Geheimdienstbericht über Iran ein Fehler?

Im Dezember legten die amerikanischen Geheimdienste ein Papier vor, nachdem der Iran sein Atomprogramm 2003 wahrscheinlich eingestellt habe. Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung fragt nach, ob diese Strategie richtig war. So war es verständlich, dass sich die Geheimdienste sich nach dem Irak-Debakel, als sie politisch missbraucht wurden, nun eindeutiger positionieren, aber in dem Fall sei man vielleicht übers Ziel hinausgeschossen. So wurde nicht das komplette Programm gestoppt, sondern nur der Bau eines nuklearen Gefechtskopfes, die Urananreicherung hingegen erfolgt weiter über die zivile Nutzbarkeit hinaus und auch der Bau von Langstreckenraketen hält an. Grade beim Gefechtskopf wusste auch die Internationale Atomenergiebehörde keine weiteren Fakten und noch immer gibt es Schätzungen von einer Beschaffung der Bombe von einem halben Jahr. Fakt ist jedenfalls, dass nach dem Bericht der internationale Druck auf den Iran abgenommen hat. Ein militärisches Vorgehen ist – was positiv zu bewerten ist – schwerer durchzusetzen, aber auch die politische Isolation gegenüber dem Iran ist geschwächt worden. Es darf so in Zweifel gezogen werden, ob die Strategie den Iran auch langfristig von einer nuklearen Bewaffnung abhalten kann…

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