[Update] Täter des Angriffes auf US Bürger stellt sich

Wenige Stunden nach dem WAZ Bericht über den Angriff auf den US Bürger bei McDonalds in Buer hat sich der Täter der Polizei gestellt. Bei der Vernehmung bedauerte der 31 jährige Mann, der noch nicht wegen rechtsradikalen Straftaten aufgefallen war, laut Polizeibericht die Tat und sagte, dass er betrunken war und „ausgetickt“ sei. Grade diese Formulierung hatte die WAZ heute schon in ihrer Zeitung und hat mich schließlich auch bewogen, dazu einen Leserbrief zu schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großer Bestürzung habe ich in der heutigen Ausgabe der WAZ den Artikel „Brutaler Angriff auf US-Bürger in Buer“ gelesen. In erster Linie natürlich aufgrund des geschilderten Tathergangs und dem Mitgefühl mit dem Opfer dieser Tat. Bestürzt hat mich aber auch die Fragestellung, „ob der Täter nur „austickte“ oder es einen rechtsradikalen Hintergrund gibt“.

Nachdem sich der Täter nun der Polizei gestellt hat und die Tat mit zu hohem Alkoholkonsum begründete, könnte man die Sache auf sich beruhen lassen, aber dies würde der Problematik nicht gerecht. Das sowohl der Artikel wie auch der Täter bei seiner Aussage meinen, es wäre ein „austicken“ wenn jemand den rechten Arm zum Hitlergruß hebt und einen Ausländer wegen seiner Sprache zusammenschlägt, kann nicht einfach widerspruchslos hingenommen werden. „Austicken“ bedeutet für mich, dass dies „ja mal vorkommen kann“, einfach ein Abweichen von der Norm ist. Hier hingegegen wurde aber eindeutig eine Schwelle überschritten, die eigentlich angesichts unserer Geschichte zu hoch für eine „normale“ Überreaktion wäre.

In einer Gesellschaft bei der nach Umfragen ca. 9 Prozent der Menschen ein geschlossenes rechtsextremes Gedankengut tragen, muss die Frage gestellt werden, wo rechtsextremer Hintergrund anfängt. Muss man dazu organisiert sein oder ist es nicht auch eben diese Gedankenwelt, nach der alle „Ausländer raus“ gehören, „Arbeit zuerst an Deutsche“ verteilt wird oder eben „in Deutschland nur deutsch“ geredet wird?

Ich kenne den Täter nicht und kann mir entsprechend nicht anmaßen zu beurteilen, was dieser denkt oder was für ein Mensch er ist. Dennoch sollte man die Tat so betrachten wie sie ist: Es war unbestreitbar ein Gewaltakt gegen einen Ausländer, weil dieser nicht deutsch reden konnte. Ein Angriff der eingeleitet wurde mit rechten Parolen und dem Hitlergruß. Dies sollte nicht als „Austicken“ verharmlost werden, selbst dann nicht, wenn der Täter kein Rechtsextremist sein sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Patrick Jedamzik
(Innenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen KV Gelsenkirchen für den Kreisvorstand)

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