Referate an der Uni

image Heute hatte ich an der Uni wieder mal ein Referat, bei dem man sich gefragt hat, wieso man eigentlich dort sitzt. Dabei war das Thema mit der Ermordung von John F. Kennedy sicher interessant genug und bot auch viele Möglichkeiten für ein Top-Referat: Es hätte mit der Vorgeschichte (Fahrt, offenes Verdeck), der Kurzvorstellung von Lee Harvey Oswald und schließlich der organisierten Darstellung aller Theorien und Zweifel mit Entgegnungen sofort eine deutliche Struktur geben. Und auch mit Bildern oder gar Videos wie dem Zapruder Film (hier bei YouTube) hätte man echt eine gute Präsentation hinbekommen können. Zumindest eine Karte vom Tatort hätte was gehabt, stattdessen gab es eine Folie mit dem Lebenslauf von Oswald – in Schriftgröße 10 oder maximal 12. Das Bild rechts gibt einen guten Überblick über den Informationsflash, der Einem da entgegen sprang. Vorgetragen wurde nur vorlesend und damit war es nach wenigen Minuten bereits gelaufen und man lies die Zeit eher an sich vorbei streifen.

 

Dies ist nicht das erste Referat im Studium, welches nicht wirklich lehrreich war, im Gegenteil ist dies leider der Normalfall. In einem der nächsten Artikel werde ich versuchen einige Tipps für gute Referate darzustellen, nun aber noch zwei Negativbeispiele, die ich mir von der Seele schreiben muss:

1. Geschichtsreferat im ersten Semester

Im ersten Semester ist man ja noch sehr nervös, was eigene Referate angeht und da hatte ich gleich Glück, denn in meinem Geschichtsseminar zum ersten Weltkrieg gab es gleich das bis jetzt noch immer ungeschlagene Negativbeispiel. Es schien ganz eindeutig so, dass der Referent nicht wirklich vorbereitet war. Anstatt irgendwelche Notizen hatte er nur ein Buch mit nach vorne genommen und entsprechend unstrukturiert irgendwas von den verschiedenen Schlachten an der Westfront erzählt und dabei im Buch herumgewühlt. Als er dann wieder durch den ganzen Raum zurück zum Platz ging um mittendrin etwas zu trinken zu holen, fragte ihn der Dozent ob er das Thema wirklich verstanden hatte. Schon etwas peinlich, aber immerhin ein Dozent, der auch mal etwas sagte.

2. Verwaltungswissenschaften

Das passierte vor zwei Semestern nicht, als es um 8.30 Uhr in Verwaltungswissenschaft ein Referat gab. Hier wurde ein geschriebener Text (Womöglich der Text der Hausarbeit?) vorgelesen und dabei auch Bilder an die Wand geschmissen. Und nicht mehr als das. Also es wurde was erzählt, dann kam „Ich habe dazu auch eine Grafik“, Folie aufgelegt und das nächste Thema angesprochen. Darauf eingegangen wurde natürlich nicht. Und perfekt war es auch nicht, denn die Schrift war teilweise doch etwas klein: Ich hatte eine Weile gebraucht, bis ich erkannte, dass nicht Angola, sondern Andorra führend beim E-Government ist. (Und das wohl auch nur, weil Angola etwas sehr seltsam wäre.)

Nun, man findet sicher noch einige negative Beispiele (z.B. im Hauptstudium das Referat, in dem erklärt wurde, dass der Bundespräsident den Bundeskanzler wählt), aber dies soll es erstmal reichen mit den negativen Beispielen. Ich will mich ja jetzt nicht als Präsentationsgenie rühmen und sicher muss nicht jeder das perfekt können, aber dennoch glaube ich, dass man viele Referate mit ein wenig Vorbereitung interessanter gestalten und damit auch für seine Mitstudenten verträglicher machen kann.

Aber dazu in einem kommenden Beitrag mehr. Aber wie sind denn eure Erfahrungen mit Referaten oder Präsentationen?

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