Hart aber fair: Jugendkriminalität

Ich habe schon lange die Sendung „Hart aber fair“ nicht mehr gesehen, sie aber eigentlich in guter Erinnerung. Was ich heute gesehen habe, hatte zumindest zu beginn mit fair nichts mehr zu tun. Die Moderation und die Sendung an sich absolut tendenziös auf Koch-Kurs. Das fängt schon mit dem Beginn an, als zwei Schauspieler in der Bahn laut Handymusik hören und herumpöbeln. Es ist bedauerliche Realität, dass Menschen verängstigt sind – ich drehe auch oft lieber den eigenen MP3 Player auf, anstatt mich damit anzulegen – aber wieso mussten die Schauspieler einen Migrationshintergrund haben und vor allem: Was hat dies in der Diskussion gebracht? Nichts, denn das ist unstrittig. Gleiches gilt für Statistiken. Da wurde fest darauf gepocht, dass 80% der Intensivtäter einen Migrationshintergrund hat. So what? Auch das ist doch nicht so umstritten, dass man da einen Wirbel drum machen muss. Fakt ist doch – und zum Ende zeigt es auch diese Sendung, dass wir es nicht mit einem Problem von Migrationshintergrund haben, sondern mit einem sozialen Problem. Warum wird also solange auf diesen Zahlen herumgehackt, wenn man nicht irgendeine Stimmung erzeugen will. Aber klar – man darf in Deutschland ja nicht über offizielle Statistiken reden *rolleyes*

Auch die nächste Zeit war nicht wirklich erquickend. Also interessant ist rückblickend, dass zwar auch Kochs Sparkurs gebracht wurde, aber schnell vom Tisch war – dagegen musste der grüne Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses Mutlu dreimal auf die Frage antworten, ob „Sicherheit kein gutes Wahlkampfthema“ sei. Erst die letzten zehn Minuten brachten einen dann wirklich ein wenig die Lösung: Das Problem sind mangelnde Vorbilder und mangelnde Anerkennung. Klar, Lösung klingt übertrieben, aber ich denke, dass das weitaus wichtiger ist, um Jugendliche von Kriminalität abzuhalten, als härtere Strafen. Insbesondere junge Straftäter können doch so von einer kriminellen Karriere abgehalten werden.

Das beste Fazit hat Hans Scholten in der Schlussrunde abgegeben, denn der Leiter des Jugendhilfehauses „Raphaelshaus“ hat niemandem gedankt, weil die Anlagen „seiner Kinder und Jugendlichen“ in der Sendung nicht besprochen wurden. Recht hat, er die Sendung drehte sich vor allem um die Ausländerfrage, um vermeintliche politische Korrektheit und nur ganz am Rande um das, worum es gehen sollte: Die Lösung dieser Probleme. Hart aber fair hingegen wird wohl in Zukunft ohne mich auskommen müssen – ich glaube nicht, dass ich wirklich etwas dabei verpasse…

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