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Irgendwann wird Untersuchung zur Strafe

November 21st, 2007 · Keine Kommentare

Er sitzt weiterhin in Haft: Der Fall des 17 jährigen Marco in der Türkei wird mehr und mehr zu einer Farce. Wie lange dort schon gebraucht wurde um eine Videoaussage aus Großbritannien in die Türkei zu bringen war schon merkwürdig genug und nun bekommt man sie nicht übersetzt. Wenn man es gut meint, würde man hier größte Schlampigkeit vorwerfen, ansonsten kommt einem Willkür und Böswilligkeit in den Sinn. Denn sieben Monate Untersuchungshaft, wobei das Verfahren noch nicht richtig begonnen hat, wirkt eher nach Strafe. Fluchtgefahr ist sowieso etwas seltsam, wo das Bild von Marco W. sicherlich in jedem Medium der Türkei auftaucht. Von daher kann ich hier nur hoffen, dass die Klage der Anwälte vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Erfolg haben wird, denn unmenschlich ist ein so langes Einsperren eines unschuldigen Menschen sicherlich – und das ist er bekanntlich bis zu seiner Verurteilung.

Tags: Internationales

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0 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Kevin // Nov 21, 2007 at 17:32

    Hey du,
    korrigiert vielleicht mal den Rechtschreibfehler in der Überschrift, sieht etwas komisch aus…

  • 2 Patrick Jedamzik // Nov 21, 2007 at 17:49

    Korrigiert – Das kommt davon, wenn man das noch eben loswerden will ;)

  • 3 Thomas // Nov 21, 2007 at 22:13

    Das scheint heute aber ein paar Blogger zu bewegen … Ich habs heute Nachmittag schon bei Stoiber gesagt, die Art und Weise wie dieser Prozess abläuft ist ein Skandal, aber das überhaupt ein Prozess statt findet ist notwendig und gut so. Das ganze der lieben Tourismusindustrie Willen unter den Teppich zu kehren und gar nicht zu untersuchen wäre für Marco W. ja besser, aber ein paar kleine, klitzekleine, Schritte Richtung Rechtsstaat sind besser als gar keine.

    Und ganz blöd sind die Türken dann ja auch nicht, sie sehen durchaus die Gefahr das Marco W. sich eher ins Ausland absetzen könnte. Und der ganze Fall ist in den türkischen Medien übrigens nicht so präsent, wie man glauben mag. Und ein Land wie die Türkei kann man nicht allein mit dem Flugzeug verlassen, da gibt es Mittel und Wege und dank der emotionalen Komponente auch reichlich Handlanger, die sich als Fluchthelfer anbieten würden.

  • 4 Jörg Friedrich // Nov 22, 2007 at 14:13

    Man muss die Dauer der Untersuchungshaft immer im Verhältnis zur möglichen Strafe sehen – und da sind 7 Monate immer noch angemessen.

    Außerdem ist dieser Fall nun mal recht problematisch: Zwei Ausländer mit unterschiedlichen Sprchen vor einem Provinzgericht, dazu die Medienpräsenz. Schuld an der langen Dauer der U-Haft trägt m.E. die Familie der Charlotte, die die Aussage des Mädchens so lange verzögert.

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