„Wann kommen denn die Nazis?“

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Diese eine Frage symbolisiert wohl den gesamten Erfolg der Gegendemo am vergangen Mittwoch zur NPD „Demo“ am Bahnhofsvorplatz. Als sie gestellt wurde, war es bereits 19.20 und die Nazis bereits seit einiger Zeit in der Mitte einer großen Menschenmenge und abgeriegelt von Polizisten. Ganze 22 NPDler hatten den Weg nach Gelsenkirchen gefunden, um dort gegen „Ausländerkriminalität“ zu demonstrieren. Also nur um sich das auf der Zunge zergehen zu lassen: Dort stehen 22 Menschen, die sich völlig zurecht gegen Gewalt an Deutschen aufregen, aber selbst kein Problem damit haben, wenn es Ausländer, Homosexuelle, Obdachlose oder Andersdenkende trifft. Eine ziemliche Frechheit, eigentlich sollte es heißen: Keine Gewalt gegen Irgendjemanden. Aber nee… wer eine Ideologie vertritt, die 4 Millionen Juden systematisch ermordete, passt das nicht ganz ins Konzept. Sei es drum. Ihre Ideologie haben sie bei der Demo nicht verbreiten können. Jeder Ansatz einer Rede wurde gleich von entsprechenden Rufen der 120 Gegendemonstranten übertönt, die „Schöne Heimreise“ Plakate konnte in der Stadt auch niemand lesen und Flugzettel landeten auf dem Boden aber nicht in den Taschen interessierter Bürger. Mit einem Grünen Megafon wurde es dann für die braunen Kohorten noch schwieriger. Irgendwann wurde denen das ganze Herumgestehe dann doch zu blöd und es wurde eine Demo von 500 Metern und wieder zurück durchgeführt – ein grandioser Erfolg der NPD *räusper*. Hier zeigte sich abermals, dass Gelsenkirchen kein Pflaster für die menschenverachtende Ideologie der NPD ist – hoffentlich lernen sie daraus und lassen die Stadt endlich in Ruhe :)

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Achja, und noch etwas zum Anlass, der von der NPD genannt wurde: Der Angriff auf einen Deutschen am Gelsenkirchener Hauptbahnhof. Ich rate dazu diesen Artikel zu lesen oder diesen Bericht der WAZ – wahrscheinlich war es eben kein Ausländer, aber hey: Solange es ins eigene Weltbild passt, wird die Realität eben etwas verändert.

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