CDU unterstützt DDR-Grenzoffizier

Manchmal ist es schon interessant, wie einem Doppelmoral und Falschheit auf dem Silbertablett geliefert werden: In der heutigen Süddeutschen kann man von der Wiederwahl des Stendaler Oberbürgermeisters Klaus Schmotz lesen. Der 55-jährige, parteilose Kandidat war von der CDU unterstützt worden, hat aber keine rosige DDR Vergangenheit: 16 Jahre lang gehörte er zur Führung des Grenzkommandos Nord an der innerdeutschen Grenze, wo er nach eigenen Angaben „Finanzoffizier“ war. In dem Grenzbereich wurden nach Untersuchungen des Journalisten Roman Grafe mindestens drei „Republikflüchtlinge“ erschossen und auch als Finanzoffizier habe er „die Finanzierung von Selbstschussanlagen und Prämien von Todesschützen“ verwaltet. Aber sei es drum, darum geht es hier nicht in erster Linie. Interessanter fand ich die Unterstützung der CDU, die darauf angesprohen aussagt, dass man „18 Jahre nach dem Ende der DDR (…) auch mal erkennen [müsse], dass sich jemand ändern kann“. Streite ich auch garnicht ab – auch nicht bei Herrn Schmotz, aber vielleicht sollte die CDU dann auch mal überlegen, ob ihre Pauschalkritik an der LINKEN dann noch angemessen ist, denn auch dort gibt es viele, die sich entweder „geändert“ haben oder nach 18 Jahren garnichts mehr mit der DDR zu tun hatten – grade im Westen. Aber für die CDU ist und bleibt dieses Argument wohl noch eine Weile bestehen – zumindest wenn es in die Parteitaktik passt…

(Den Artikel aus der SZ habe ich online leider nicht gefunden, aber wer will, kann sich gerne über die Wahlkampfhilfe von Innenminister Schäuble informieren :) )

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