Neue Partnerschaft mit Afrika

Horst_Koehler.jpgBundespräsident Horst Köhler hat anlässlich des Welternährungstages eine „ehrliche, verlässliche und auf Partnerschaft fußende Entwicklungspolitik für den ganzen Planeten“ gefordert. Insbesondere die vom Westen vorgegebene Ausrichtung auf Export fördere den Anbau von Monokulturen und habe damit – wie mit dem Aufbau von unnötigen Prestigeobjekten – falsche Weichenstellungen gesetzt. Auch sei es wenig sinnvoll, überschüssige Nahrungsmittel aus Europa „dauerhaft in Entwicklungsländern unterzubringen“, sondern oberstes Ziel müsse es sein „eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln vor Ort und aus der Region“ zu erreichen.

Er schlägt damit in eine ähnliche Richtung, wie der ruandische Präsident Paul Kagame, der zukünftig verstärkt auf die Anwerbung von Investitionen aus den entwickelten Staaten setzen will:

Wir müssen lernen, betont der Präsident nachdrücklich, nein zu sagen, wenn die Vorstellungen unserer Helfer mit unseren eigenen nicht übereinstimmen. Afrika benötigt Entwicklungshilfe und Schuldenerlass als Starthilfe für das eigene Wachstum. Afrika muss in den Köpfen der übrigen Welt als Kontinent der Möglichkeiten und nicht als Ort des Erbarmens, des Mitleids und der Barmherzigkeit betrachtet werden.

In einer Rede bezeichnete er Entwicklungshilfe nur als ein „vorübergehendes Hilfsmittel beim Aufbau von erforderlichen Verwaltungen, Wirtschaftssystemen, Infrastrukturen und landeseigenem Unternehmertum“ und Regierungen demnach die Voraussetzungen für Investitionen schaffen müssen, die für mehr Wohlstand führen. Seine Amtskollegen rief er entsprechend auf, sich von der Vorstellung zu lösen, durch den Export von Rohstoffen die Armut zu überwinden. Nötig wäre vielmehr ein Aufbau von Industrieproduktion.

In Ruanda scheint dieser Weg bereits vorsichtige Schritte gegangen worden zu sein, denn die ersten Investoren haben das Land eingehender betrachtet oder sich angekündigt um über wirtschaftliche Investitionsmöglichkeiten zu diskutieren. Ähnlich bei dem Rohstoffreichtum wird es bei all diesen Vorschlägen darauf ankommen, was die afrikanischen Regierungen am Ende daraus machen…

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