Raucherdiskriminierung?

Judenstern In Schleswig-Holstein wurde noch bis Freitag ein T-Shirt verkauft, welches den Judenstern benutzte, wobei “Jude” durch “Raucher” ersetzt wurde. Ziel der Aktion sei es “ein klares Zeichen setzen und der Gesellschaft diese schändliche Ausgrenzung unmittelbar vor Augen führen.” Der Zentralrat der Juden protestiere und das völlig zu Recht.

Der Vergleich hingt nämlich sehr extrem: In Deutschland wird kein Raucher getötet oder in seiner Gesundheit gefährdet ((außer durch sich selbst)). Und auch wenn es anders dargestellt wird, ist auch das Rauchen nicht verboten. Nur dort, wo es andere belästigt oder in deren Gesundheit gefährdet, da gibt es nun entsprechende Rauchverbote. Das Privileg andere in deren Gesundheit zu schädigen ist nun abgeschafft worden. Das kann man wohl kaum als Diskriminierung verstehen. Wenn ich als Nichtraucher endlich davor geschützt werde den blauen Dunst einzuatmen oder meine Kleidung dadurch verunreinigt wird, ist das ein ende der Diskriminierung von Nichtrauchern, die jahrelang tolerant diese Belästigung ertragen haben. Aber wie sagte eine Leserin des TAZ Artikels zu dem Vorfall:

Wenn Menschen ein Privileg aufgeben müssen, an das sie sich sehr gewöhnt haben, sehen sie sich gerne plötzlich als Verfolgte. So (…) ist es in diesem Fall mit manchen Tabakrauchenden, die das Privileg verloren haben, andere Menschen an diversen Orten mit krebserregenden Stoffen zu belasten.

Foto von Daniel Ullrich

2 Kommentare

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  • Deinen Hinweis, dass der Vergleich hinkt, finde ich völlig richtig und den Protest des Zentralrates absolut angebracht. Wenn eine Aktion (rauche selbst ab und zu) mit solch hahnebüchnen Vergleichen auf sich aufmerksam machen will, haben die Verantwortlichen meiner Meinung nach voher nicht richtig nachgedacht. Finde ich prima, dass du das veröffentlicht hast!

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