Archiv2008

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Einmal Chips mit Döner bitte…
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The Guild
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Artikel auf Grünes Gelsenkirchen
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Wusstest du das?
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Todesstrafendiskussion
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“Dinge erfahren, von denen man nicht mal wusste, dass man sie nicht wissen will” oder: Galileo
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Nach der Erweiterung jetzt der Arbeitsplatzabbau
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WoW Addon Verkauf in Gelsenkirchen
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attac Spot zur Bankenkrise
10
Obama siegt bei Präsidentschaftswahlen!

Einmal Chips mit Döner bitte…

imageKurz vor Weihnachten wurde für die Feiertage noch eingekauft und dabei brachte mich Katha ((die eigentlich auch ein Blog hat, aber dort außer Hallo Welt nichts stehen hat 🙂 ))auf nebenstehende Tüte mit Knabberspaß, die im “Döner mit alles” Geschmack sein soll. Naja, da man jeden Kram auch mal ausprobiert, habe ich diese Tüte eingepackt und Katha versprochen dazu zu Bloggen. Naja, und als Auftakt zu wieder regelmäßigerem Bloggen nun ein “Testergebnis”. Also nach dem Öffnen der “Schutzatmosphäre” kann man durchaus einen Geruch vernehmen, der ein wenig an den Döner erinnert. Und auch die “krachwürzigen Kartoffelchips” können vereinzelt eine ähnliche Erinnerung wachrufen. Aber das war es dann auch. Der Inhalt schmeckt eben weder nach Döner und dann  sind sie noch zu würzig, um als Chips durchzugehen. Also meine Einschätzung: Wer einen Döner essen will, soll sich einen Döner kaufen und wer Chips will, soll zu vernünftigen greifen. Eins der “größten Problem der Menschheit der Menschheit” – so der Werbetext (s.u.) – ist damit noch immer nicht gelöst. Aber es ist auch keins. Und “voll krass” schmecken diese Chips nun auch nicht – eher mäßig.

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Nach einem längeren Durchhänger im Bloggen will ich nun wieder verstärkter einsteigen und wieder disziplinierter Bloggen. In den nächsten Tagen werde ich so meine alte Reihe über den Kalten Krieg wieder aufgreifen und ein Video-Podcast ist auch in Überlegung. Zum Einstieg aber erstmal dieses Versprechen vom Einkauf 😉

The Guild

Als ich vor einigen Tagen mal wieder durch den XBox Videomarktplatz stöberte kam ich auf “The Guild”, eine kleine Miniserie über die Spieler einer Online-Rollenspielgilde. Jede Folge dauert rund 3-7 Minuten und über bisher 10 Folgen in der ersten und 2 in der jetzt gestarteten zweiten Staffel spannt sich so eine amüsante Geschichte. Wikipedia beschreibt den Inhalt so:

Die Serie dokumentiert das Leben von Codex, die Heilerin der Knights of Good, die versucht ein normales Leben zu führen, nachdem einer ihrer Gildenkollegen vor ihrer Tür auftaucht.

Wobei m.E. normales Leben etwas relativ ist, denn irgendwie haben die alle eine kleine Macke, so wie Clara die Mutter die ihren Kindern mitten im Kampf ein Buch vorliest und dabei natürlich auch gerne Spielbegriffe integriert. Oder der Gildenmeister Vork, der sich hinter Regeln verkriecht und den das erste reale Treffen der Gilde as dem Rahmen wirft, weil er ja ein Essen bezahlen muss.

Hier die erste Folge als YouTube:

Leider habe ich die Folge nicht untertitelt gefunden, wie sie im XBox Videomarkt eingestellt sind, so müssen also ein wenig Englischkenntnisse vorhanden sind. Wenn jemand die im Netz untertitelt gesehen hat, freue ich mich über Ergänzung per Kommentar.

Artikel auf Grünes Gelsenkirchen

Zwei neue Artikel von mir könnt ihr auf dem Grünen Blog nachlesen und natürlich gerne kommentieren. Zum einen geht es um etwas ganz lokales, nämlich um ein Flugblatt von Pro NRW gegen einen Moscheebau in Gelsenkirchen, zum anderen um die morgige LDK. Zweites ist damit eher eine Ankündigung, denn morgen werde ich von 8 bis mindestens 22 Uhr unterwegs sein und in Krefeld am Landesparteitag der Grünen teilnehmen. Bei diesem wird die Liste für die Bundestagswahl zusammengestellt und Robert Zion aus Gelsenkirchen will sich auf einem aussichtsreichen Platz bewerben. Naja, und auf Grünes Gelsenkirchen könnt ihr eben die Ergebnisse verfolgen 😉 Hier noch das “Wahlkampfvideo” von Robert und später mehr von mir 🙂

Todesstrafendiskussion

Nach dem durchaus ansehlichen Film Mogadischu gestern im Fernsehen zur Flugzeugentführung der Landshut 1977 gab es die etwas skurrile Diskussion bei Anne Will. Der Co-Pilot der Maschine Jürgen Vietor damals hatte nämlich in Bezug auf die Entlassung von Christian Klar sein Bundesverdienstkreuz zurückgegeben. Das mag man als Opfer durchaus nachvollziehen können und vielleicht – wenn auch schwieriger – die gleiche Position des GSG9 Kommandeurs Ulrich Wegener. Einen seltsamen Beigeschmack bekam die Diskussion dann aber, als Peter Scholl-Latour seine Gleichgültigkeit gegenüber dem Fall Christian Klar dadurch zum Ausdruck brachte, dass er – so es die Gesetze vorsehen würden – auch nichts gegen die Todesstrafe für den ehemaligen Topterroristen der RAF einzuwänden hatte. Kein Plädoyer für die Todesstrafe, aber eine Steilvorlage für Vietor, der daraufhin meinte:

“Todesstrafe ist human. Da machts einmal Peng und dann ist die Sache erledigt.” Und an anderer Stelle: „Denken Sie doch mal an die Opfer. Die leiden ihr Leben lang. Und der Täter kommt frei. Der soll solange leiden wie die Opfer, nämlich bis sie tot sind.“ ((Zitiert nach TV…und so bzw. Spreeblick))

Der ehemalige Innenminister Gerhard Baum hatte es in dieser Diskussion nicht leicht, die Position des Grundgesetzes dagegen zu halten. Das Verfassungsgericht hatte festgestellt, dass zur Menschenwürde auch die Aussicht gehört jemals wieder frei zu kommen. Außerdem sei Grundlage des Staatssystems eben nicht die Rache, sondern die Bestrafung des Täters. Eine längere Ausführung findet man auch bei Spreeblick.

Dort und auch im Blog zur Sendung überschlagen sich die Diskussionsbeiträge, die hierzu eine andere Auffassung haben. Es fällt nunmal einfach schwer denjenigen, die von Menschenwürde nicht viel gehalten haben und Menschen wie Vieh behandelt haben, diese Menschenwürde zuzugestehen. Aber der Staat und damit die Gesellschaft kann m.E. nicht hinter diese Grundlage zurückfallen. Egal was ein Mensch getan hat, er ist und bleibt ein Mensch. Das bedeutet nicht, dass man ihm vergibt, dass man richtig findet, was er tut oder sein Handeln verharmlost. Und solange ein Mensch eine Gefahr für seine Umwelt ist, muss er auch im Gefängnis bleiben, was angesichts von Sicherheitsverwahrung auch kein Problem darstellt.

Eine andere Position des Staates würde die Achtung vor menschlichem Leben und damit eine der Grundpfeiler dieser Gesellschaft aufweichen. Ob nun bei Terroristen, Sexualstraftätern oder bestialischen Mödern: Wenn man Anfängt bestimmten Menschen das Menschsein abzusprechen gerät etwas auf die falsche Bahn.

Über die Todesstrafe als unwirksames und auch unmenschliches Mittel der Bestrafung hatte ich vor einiger Zeit schon geschrieben, und bei der wirklich lebenslangen Haft wäre es doch nichts anderes. Ewiges weggesperrt sein ist würdelos. Das sagt nicht nur das Bundesverfassungsgericht, sondern auch ich. ((Ohne das jetzt gleichzusetzen :D)) Es gehört zur Würde das Menschen das Leben – zumindest irgendwann – wieder selbstbestimmt zu leben, sofern dies keine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.

Natürlich können dies die Opfer einer Tat oft nicht mehr. Der Täter hat diesen das Leben oder Verwandte genommen und damit die Würde das anderen verletzt. Wahrscheinlich würde ich das auch weniger Distanziert sehen, wenn ich selber in einer solchen Situation wäre, aber diese Verletzung, diese Tat wird – auch wenn es blöd klingt – auch nicht dadurch besser oder ungeschehen, wenn diese Person nach dem Motto “Auge um Auge – Zahn um Zahn” den Rest des Lebens im Knast sitzt, hingerichtet wird oder zusammenfassend auch seiner Würde “beraubt” wird.

Artikel 1 des Grundgesetzes sagt:

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Nach der Präämbel ist dies die erste konkrete Aussage unserer Verfassung und zeigt damit die Bedeutung dieses einen Satzes und der Menschenwürde für unser politisches System, für unsere Demokratie. Wie gesagt, es fällt schwer diesen Grundsatz auch bei den unmenschlichsten Taten aufrecht zu halten, aber wie wollte man – und vor allem wer sollte sich dies herausnehmen – eine Grenze finden, ab wann ein Mensch für den Staat kein Mensch mehr ist, wann er seine Würde verloren hat? Nach Anzahl der Toten? Der Brutalität? Dem Alter des Opfers?

“Dinge erfahren, von denen man nicht mal wusste, dass man sie nicht wissen will” oder: Galileo

Seit 10 Jahren gibt es auf Pro7 Galileo, eine “Wissensendung”, die meines Erachtens nur funktioniert, weil direkt davor die Simpsons kommen und man entweder keine Lust hat umzuschalten oder eben nichts anderes läuft. Naja, Stefan Niggemeier hat jedenfalls einen netten Artikel über das Programm geschrieben,

“das sich nicht scheut, auch das zu erklären, was die „Sendung mit der Maus” bei ihrem Vorschulpublikum fahrlässigerweise als Wissen voraussetzt.”

Aber lest selbst 😉

Nach der Erweiterung jetzt der Arbeitsplatzabbau

Wann immer es darum geht Arbeitsplätze zu sichern, ist der Staat gerne Bereit auch finanziell einzuspringen: 500 Milliarden für die Banken, eine Bürgschaft für Opel oder auch mal weiträumige Zugeständnisse bei der Umwelt. Manche Maßnahmen davon sind sicherlich notwendig, um eine akute Krise abzuwenden und Arbeitsplätze zu sichern. Vor einem Jahr wurde in Gelsenkirchen aber noch ein 70ha großes Gelände dem BP Standort zur Verfügung gestellt, um zu expandieren oder Zulieferer anzusiedeln – freilich auf Kosten der Umwelt. Man erhoffte sich eben Arbeitsplätze. Bereits im Mai gab es die ersten Gerüchte, dass die Arbeitsplatztendenz eher negativ ausfällt und nun ist es offiziell: Bis 2012 fallen 340 Arbeitsplätze an den Standorten von BP weg – zwar nicht als “betriebsbedingte Kündigungen”, aber am Ende sind es 340 Menschen in Gelsenkirchen, die eben nicht ihr Geld dort verdienen – ob nun Nicht-Neueingestellte oder Entlassene spielt faktisch keine große Rolle. Bilanz: 60ha der Wirtschaft freigegeben und dafür 340 Arbeitsplätze gewonnen.

Andersrum hätte das für mich wohl den Verlust an Natur auch nicht wett gemacht, aber die ganze Aktion hätte immerhin einen tieferen Sinn gehabt. Jetzt kann man nur hoffen, dass sich diese Änderung irgendwann rückabwickeln lässt und bei CDU und SPD ein Nachdenkprozess zur Industriepolitik einsetzt. Noch bei seiner Nominierung zum OB-Kandidaten der SPD hatte Baranowski grade BP und die Norderweiterung als ein Beispiel für die gute Ergänzung von Umwelt- und Industriepolitik genannt. Für mich der einzige Tiefpunkt in dieser Rede damals, denn an die industriepolitischen Impulse in diese Richtung glaubte ich nicht und Umweltpolitik ist mit einer “Überkompensation” wohl kaum getan bei einer solchen Zerstörung.

WoW Addon Verkauf in Gelsenkirchen

Heute Nacht erschien das neue Addon zum größten Online Rollenspiel World of Warcraft. Wieviele Spiele Blizzard in der ersten Nacht unters Volk bringen wird, konnte ich jetzt so schnell nicht ergooglen, aber in Gelsenkirchen boten sowohl Saturn, wie auch Gamestop den Verkauf nach Mitternacht an, um den lokalen Anteil an den international 11 Millionen Spielern zu beglücken. Und dem Aufruf sind viele gefolgt:

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Und so sah es um halb zwölf vor der Filiale am Ende der Bahnhofsstraße aus. Zugegeben, es ist schon etwas sehr … sagen wir mal seltsam Nachts wegen einem Computerspiel raus zu gehen, aber mein Bruder und ich, sowie Gildenmitglied, GJ-Kollege und Freund Simon wollten das Spektakel miterleben. Und so reihten wir uns auch ein, in der Hoffnung noch eins der Spiele zu erhalten oder – in meinem Fall – eben eine seltenere Collectors Edition. Tata… und um zwölf öffnete sich die Tür und man reihte sich dort schön ein in der Erwartung des Spiels. Nebenan gleich noch einige Spieler vom gleichen Server, die man ja gleich womöglich auch online sehen wird. An der Verkaufstheke dann den Verkäufer erstmal mit “Rockstar bitte” kurz geschockt und dann aber die Collectors Edition in Größe eines Brettspiels eingepackt und ab nach Hause. Draußen noch immer eine lange Schlange, so dass ich schätze, dass alleine bei Gamestop ca. 100 Leute waren, die das Spiel um 0 Uhr haben wollten.

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Das Update ist fertig und schon kann es nach Nordend gehen. In der Gilde hat man sich bereits für Menethil verabredet und dahin werde ich mich jetzt verabschieden 😉

Obama siegt bei Präsidentschaftswahlen!

Um 3:26 stand das Ergebnis der Wahlen faktisch fest. Der wichtige “swing state” Ohio ging an den demokratischen Kandidaten Barack Obama. Nicht nur wegen der “Regel”, dass noch nie ein Republikaner ins Weiße Haus einziehen durfte, der nicht diesen Bundesstaat gewonnen hatte, denn diese könnte sich ändern. Nein, die Zahlen waren zu erdrückend. Bereits im Vorfeld waren die Prognosen erdrückend für die Republikaner:

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Bereits in den Umfragen lag Obama damit über den geforderten 270 Stimmen. Selbst bei pessimistischeren Rechnungen lag er bei 276 Stimmen knapp drüber. Und die ersten Wahlergebnisse zeigten keine großen Abweichungen von diesem Ergebnis: Rote Staaten gingen an McCain, Blaue an Obama und die gelben waren eben kritisch. Dann ging Georgia an McCain und dies war dann die erste “Überrachung” des Abends. Als dann um 3:26 die Nachrichten durchsickerten, dass verschiedene Sender den Sieg in Ohio an Barack Obama gaben. CNN zog wenige Minuten nach und es stand zu dem Zeitpunkt damit 194 zu 69 Wahlmänner.

Wer da noch zweifelte, für den machte John King von CNN das beliebte Spielchen auf der Karte und vergab alle Staaten an John McCain, bei denen dies wahrscheinlich war und sogar die, bei denen er zwar nicht damit rechnete, aber auch nicht völlig unmöglich ist, dass McCain dort gewinnen sollte. Die Aussage “I can’t see that he will get it… ok, give it to him” ((Ich kann nicht sehen, dass er dieses bekommen wird … okay, geben wir ihm es”)) macht deutlich, dass er wirklich alles realistische versucht hatte, um McCain zu geben, was möglich ist. Trotzdem kam er nur auf 266 Stimmen – um 3:42 war dann entgültig klar, dass McCain diese Wahl verloren hatte. Die Frage ist nur, wie lange würden die Swing States im Westen (Indiana, Virginia, North Carolina und Florida) brauchen, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Um kurz vor 5 kam dann das Ergebnis aus Virginia: 13 Stimmen für Obama. Und als dann kurz danach die Wahlen in Kalifornien zuende gingen, wurden erst keine Projections für gewonnene Staaten ((Washington und Karlifornien)) mehr gegeben, sondern sofort das Ergebnis. Barack Obama wurde um 5:01 zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

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Hier kann man die Verteilung zu dem Zeitpunkt sehen. Wie stark der Sieg wird, muss sich erst noch ein wenig zeigen. Florida wird inzwischen leicht blau gezeichnet, Oregon, Nevada und Colorado ebenso. Aber diese Karte werde ich mit einer genaueren Betrachtung sicher noch nachreichen.

In diesem Moment (5:25) redet John McCain und gesteht in einer guten patriotische Rede die Niederlage ein und Obama – bei einigen Buh-Rufen – zu seiner Siege gratulierte und ihm Respekt zollte.

[Eigentlich sollte hier ein Abschnitt zu Obamas Rede rein, aber das packe ich nach 20 Minuten Warten doch in einen eigenen Beitrag. ;)]

Zum Abschluss noch vielen Dank an die Mitdiskutanten beim Liveblog. Bei Pillenknick findet man das Liveblog von dogma_p eine gute Zusammenfassung der Ergebnisse, vor allem auch zur Senatswahl, die ebenfalls stattfand.

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