Interview mit Obama

Die Welt hatte gestern ein interessantes Interview mit Barack Obama veröffentlicht, indem dieser sich zur Strategie im Irak (Sofortiger Rückzug), Iran (stärkere Sanktionen), Russland, Europa und dem Öl. Außerdem wurde in den letzten Wochen einiges über ein „schwarzes Schaf“ in der Familie bekannt.

obama_barack.jpgObama war ja – anders als Hillary Clinton – bereits von Beginn an gegen den Irak-Krieg und fordert nun auch einen geordneten Rückzug, so dass nach einem Jahr keine Kampftruppen mehr im Irak wären. Er fordert eine politische Initiative:

Für eine Truppenreduzierung spricht nicht allein, dass Amerika diesen Krieg nicht länger finanzieren kann, sondern auch, dass es langfristig nur Sicherheit in der Region geben kann auf Grundlage einer politischen Verständigung der verschiedenen Fraktionen vor Ort. Es ist meine feste Überzeugung, dass wir, bis diese politische Verständigung erreicht ist, keine echte Stabilität, sondern weitere Instabilität im Irak erleben werden.

In diese Gespräche müssten selbstverständlich Syrien und der Iran aktiv eingebunden werden, die momentan die Situation im Irak noch verschlechtern. Nichts desto trotz fordert Obama auch ein schärferes Vorgehen gegen den Iran:

Zudem müssen wir mit Ländern wie Russland, China und Indien, die größeren Einfluss auf den Iran haben als wir, zusammenarbeiten, um die Sanktionen zu verschärfen. Das fällt uns aber so lange schwer, wie die Präsenz im Irak unser Ansehen bestimmt.

Bei Russland erkennt er jedoch, dass dort mehr und mehr die Demokratie ins Wanken gerät.

Jetzt, mit Petrodollars im Überfluss, ignoriert Putin die Gebote der Menschenrechte weitgehend, und das Beste, was wir dagegen tun können, ist wahrscheinlich, unsere Abhängigkeit von fremdem Öl möglichst zu verringern, den Ölmarkt aufzuweichen und in Abstimmung mit unseren europäischen Verbündeten nach Feldern zu suchen, auf denen wir mit Russland zusammenarbeiten können: in der Terrorabwehr, beim Thema Iran oder der Nichtverbreitung von Atomwaffen. Dennoch müssen wir ein klares Signal an die Russen aussenden, dass, wo es um die Zivilgesellschaft, das harte Durchgreifen gegen den Journalismus und so weiter geht, die von ihnen eingeschlagene Richtung ihrem Interesse, Teil der internationalen Gemeinschaft zu sein, schadet.

Schuld daran sei eine Politik der USA (ich erlaube mir des Westens dranzuhängen), die dies ignoriert hatte. In dem Interview geht er auch noch auf die Stimmung in den USA ein und verschiedene andere Fragen, also ein lohnender Artikel, so erfährt man auch, wieso der Präsidentschaftskandidat oft ohne Krawatte zu sehen ist, was ihn für den Economist schon zum neuen Kennedy machte, der es schaffte den Amerikanern den Hut „abzugewöhnen“:

Das ist wahr, aber es steckt nicht immer Absicht dahinter – manchmal bekleckere ich meine Krawatte einfach und nehme sie ab.

Eine erfrischend ehrliche und amüsante Reaktion. Ebenso locker, war seine Reaktion darauf, dass man nun herausgefunden hatte, dass er über mehrere Generationen hinweg mit Dick Cheney, dem aktuellen Vizepräsidenten verwandt sei.  Der Republikaner mit dem Obama wohl in kaum einem Politikfeld inhaltlich übereinstimmt, sei eben „das schwarze Schaf der Familie“, so ein Sprecher von Obama.

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