhalten, hatte man nicht gesehen. Ob es einen wirklichen Sieger gibt, weiss ich nicht, ich persönlich fand Obama besser, weil er eben lockerer und ehrlicher rüber kam. Dieses ständige Suchen von Unterschieden durch Clinton und das entsprechende Angreifen von Obama hat bei mir eher negativen Einblick hinterlassen.

4:41

Bei den Zuschauern von Phoenix wird Obama als Sieger gesehen: 19% Clinton – Obama 81%

4:43

Kommentatorin aus Washington: Stärkere Gelassenheit von Obama als Pluspunkt, denn bei so knappen Unterschieden spielt die Persönlichkeit eine größere Rolle.

4:47

Wird Clinton bei schlechtem Abschneiden (also ohne Aufholen des Vorsprungs) der nächsten Wahlen aussteigen? Nach Ansicht der Kommentatorin gibt es aus ihrem Stab und auch von Bill Clinton entsprechende Signale, aber mathematisch könnte die Möglichkeit bestehen bleiben, aber es dürfte eine psychologische Frage werden.

4:48

Ab 10.45 wird es eine Wiederholung der Rede bei Phoenix geben.

4:49

So, und für mich ist dann jetzt auch Schluss um Weiter zu schlafen. Gute Nacht und bis dann :D
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