Tipps zu Referaten

Nachdem ich vor wenigen Tagen ja doch deutliche Kritik an Referaten der Uni losgeworden bin, sollen nun einige – durchaus subjektive – Ratschläge und Tipps folgen, was für mich ein gutes Referat ausmacht. Sie sind ohne Anspruch auf Vollständigkeit und vielleicht seht ihr das ja anders oder habt andere Ratschläge, also dann her mit Kritik oder Anregungen per Kommentar :)

1. Freie Rede

Wohlwissend, dass dies nicht jedem liegt, sei als erstes wesentliche Kriterium die freie Rede genannt. Anstatt also komplett formulierte Texte vorliegen zu haben, sollte man sich nur Stichpunkte oder einzelne Redewendungen auf Notizblättern formulieren. Wer dagegen einen komplett ausformulierten Text vorliest schafft es in den meisten Fällen die Verbindung zum Publikum zu verlieren und dieses aufgrund monotoner Tonlage und langen verschachtelten Sätzen zu langweilen. Klingt hart, aber für mich ist das oft schon der erste wichtige Punkt bei einem Referat.

Damit hängt natürlich zusammen langsam und deutlich zu sprechen und immer in Richtung der Zuhörerschaft am besten gar mit mehr oder weniger direktem Blickkontakt1.

Wie schon gesagt. Nicht jeder kann wirklich eine freie Rede halten, deshalb halte ich es wichtig zu

2. Üben

Das vorherige Üben des Referats zuhause – auch mehrmals – hat mehrere Vorteile. Zum einen lernt man automatisch gewisse Formulierungen und Inhalte besser und verstärkt damit seine Fähigkeit das Referat auch frei zu halten. Somit verstärkt einige Übung und das Vortragen des Referats für sich selber die Selbstsicherheit.

Was mindestens genauso wichtig ist, ist die Zeit. Nur durch Übung erfährt man, wie lange man wirklich braucht, um das Referat rüber zu bringen. Das lässt sich selten genau auf eine Minute festlegen, aber man erkennt schon, ob man 10-15 oder 20-30 Minuten braucht. Und im Fall der Fälle braucht man dann eben den

3. Mut zur Lücke

Wer sich auf ein Referat vorbereitet und in ein Thema versinkt findet viele, viele interessante Fakten und Informationen, die man am liebsten alle im Vortrag unterbringen will. Dabei kommt einem die Zeit, aber vor allem auch die Auffassungsgabe der Zuhörer irgendwann in den Weg. Hier ist es sicher sinnvoller auf das ein oder andere Detail zu verzichten um die Zeit zu begrenzen und lieber etwas langsamer zu sprechen.

Und es schadet sicher nicht mehr zu wissen, als man darstellt, denn im optimalen Fall kommt es noch zur Nachfragerunde oder gar zu Diskussionen. Hier zeigen zusätzliche Detailinfos dann, dass man sich mit dem Thema beschäftigt hat und sie sind in solchen Runden oft leichter rüberzubringen, als ein Referat zu überfrachten. Notfalls kann man auch offen damit umgehen, dass man aus diesem oder jenem Grund den Schwerpunkt des Referates auf einen anderen Themenkomplex gesetzt hat, aber nach dem Vortrag auch gerne bereit wäre noch Fragen zu dem etwas verkürzten zu beantworten. Als Grund halte ich jedoch inhaltliche Gründe, also beispielsweise die Verbindung zum jeweiligen Seminar, besser als „Zeit“ – zumindest wirkt dies etwas professioneller.

Statistische Zahlen können beim Vortragen oft nur schwer erfasst werden. Hier bietet sich an zu

4. Visualisieren

Grafiken und Bilder sind das Salz in der Suppe einer guten Präsentation. Wenn es einem gelingt das erzählte mit Bildern zu verbinden, verstärkt dies den Lern- und Erinnerungseffekt bei den Zuhörern. So können mit Schaubildern Statistiken deutlich besser vermittelt werden, als durch eine reine Auflistung der Zahlen.

Aber auch die Inhalte können – insbesondere bei Präsentationen mit Power Point – in Stichpunkten (!!) nochmal dargestellt werden. Dabei sollte man jedoch nicht alle Punkte auf einmal aufdecken, sondern nur den jeweilig aktuellen. Auch ist definitiv darauf zu achten, dass die Folien auch aus mehreren Metern Entfernung noch zu lesen sind. Also lieber eine größere Schrift und weniger Text, als im schlimmsten Fall den vorgelesenen Text 1:1 auf der Folie – zum „mitlesen“. Das kann man auch noch alleine, dazu braucht es keinen Refereten mehr.

Allgemein gilt dies bei allen Visualisierungen. Statistiken mit kleinem Text sind ebenso sinnlos, wie überfrachtete Schaubilder, die beim ersten Blick mehr verwirren, als erklären. In einem solchen Fall wäre zu überlegen hier eigene Darstellungen zu entwerfen und auch hier Mut zur Lücke zu beweisen und unwesentliches außen vor zu lassen.

Bei allen Vorbereitungen und Planungen kommt es schließlich aber zum

5. Moment der Wahrheit

Wenn es soweit ist, sollte man dementsprechend sehr gut vorbereitet sein und die Präsentation öfter geübt haben. Dies verschafft Sicherheit und man sollte sich diese nicht selber zerstören, indem man sich selber verrückt macht. Dazu gehört früh genug alle Unterlagen richtig zurecht zu legen und die technische Ausstattung zu prüfen. Dann sollte man sich in den letzten Minuten ablenken und keineswegs dauerhaft daran denken. Und wenn es losgeht: Einmal tief durch atmen :)

Ich hoffe, diese Tipps konnten denjenigen, die es brauchten ein wenig helfen, Anmerkungen und Ergänzungen per Kommentar sind wie gesagt herzlich willkommen. Eine gute Linksammlung mit weiteren Ratschlägen findet sich bei Frank Schätzlein. In diesem Sinne viel Erfolg bei kommenden Referaten und Präsentationen…

  1. über die Köpfe hinweg gucken wirkt auch aufmerksam []
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