Nokia und die Subventionen

Zu der Werksschließung von Nokia und vor allem der Frage der Subventionen habe ich zwei interessante Beiträge gefunden, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Denn bei aller Kritik an Nokia, der berechtigten Bezeichnung als „Subventionsheuschrecke“ muss man einfach auch prüfen, ob die Subventionsvergabe so richtig gelaufen ist.

Jörg Friedrich fragt, welches Interesse denn Nokia an dem Standort haben solle? Politiker seien in der Verantwortung sich bei der Subventionsvergabe auch die Frage zu stellen, welche lokalen Faktoren den Konzern grade in diese Region ziehen können – neben den Fördergeldern. Bleiben diese – wie bei Nokia wohl geschehen – aus, hält ein internationales Unternehmen nicht viel in der Region.

In die gleiche Richtung geht auch ein Kommentar von Thomas Boley, der es grundsätzlich falsch findet Weltkonzerne zu unterstützen und stattdessen andere Ausgaben bevorzugt:

Statt Konzernen mit Subventionen zu höheren Gewinnen zu verhelfen, sollte ein Staat besser in die Infrastruktur investieren, um den Standort attraktiv zu machen. Dazu gehört der gesamten Bildungsbereich. Für die 88 Millionen Euro, die NOKIA für das Werk in Bochum an Subventionen erhalten hat, hätte sicher mühelos ein entsprechender Verwendungszweck gefunden werden können.

Ich finde beide Ansichten haben etwas für sich und sie widersprechen sich ja auch nicht wirklich. Subventionen sollten meiner Ansicht nach zunächst in kleinere oder mittelstädische Unternehmen fließen und nicht in Globalplayer, bei denen der Standort kaum noch eine Rolle spielt. Und wenn man wirklich merkt, dass ein solcher perfekt in die Region passt und er aus mehr Gründen interessiert wäre, als nur den zusätzlichen Euro, kann man immer noch über eine andere Entscheidung nachdenken.

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