Linke-Vize verklagt Wikipedia

Momentan scheint es „in“ sein zu zu klagen, denn nun hat die stellvertretene Vorsitzende der LINKEN Klage gegen Wikipedia eingereicht wegen der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole:

Es kann und darf nicht sein, dass Einträge aus NS-Quellen zitieren und weit über das, rechtlich geschützte, Maß an Aufklärung hinaus Materialien und Kennzeichen verfassungsfeindlicher und verbotener Organisationen Verwendung finden.

Als Beispiel führt sie den Artikel der Hitler Jugend an, der neben der Flagge auch weitere Symbole der nationalsozialistischen Jugendorganisation, auch andere Insignien und Zeichen der Partei zeigte (hier Link zu älterer Version). Sie fordert von Wikipedia Standards einzuführen, die verhindern, dass soetwas passiert – wie dies bei einem offenen System wie dem Wiki passieren soll, kann sie uns aber natürlich nicht erklären.

In dem Zusammenhang kann ich das so auch nicht nachvollziehen. Okay, ich habe den Text nicht gelesen und kann damit nicht abschätzen, wieviel rechter Müll dort drinsteht, aber grade diese Artikel stehen bei Wikipedia unter besonderer Beobachtung und auch wenn Wikipedia besser sein soll, als der Brockhaus, würde ich im Fall der Fälle doch lieber noch andere Quelle hinzuziehen. Das Benutzen von verfassungsfeindlichen Symbolen ist im übrigen auch nicht verboten, wenn es darum geht hierüber zu informieren:

[Das Verbot] gilt nicht, wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.

Ansonsten wären alle Geschichtsbücher entsprechend verboten und auch Guido Knopp würde wohl schon im Gefängnis sitzen, da seine Dokumentationen ja oft über das Dritte Reich berichten und dementsprechend öfter mal ein Hakenkreuz auftaucht. Aber so wie es in solchen Fällen gedacht ist, sollte man es bei Wikipedia eben auch betrachten.

Fakt ist jedenfalls, dass die Parteivize auch innerparteilich auf Widerstand stößt. Für mich ist die Aktion eher eine PR Aktion, denn sonst wäre es sicher angemessener gewesen mit Wikipedia Deutschland Kontakt aufzunehmen und diese Kritikpunkte zu nennen – Zielführender wäre es sicher gewesen, als eine Pressekonferenz und eine Strafanzeige.

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