Etwas zum Klimawandel

Einen – ich würde ihn fast genial bezeichnen – Artikel zum Klimawandel findet ihr bei Readers Edition. Der Artikel soll nicht belehren, er stellt Fragen. Fragen an die sogenannten Klimaskeptiker, die auch bisher – nach 14 Kommentaren – die Kernfrage des Artikels nicht beantworten: Warum? Sie werfen bekanntlich mit Zahlen um sich, die nachweisen sollen, dass es keinen menschgemachten Klimawandel gebe, aber beantworten eigentlich nie die wichtige Frage im Kern:

(…) Cui Bono? – Wem nützt es?

Denn, da sind wir uns ja wohl einig, wenn es so etwas wie die Klimalüge gibt, dann muss es auch jemanden geben, der dahinter steht, der die Fäden zieht, der profitiert. Und da, liebe Klimaskeptiker, bin ich dann doch, gelinde gesagt, klimalügenskeptisch. (…) Verlierer, da sind wir uns wohl einig, wären dann [bei einer entsprechenden Klimaschutzpolitik] a) der Kapitalismus im allgemeinen (Permanente Überproduktion ist nicht gerade umweltschonend) und b) die Ölproduzierenden und -verarbeitenden Industrien im besonderen. Hm. Die Profiteure einer weltweiten Verschwörung mit dem Ziel, über die Klimalüge einen Politikwandel zu erzwingen, müssten also mächtiger sein als die beiden genannten. Hui. Das klingt nach einer extrem gut getarnten und äußerst starken Macht, die da am Werk ist, soviel ist sicher. Falls ihr recht habt.

(…)

Dann versteh ich, dass die Naturwissenschaftler unter Euch, die da glauben, im Gegensatz zum wissenschaftlichen Mainstream auf diesem Weg der Weisheit bereits angelangt zu sein, erbittert um die wissenschaftliche Wahrheit kämpfen. Die Verschwörungsfreunde versteh ich dann weiterhin nicht, jedenfalls solange sie mir kein überzeugendes Motiv und keinen überzeugenden Täter liefern.“

Man mag mir vorwerfen, als Grüner vielleicht eine einseitige Sichtweise zu haben, aber ich habe auf diese einfache Frage wirklich noch keine Antwort gehört. Wenn also jemand dies liest, der mir schlüssig erklären kann, wer von der Hysterie so profitiert, dass sich die ganze Welt, 190 Staaten, tausende Wissenschaftler auf deren Seite stellen und mir erklären, wieso die nicht verstehen manipuliert worden zu sein, wäre ich ernsthaft dankbar.

Aber noch etwas anderes hatte ich mich auch schon länger gefragt: Selbst wenn es keinen menschlichen Klimawandel geben sollte, schadet es dann wirklich soviel, etwas mehr auf das Klima zu achten? Klar, es ist bequemer so weiter zu machen, wie bisher, aber viele andere Dinge zeigen doch, dass dies nicht geht – sei es nun die Ressourcenfrage oder Luftverschmutzung. Ich wage einfach mal zu sagen, dass die Kosten für eine etwas bessere Klimabilanz nicht so hoch sind, dass man es nicht wagen könnte. Wenn es keinen menschlich verursachten Klimawandel gäbe, hätte man eben allgemein etwas für die Umwelt getan – auch nicht schlecht. Ansonsten eben zusätzlich noch etwas um eine Klimakatastrophe zu verhindern. Sollte man aber nichts tun, aber es gäbe diese Problematik, wären die Kosten in jedem Fall höher. Das erinnert mich ein wenig an die Pascalsche Wette den Glauben an Gott gegenüber, nach der es auch vernünftiger wäre an Gott zu glauben, da die Folgen des Nichtglaubens (Bestrafung) höher wären als die Kosten eines Glaubens, wenn es keinen Gott gibt.1 Es ist Spieltheorie, aber ich persönlich sehe für mich noch nicht die unmöglichen und unüberwindlichen Hindernisse. Martin Strahlke fragt dies wie folgt:

Was ich aber in jedem Falle überhaupt nicht verstehe, ist Eurer, nicht selten in Tateinheit mit dem lauthals hinaus gerufenen „Alles Lüge!“ daher kommender, Kampf gegen die in Angriff genommenen Maßnahmen, zum Beispiel zur Reduzierung von Emissionen. Ich weiß ja nicht, wo Ihr so wohnt, aber ich lebe in einer Großstadt und glaubt mir, gegen bessere Luft hätte ich überhaupt nichts einzuwenden. Smog ist echt eine blöde Sache. Und die Abholzung des Regenwaldes zum Beispiel scheint mir auch nicht schlau, selbst wenn das Verhindern dessen nicht dazu beiträgt, den Klimawandel zu stoppen oder es den selben gar nicht gibt. Oder sehe ich das falsch?

Hierzu fehlen Antworten. Stattdessen auch nur Antworten, die dem Autor vorwerfen, er würde vor den „Angstmachern (…) kapitulieren“ und wiedermal herunterleiern, was es alles für Statistiken gäbe und achja, dass Al Gore sich eine goldene Nase verdient. Stimmt vielleicht, aber mehr als die Ölkonzerne? Sorry, Leute, aber wer sich einmal mit Statistik beschäftigt hat, weiss dass die Aussage „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“ schon einen wahren Kern hat. Ich weiss, dass es Studien zum Atomausstieg in Deutschland gibt, die einerseits einen Milliardenverlust für die Volkswirtschaft ausweisen und solche, die einen Milliardengewinn präsentieren – und beide haben Recht und ihren entsprechenden Auftraggeber. Es kommt darauf an, welche Fakten wie einberechnet werden. Aber darum geht es in diesem Artikel nicht und auch nicht in dem bei Readers Edition. Es geht um die Frage, wer von welcher Sichtweise einen Vorteil hat.

Und es ist nicht so, dass ich nicht bereit bin mich selber auch kritisch zu hinterfragen. Bei mir liegt neben anderen Büchern zum Klimawandel auch der „Klimaschwindel“ im Regal. Gelesen sind sie alle noch nicht, da mir momentan die Zeit fehlt, aber ich hoffe in den kommenden freien Wochen die Zeit zu finden, mich eingehend damit zu beschäftigen. Aber eins bleibt: Solange es auf die obenstehenden grundlegenden Fragen keine nachvollziehbaren Antworten gibt, dürfte es schwer werden, meine momentane Einstellung zu ändern, denn auch die Frage nach dem Ursprung der unterschiedlichen Deutung von Statistiken ist sicher entscheident. Und noch eine abschließende Bemerkung: Es mag nie einen 100%ige Beweis für den Menschen als Ursache geben. Oder wenn, dann wird es zu spät sein. Ich brauche ganz ehrlich auch keinen 100%igen Beweis, wenn das Risiko so groß ist.

Aber sei es drum, irgendwann muss dieser Artikel ja mal enden. Und alle kommentierenden Klimaskeptiker seien in diesem Moment daran erinnert, dass es mir nicht darum geht, hier zu erfahren, wie angespasst ich an die Mainstream Meinung bin, dass ich als Grüner sowieso keine Ahnung habe oder indem mir nochmal alle Statistiken aufgezählt werden, die ja zeigen, dass der Klimawandel ganz normal sei. Nein, es geht mir um die klaren Fragen, wer an der aktuellen Klimawandeldiskussion so profitiert, dass dies alle Gegner übertrifft und tausende Menschen überzeugt, die es – wenn dem nicht so wäre – eigentlich besser wissen müssten. Und ich würde gerne wissen, welche hohen Kosten wir haben, dass sie das Risiko nicht wert sind. Mehr brauche ich noch nicht, da lese ich lieber ein Buch ;)

  1. Natürlich mag man sich noch fragen, ob dies denn wirklicher Glauben ist, wenn er aus solchen Gründen erfolgt, aber es geht auch eher ums Prinzip. Und: Nein, es soll hiermit niemand zum christlichen Glauben missioniert werden! *g* []
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