Lachsfischen im Jemen

Wenn es Gottes Wille ist, wird der Sommerregen die Wadis füllen, und wir werden Wasser von der Grundwasserschicht heraufpumpen, und die Lachse werden in den Fluss ziehen. Und dann werden meine Landsleute – Syyids, Nukkas, Jazr und alle Klassen und Arten von Männern – Seite an Seite an den Ufern stehen und nach Lachs fischen. Und auch ihr Wesen wird sich verändern. Sie werden dem Zauber dieses silbernen Fisches erliegen und ebenso der überwältigenden Liebe, die Sie, Dr. Alfred, und ich für diesen Fisch und den Fluss, in dem er schwimmt, empfinden. Wenn dann die Rede darauf kommt, was dieser Stamm gesagt hat oder jener getan hat, was man mit den Israelis machen soll oder mit den Amerikanern, und die Stimmen werden lauter und heftiger – dann wird jemand sagen: „Was soll’s? Gehen wir doch erst mal fischen.“

lachsfischen.jpgMit dieser Vision  begründet der arabische Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama seine ziemlich skurrile Idee Lachse im Jemen anzusiedeln – und gewinnt dadurch nicht nur beim skeptischen Fischereiwissenschaftler Dr. Alfred Jones Sympathie. Der Roman „Lachsfischen im Jemen“ von Paul Torday lässt auch den Leser diese Faszination des Projektes miterleben und das Mitzittern, ob das Projekt gelingt oder scheitert. Vor allem, weil natürlich auch al-Qaida diesen Vormarsch westlicher Kultur nicht hinnehmen will. Das Ergebnis wird hier natürlich nicht verraten, aber das Buch sei jedem empfohlen – auch wegen seinem Schreibstil. Die Geschichte wird nicht einfach erzählt, sondern dargestellt als Untersuchungsbericht des britischen Parlaments bezüglich des Projektes. So wechseln sich Tagebucheinträge, Emails, Befragungsprotokolle und Presseberichte ab und erzählen so nach und nach die Geschichte. Am Ende konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und war froh, dass ich heute schon früh von der Uni zuhause war :)

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