Archiv2. November 2007

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Unbegrenzter Streik
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Hillary ist noch nicht Präsidentin
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Linktipps 02.11.2007
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Friedmann trifft Mahler

Unbegrenzter Streik

Das Landesarbeitsgericht Chemnitz hat soeben das Streikverbot gegen die GDL im Fern- und Güterverkehr aufgehoben. Nach dem Pendlern dürfen nun auch Reisende und vor allem die Wirtschaft unter dem Druck der GDL mit nicht-fahrenden Zügen plagen. Am Wochenende ist in der Hinsicht mit keinem Streik zu rechnen, aber ab kommende Woche dürften weniger Güterzüge unterwegs sein. Auch wenn ich dem Streik und den Forderungen und der GDL mehr als skeptisch gegenüber stehe, finde ich die Entscheidung richtig. Diese Einschränkungen behinderten das Streikrecht der Arbeitnehmer schon mehr als stark und führten es ad absurdum. Verhältnismässig ist wichtig – das hat das Gericht auch so erkannt – aber zum jetzigen Zeitpunkt ist diese noch nicht verletzt oder absehbar verletzt. Demnach ist das Streikrecht gestärkt worden und die Bahn muss nun handeln und ein neues Angebot vorlegen. Ansonsten wird der Winter geprägt von unbegrenzten Streiks…

Hillary ist noch nicht Präsidentin

obama_clinton.gifEs geht auf Januar zu, wenn die ersten Vorwahlen zur amerikanischen Präsidentschaft stattfinden, die den demokratischen bzw. republikanischen Präsidentschaftskandidaten bestimmen werden. Bei einer Fernsehdebatte der demokratischen Kandidaten musste sich die Kandidatin Hillary Clinton nun zum ersten Mal harscher Kritik an ihrer Politik durch die Konkurrenten Edwards und Obama stellen.

Obama, Edwards sowie drei andere Bewerber griffen die New Yorker Senatorin besonders an, weil sie 2002 für den Irak-Krieg gestimmt hatte. Zudem bedeute ihre jüngste Zustimmung zu einem Gesetz der Republikaner, das die Revolutionären Garden in Iran zur Terrororganisation erklärt, eine direkte Unterstützung für die Regierung von Präsident George W. Bush. (…) Auch Hillary Clintons Äußerungen über einen Truppenabzug aus dem Irak und zur Sozialpolitik seien nicht eindeutig. Sie stehe nicht für “echten Wandel”, sagte Obama.

Dabei ist ihr Sieg noch lange nicht sicher. Zwar liegt sie in den Umfragen um 20 Prozent vorne, aber die Demoskopen vertrauen den Zahlen noch nicht. Für die meisten Amerikaner seien die Wahlen noch zu weit weg, sie wollen “sie wollen Thanksgiving und Weihnachten unbehelligt von der Politik feiern”. Demnach stellt sich auch hier die Frage ob sie nicht noch vom sicher geglaubten Sockel stürzen könnte – wie die hälfte aller Herbstfavoriten in den letzten Jahrzehnten. Für die Republikaner wäre sie wohl der Wunschkandidat: Momentan sagen 50 Prozent der Amerikaner, dass sie niemals für sie stimmen würden. Aber auch hier ist sicher noch einiges abzuwarten 😉

Linktipps 02.11.2007

Factually Incorrect (3) « Stefan Niggemeier Annotated
Was mich fasziniert an dem islamfeindlichen Blog „Politically Incorrect” und ähnlichen Seiten: Wie jede Falschmeldung ihre Glaubwürdigkeit noch erhöht.

Wie sich Ägypter wechselseitig Kredite finanzieren | tagesschau.de Annotated
Das Prinzip ist so simpel wie erfolgreich: Wer in der ägyptischen Mittel- und Unterschicht heiraten will oder einen neuen Kühlschrank braucht, geht nicht zur Bank, denn die gibt ihm ohnehin nichts. Er macht eine Gameya: Er sucht sich zehn Bekannte, die bereit sind, zehn Monate lang jeweils 100 Pfund einzuzahlen. Das macht 1000 Pfund im Monat, für jeweils einen aus der Gruppe. Der Initiator bekommt als erster das Geld, dann folgen die anderen. Es gibt keine Zinsen – aber jeder hat was davon.

Statistik: Der Trick mit den Arbeitslosen – Wirtschaft – stern.de Annotated
Jubelstimmung am Arbeitsmarkt, nur noch 3,5 Millionen Menschen ohne Job. Doch langsam: In der offiziellen Statistik werden viele Personen nicht berücksichtigt – und eigentlich gibt es rund 1,4 Millionen Arbeitslose mehr. Eine echte Bilanz.

Der Link am Morgen: 64 Antworten fürs Bewerbungsgespräch » imgriff.com Annotated
CrackInterview haben Antworten zu 64 in Bewerbungsgesprächen oft gestellten Fragen zusammengestellt. Zu jeder Frage werden die damit verbundenen Fallen genannt. Außerdem wird umrissen, wie die bestmögliche Antwort aussieht.

Friedmann trifft Mahler

Es ist ein Spiel mit dem Feuer einem solchen Rechtsextremisten wie Horst Mahler die Bühne eines Interviews zu geben, aber Michael Friedmann und die Vanity Fair hat es dennoch gewagt. Die Zeitung hat das Interview nun in kompletter Länge veröffentlicht.

Wir veröffentlichen dieses Interview, weil wir glauben, dass es eine bessere Bloßstellung der deutschen Rechtsextremen nie gegeben hat – auch wenn er Dinge sagt, die in Deutschland verboten sind: Mahler leugnet den Holocaust und benutzt den Hitler-Gruß. (Michel Friedman hat nach dem Interview als Privatperson Strafanzeige gegen Horst Mahler erstattet, Red.)

Das Interview offenbart in schockierender Offenheit die angebliche Weltverschwörung der Juden, die Leugnung des Holocausts und weitere Einstellungen. Es ist viel Text und ist sicher mit Vorsicht zu lesen, aber dennoch nicht uninteressant. (Teil 1 & Teil 2, gefunden übers NPD-Blog)